Die deutschen Fußball-Fans haben Anthony Taylor seit der EM 2024 in unguter Erinnerung - jetzt beendet Englands Top-Schiedsrichter nach gut 20 Jahren im Alter von 47 Jahren seine Karriere. "Auf diesem Niveau zu pfeifen, war ein enormes Privileg, aber der Druck ist intensiv und die Beobachtung ist ununterbrochen", sagte Taylor der BBC. Deshalb sei "der richtige Zeitpunkt gekommen, einen Schritt zur Seite zu treten und mich darauf zu freuen, das nächste Kapitel aufzuschlagen".
Taylor leitete 831 Spiele, darunter auch 163 Länderspiele - vor allem das EM-Viertelfinale der DFB-Auswahl am 5. Juli 2024 gegen Spanien wurde dabei in Deutschland zum großen Aufreger. Der Engländer übersah in der Verlängerung beim Stand von 1:1 ein klares Handspiel im Strafraum von Marc Cucurella, Spanien gewann 2:1 und wurde später Europameister. Selbst die UEFA gestand anschließend den Fehler des Unparteiischen ein.

Wütende Fans gingen Taylor nach Mourinho-Schelte an
Bei der WM 2026 war Taylor letztmals im Einsatz. Er leitete das Achtelfinale des späteren Weltmeisters Spanien gegen Portugal (1:0). Der Engländer pfiff zudem Partien bei der WM 2022 sowie den Europameisterschaften 2020 und 2024. Bei der Europameisterschaft vor sechs Jahren hatte er viel Lob für den Umgang mit dem tragischen Zusammenbruch von Dänemarks Christian Eriksen erhalten. Im Europacup trug der Engländer bei drei Finalspielen die Verantwortung, unter anderem beim Triumph des FC Bayern 2020 im Duell mit dem FC Sevilla um den UEFA-Super-Cup.

Cucurella zu strittiger Szene: "Kein Handspiel - basta"
In besonderer Erinnerung blieb Taylor allerdings das Europa-League-Finale 2023 zwischen Sevilla und der AS Rom. Der damalige Roma-Coach José Mourinho bezeichnete Taylor als "Schande" und stellte ihn sogar auf einem Parkplatz zur Rede. Als Taylor anschließend in Budapest mit seiner Familie durch den Flughafen ging, wurde er von wütenden Fans angegangen. Später sprach er von der "schlimmsten Situation", die er in seiner Karriere erlebt habe.
