Das Wichtigste zuerst: Das Achtelfinalspiel zwischen Mexiko und England wird doch nicht um sechs Stunden vorverlegt. Alles bleibt beim Alten. Rund um das mit Spannung erwartete Spiel im legendären Aztekenstadion gab es in den vergangenen 24 Stunden viel Bewegung, viel Verwirrung, jetzt aber bleibt die Anstoßzeit bei 18 Uhr Ortszeit beziehungsweise 2 Uhr hierzulande.
Zwischendurch sah sich sogar die britische BBC zu einem Statement genötigt und erklärte: Nein, wir waren nicht in Gespräche über eine Verschiebung involviert. Eine sechsstündige Vorverlegung wäre dem britischen TV-Zuschauer sicherlich entgegengekommen (19 Uhr statt 1 Uhr in der Nacht).
Mexikanische Fans feiern lautstark vor Ecuadors Teamhotel

Der Reihe nach. Zunächst hatte es in mexikanischen Medien geheißen, wegen möglicher Unwetter in Mexiko-Stadt könnte das Spiel um bis zu sechs Stunden vorgezogen werden. Der Weltverband FIFA hatte diese Gespräche aber nicht offiziell bestätigt. Sie machten aber schnell die Runde. Das mexikanische Team und die englische Auswahl um Trainer Thomas Tuchel wurden davon überrascht. Mexikos Trainer Javier Aguirre sprach von einem "Schlag in den Magen", weil es maßgeblichen Einfluss auf seine geplanten Abläufe habe. Er sei nicht gefragt worden, sagte er dem mexikanischen Sender Radio Formula.
Offenbar spielten Sicherheitsbedenken eine Rolle
Die BBC berichtet, dass die FIFA am Freitag Gespräche mit den englischen und mexikanischen Verbänden führte. Dem Bericht zufolge hatte der Weltverband vor, den Termin des Spiels zu verschieben, und eine Erklärung vorbereitet. Doch dieser Vorschlag verärgerte sowohl englische als auch mexikanische Funktionäre. Sie hätten ihre Vorbereitung umschmeißen müssen.
Die Engländer hatten offenbar noch keine 100-prozentige Klarheit über die endgültige Entscheidung, als sie ihr Flugzeug in Kansas City Richtung Mexiko bestiegen. "Wie wir uns auf das Spiel vorbereiten, muss gleich bleiben. Wir müssen fokussiert sein, wir müssen auf alles vorbereitet sein", sagte Englands Stürmer Marcus Rashford zu einer möglichen Verlegung: "Wir sind bereit für jede Herausforderung, die uns gestellt wird. Natürlich ist es nicht ideal, aber es bedeutet auch nichts." Das Tuchel-Team reist extra zwei Tage vor Anstoß nach Mexiko-Stadt, um sich dort an die Höhenluft (ca. 2310 Meter über dem Meeresspiegel) zu gewöhnen.
Im TV nicht zu sehen: England sorgt für Gänsehaut-Moment

Wie das Portal "The Athletic" berichtet, seien allerdings nicht mögliche Unwetter der maßgebliche Grund für die Diskussionen über eine mögliche zeitliche Verlegung gewesen sein. Anonyme Quellen berichteten demnach, dass Sicherheitsbedenken rund um beide Fanlager die Hauptgründe für eine mögliche Änderung waren. Das Wetter und Gewitter spielten demnach nur eine untergeordnete Rolle. Ein früherer Anstoß hätte den Vorteil, dass die Fans sich nicht vor dem Anpfiff am Abend schon stundenlang in der Stadt aufhalten und der Alkoholkonsum etwas eingeschränkt werden könnte.
Die Diskussionen über eine Verlegung des Spiels hatten Fahrt aufgenommen, nachdem vier mexikanische Fans bei der WM-Feier im Anschluss an den Sieg im Sechzehntelfinale gegen Ecuador ums Leben gekommen waren. Die lokalen Organisatoren sahen demnach in einer früheren Anstoßzeit eine sicherere Vorgehensweise für alle Beteiligten.
Mexiko-Stadt verbarrikadiert sich
Klar ist, dass sich Mexiko-Stadt für das Spiel aufrüstet. "Die Stadtverwaltung wird am Sonntag 40.000 Personen einsetzen: über 17.000 Polizisten sowie 24.000 Kräfte aus den Bereichen Katastrophenschutz, Feuerwehr, Erste Hilfe und grundsätzlich aus allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung", kündigte Clara Brugada, Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, an.
Zur Verlegung kam es nun doch nicht. Also: viel Aufregung um nichts? Auf eine Anfrage von "The Athletic" reagierte ein FIFA-Sprecher mit dem Hinweis, dass man keine Bedenken habe, das Spiel zur ursprünglich geplanten Zeit anzupfeifen. Eine Vorverlegung hätte auch Einfluss auf die Partie von Rekordweltmeister Brasilien gegen Norwegen gehabt, die um 22 Uhr deutscher Zeit in New York angepfiffen werden soll.
Die FIFA-Regeln für die Weltmeisterschaft 2026 sehen vor, dass der Verband das Recht hat, Spiele "nach eigenem Ermessen abzusagen, zu verschieben oder an einen anderen Ort zu verlegen". Wegen eines schweren Gewitters hatte zuletzt das Sechszehntelfinale der Mexikaner gegen Ecuador aus Sicherheitsgründen mit einer Stunde Verspätung begonnen.

