Horror für Irak-Held

Terroristen nahmen WM-Torschützen Bruder und Vater

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17.06.2026 | 01:14 Uhr
Der Irak spielt erstmals seit 40 Jahren wieder auf der ganz großen Bühne Fußball - und ihr Held trifft sofort. Doch Aymen Hussein hat eine furchtbare Geschichte.

Aymen Hussein ist eine Legende im irakischen Fußball: Der Stürmer schoss sein Land durch sein Tor zum 2:1 in den WM-Playoffs gegen Bolivien zur erst zweiten Weltmeisterschaft in seiner Geschichte. Und dann traf der 30-Jährige auch noch im ersten Spiel gegen die hochgehandelten Norweger: Der globale Superstar Erling Haaland hatte die Nordeuropäer in der 29. Minute in Führung gebracht, Hussein, einer der populärsten Profis im arabischen Raum, glich zehn Minuten später aus. Auch wenn Haaland vor der Halbzeit konterte und der Favorit schließlich 4:1 gewann, ist eine große sportliche Geschichte des Turniers bereits geschrieben.

Die persönliche Geschichte Husseins verlief tragisch: Denn Terroristen nahmen ihm zwei seiner engsten Angehörigen. Als der Fußballstar, der im Irak für Al-Karma stürmt, zwölf Jahre alt war, kam sein Vater bei einem Anschlag der Terrorgruppe Al-Quaida ums Leben.

"Dein Vater wurde getötet"

"Er ging Baumaterialien für unser neues Haus kaufen, das sich im Bau befand. Wenige Stunden später erhielten wir einen Anruf mit der Nachricht: Dein Vater wurde getötet und sein Leichnam liegt im Krankenhaus", erzählte Hussein in einem Interview mit Al Dschasira. "Zuerst konnten wir es nicht glauben. Doch dann gingen wir ins Krankenhaus und fanden dort den Leichnam meines Vaters vor. Es war eine Katastrophe für uns alle."

Wenige Jahre später wütete der Islamische Staat in der Region um Husseins Heimatstadt Hawija - und raubte dem späteren Fußballhelden seinen Bruder: "Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört. Ich habe beschlossen, mit dem Fußballspielen aufzuhören, um für meine Familie zu sorgen, aber meine Mutter hat sich geweigert. Sie hat mich gebeten, weiterzuspielen", erzählte Hussein. "Wenn ich mit dem Fußball aufhöre, ändert sich nichts, ich bekomme nicht zurück, was ich verloren habe. Aber ich danke Gott für meine Situation. Ich habe Wände in meinem Haus. Viele vertriebene Iraker leben in Zelten."

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"Wir erwarten viel von ihm"

Der Weg zum größten Fußballspiel seines Lebens war für den 30-Jährigen auch noch auf den letzten Metern steinig: Bei der Einreise des irakischen Teams wurde der Fußballprofi in Chicago erst über mehrere Stunden von der Einreisebehörde CBP befragt, ehe er schließlich doch mit seinem Teamkollegen weiterreisen konnte.

Dank Husseins Treffer gegen Bolivien ist der Irak zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. "Aymen ist ein Name, der keiner Vorstellung bedarf. Seine Erfolge sprechen für sich, nicht nur im Irak, sondern in der gesamten Region und im arabischen Fußball", sagte Nationaltorhüter Jalal Hassan vor dem ersten WM-Spiel seines Landes seit 40 Jahren. "Wir erwarten viel von ihm." Hussein ist lieferte sofort und erst der zweite Iraker überhaupt, der ein Tor bei einer WM erzielt hat. Bitter: Auch den Endstand stellte Hussein her - mit einem unglücklichen Eigentor.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter