Fußball

Medien berichten unisono DFB-Präsident Grindel tritt heute noch zurück

7a41104a0e3cc8e14ac7072b2e83bd14.jpg

Aus und vorbei: Reinhard Grindel.

(Foto: imago images / Revierfoto)

Nach drei Jahren im Amt wird Reinhard Grindel heute noch als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurücktreten. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien. Eine offizielle Bestätigung des DFB steht noch aus.

Reinhard Grindel wird noch an diesem Dienstag von seinem Amt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurücktreten. Das berichten übereinstimmend die "Bild"-Zeitung, die Deutsche Presse-Agentur und das ZDF. Für den Nachmittag hat Grindel eine persönliche Stellungnahme angekündigt, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Der 57 Jahre alte Grindel, der bei der Eröffnung der Hall of Fame im Fußballmuseum in Dortmund am Montag noch geschwiegen hatte, würde damit nach drei Jahren als DFB-Präsident die Konsequenzen aus den Anschuldigungen und der schweren Kritik gegen seine Person in den vergangenen Tagen ziehen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Dem Vernehmen nach werden die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball den DFB kommissarisch leiten, bis die Delegierten dann beim Bundestag im September einen neuen Präsidenten wählen.

Nach den vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erhobenen Vorwürfen, dass er zusätzliche Einkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 nicht publik gemacht habe, fand der einstige CDU-Politiker in den vergangenen Tagen kaum noch Rückhalt in der Verbandsspitze. Der DFB versicherte, dass Grindel bei seinem Amtsantritt korrekte Auskünfte über seine Einkünfte gemacht habe. Den gut dotierten Aufsichtsratsposten trat er drei Monate später an.

"Kein Platz in der Hall of Fame"

Am Montagabend war die Kritik an Grindel lauter geworden. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sagte: "Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen. Beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert." Auch Andreas Rettig, Geschäftsführer beim Zweitligisten FC St. Pauli, ging verbal auf Distanz: "Einen Platz in der Hall of Fame würde Grindel heute sicher nicht bekommen. Das Erscheinungsbild des DFB ist schon seit längerer Zeit verbesserungswürdig."

Gemeint sein dürfte vor allem das Jahr 2018, als auf das erstmalige WM-Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft in Russland die Affäre um Mesut Özil folgte. Der 30-Jährige musste nach einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan harsche Kritik einstecken und fühlte sich vom DFB nicht ausreichend beschützt.

Danach trat Özil mit einem via Social Media verbreiteten Rundumschlag aus der DFB-Elf zurück und kritisierte dabei Präsident Grindel harsch. Dieser räumte später ein: "Ich hätte mich angesichts der rassistischen Angriffe an der einen oder anderen Stelle deutlicher positionieren und vor Mesut Özil stellen müssen. Da hätte ich klare Worte finden sollen."

Quelle: ntv.de, sgi/dpa