Rudi Völler wird auch künftig als Sportdirektor beim DFB arbeiten. Das sagte der 66-Jährige nach Gesprächen mit Klopp und der Verbandsspitze in einer Medienrunde. Der Weltmeister von 1990 erfüllt damit seinen Vertrag bis 2028, einschließlich der Europameisterschaft. Dass Völler weitermacht, soll auch der klare Wunsch des designierten Bundestrainers Jürgen Klopp sein, der schon mit dem Weltmeister von 1990 gesprochen hat.
In einem längeren Telefonat habe sich "schnell herauskristallisiert, dass das am Ende auch funktionieren kann und wird", ergänzte Völler. Er werde "eng mit dem Bundestrainer zusammenarbeiten", aber: "Es ist halt noch nicht durch", Klopp und der Verband müssten noch Hürden überwinden.
Der Meistermacher von Dortmund und Liverpool aber habe es "seit vielen Jahren verdient, diesen Job zu bekommen", betonte Völler: "Die Erfolge sprechen für ihn." Man wolle nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen, aber: "Ich bin da optimistisch, dass es vernünftige Lösungen geben wird."
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Telefonat mit Klopp und Mintzlaff
In dieser Ansicht bestätigte Völler ein Telefonat mit Oliver Mintzlaff, der als Geschäftsführer von Red Bull noch Chef des "Head of Global Soccer" Klopp (Vertrag bis 2029) ist. "Rudi, du musst weitermachen", habe Mintzlaff gesagt: "Mit dem Jürgen wird das super klappen, das wird kein Problem sein, ihr werdet super zusammenarbeiten." Er selbst habe sich nach dem WM-Debakel und dem Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann "hinterfragt", sagte Völler: "Macht das jetzt alles noch Sinn?" Alle Verantwortlichen - von DFB-Präsident Bernd Neuendorf über dessen Vize Hans-Joachim Watzke bis hin zu vielen Klub-Vertretern - hätten ihm aber gesagt, "dass sie wollen, dass ich das unbedingt weitermache. Ich kann schlecht nein sagen und mache es auch gerne."
Im Sinne einer besseren Zukunft für den deutschen Fußball wolle er die Helden von Rio ins Rampenlicht rücken. "Da sind einige dabei, die wollen das, und denen traue ich das auch zu, und das wird auch so kommen", sagte Völler in dem Interview. "Die Generation ist ja auch in der Pflicht, irgendwann Verantwortung zu übernehmen", ergänzte er und nannte Namen: Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder Sami Khedira - "die kann ich mir alle wunderbar vorstellen irgendwann mal in einer Rolle im DFB, ob mit mir oder nach mir, weil die die Qualitäten haben." Völler sieht "einige, die sich das vorstellen könnten. Die machen es gut, haben Intellekt, verstehen den Fußball, da wird es welche geben, die ein Thema werden können."
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize Hans-Joachim Watzke hatten zuvor bereits um Völler geworben. "Ich spreche nur für mich und glaube, da das Gefühl von vielen anderen beim DFB zu treffen: Ich würde gerne mit Rudi weitermachen", sagte Watzke dem ZDF: "Rudi mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise - ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden." Nach dem WM-Desaster war auch über die Zukunft von Völler bei der Nationalmannschaft spekuliert worden. Dabei ging es unter anderem darum, ob das mit Klopp und Völler überhaupt funktionieren würde. Für Watzke keine Frage: "Jürgen ist durchaus dominant, aber teamfähig."
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US-Reise der DFB-Bosse steht an
Klopp selbst hatte bereits betont, dass "wichtige Gespräche" geführt werden müssen, "weil auch die Position des Nationaltrainers die Probleme des deutschen Fußballs nicht verändern oder lösen wird. Und dementsprechend geht das jetzt los." Neuendorf und Watzke werden in dieser Woche in die USA reisen, um erste Gespräche mit ihrem Wunschkandidaten für die Nachfolge von Julian Nagelsmann zu führen.
Für Völler ist der DFB stets eine Herzensangelegenheit gewesen. Rief der Verband, war Völler da - so auch, als eine "Task Force", der er selbst angehörte, Anfang 2023 einen Sportdirektor suchte. Sie fand ihn: Rudi Völler, der schon 2000 - zunächst interimistisch - für den Verband als Teamchef an der Seitenlinie stand, letztlich bis 2004 blieb und mit dem Nationalteam bei der WM 2002 das Finale erreichte. Nach der Entlassung von Bundestrainer Hansi Flick 2023 sprang er sogar noch einmal als Trainer für ein Spiel ein.
