Tränen bei WM

Torwart-Held fehlt Geld für Visum seiner Mutter

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15.06.2026 | 22:15 Uhr
Kap Verde für eine große Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft. Doch das Wunder gegen Europameister Spanien bringt auch eine dunkle Seite des Turniers ans Licht.

Vozinha ist der erste unwahrscheinliche Held bei der Fußball-Weltmeisterschaft, die so dringend die großen, schönen Geschichten braucht: Der Torwart von Kap Verde ließ im ersten WM-Spiel seiner Nation überhaupt die viele Millionen schweren und hochdekorierten Stars aus Spanien verzweifeln.

Am Ende des Duells des Zwergstaats gegen den amtierenden Europameister hatten der 40-jährige Vozinha und seine aufopferungsvoll verteidigenden Vorderleute dem haushohen Favoriten ein 0:0 abgetrotzt.

Kap Verde rastet nach Sensation komplett aus

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Bei Vozinha, der nur noch bis zum Monatsende beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves unter Vertrag steht, flossen unmittelbar nach einer der größten Sensationen der jüngeren WM-Geschichte die Tränen. Es waren keine Tränen der Freude oder der Erleichterung.

"Ich habe wegen meiner Großeltern geweint", sagte der Torwart. "Ich bin mit ihnen aufgewachsen und traurigerweise sind sie vor ein paar Jahren gestorben. Sie haben alles für mich getan."

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"Konnten Kaution nicht rechtzeitig zahlen"

Und dann holte Vozinha die dunkle Seite dieser WM doch noch in sein persönliches WM-Märchen: Denn seine Mutter war in seiner größten Stunde nicht bei ihm. Und das liegt an der US-Regierung. "Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten", sagte Vozinha.

Von Personen aus bestimmten Staaten verlangt die US-Regierung eine Kaution für ein Visum. Im Fall von Kap Verde liegt diese zwischen 5.000 und 15.000 Dollar. Eine gewaltige Summe für einen Profi, dessen Marktwert laut transfermarkt.de bei gerade einmal 50.000 Euro liegt.

Entgegen früheren Beteuerungen legt die US-Regierung Fans zahlreicher WM-Teilnehmer auf dem Weg zum Turnier gewaltige Steine in den Weg. Teils werden für die Einreise hohe Kautionszahlungen fällig, teils drohen an den Grenzen aufwendige Kontrollen oder gleich die Abweisung. Viele Fans aus den betroffenen Ländern, etwa aus Haiti, versuchten erst gar nicht, das Land zu betreten.

Noch beim Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA Mitte Mai vergangenen Jahres hatte FIFA-Boss Infantino stolz verkündet: "Letzte Woche hatten wir ein Treffen mit der Taskforce des Weißen Hauses und der Regierung der Vereinigten Staaten. Die Welt ist in Amerika willkommen. Die Spieler selbstverständlich, jeder Beteiligte, wir alle, aber definitiv auch alle Fans."

Nur wenige Tage später verkündete US-Präsident Donald Trump, dass Menschen aus 19 Ländern die Einreise erschwert oder ganz verboten wird.

Schikane gegen iranische Spieler

Besonders schwer wiegen die Schikanen gegen die iranischen Spieler und ihre Fans. Während mehreren Funktionären und Mitarbeitern die Einreise gleich ganz verwehrt wurde, müssen die Spieler zwar alle drei Vorrundenpartien in den USA absolvieren, ihr Lager aber in Mexiko aufschlagen. Zu den Spielen dürfen sie einreisen, müssen dann das Land aber schnell wieder verlassen - immerhin dürfen sie anders als zunächst bestimmt, eine Nacht auf US-Boden schlafen, ehe es ins Quartier nach Tijuana zurückgeht..

Zudem haben nach Angaben des Internationalen Sportjournalisten-Verbands AIPS nicht nur Reporter aus dem Iran, sondern auch aus afrikanischen Ländern keine oder nur eingeschränkte Visa erhalten.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter