Fußball

"Für solche Spiele lebt man" EM-Halbfinaldrama euphorisiert U21-Helden

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Matchwinner Nadiem Amiri jubelt über sein frühes Tor zur 1:0-Führung, das Team ahnt noch nicht, wie dramatisch der Abend in Bologna noch verlaufen sollte.

(Foto: imago images / Sportimage)

Das EM-Halbfinale gegen Rumänien beginnt für die DFB-Junioren perfekt - ehe ihnen die Fußball-Hitzeschlacht komplett entgleitet. Doch eine "sehr, sehr emotionale" Kabinenpredigt des Trainers weckt das Team und leitet ein irres Comeback ein. Im EM-Traumfinale wartet jetzt Spanien - schon wieder.

Geführt, zurückgelegen, aber am Ende dramatisch und verdient gewonnen: Das EM-Halbfinale gegen Rumänien ist für Deutschlands U21-Nationalmannschaft eine Fahrt auf der Fußball-Achterbahn und eine echte Reifeprüfung - die das Team gegen den gut organisierten Gegner letztlich mit Bravour besteht. Nach dem ebenso dramatischen wie kräftezehrenden 4:2 (1:2) gegen Rumänien und dem zweiten Einzug ins EM-Endspiel in Serie greift das Team von Bundestrainer Stefan Kuntz nach der Titelverteidigung. Zwei Jahre nach dem EM-Triumph ist am Sonntag erneut Spanien der Gegner. Dann will die U21 erstmals den Titel verteidigen - und insgesamt ihren dritten EM-Triumph feiern.

"Jetzt müssen wir schauen, dass wir gut regenerieren", kommentierte U21-Erfolgscoach Kuntz nüchtern. Seine Spieler waren euphorisiert. "Für solche Spiele, für solche Momente lebt man", sagte Matchwinner Nadiem Amiri. Der Weg ins Endspiel war für die deutsche U21 aber alles andere als leicht: Temperaturen um die 40 Grad, ein bissiger und gut eingestellter Gegner und eine hitzige Atmosphäre mit zahlreichen rumänischen Fans machten dem Team vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer. "Wir haben gedacht, es geht vielleicht doch mit ein paar Prozent weniger", urteilte Kuntz. Doppeltorschütze Amiri sagte: "Es war einfach zu heiß. Rumänien ist von den Fans gepusht worden."

"Plan war, dass wir mich fit kriegen"

Der Hoffenheimer hatte die DFB-Auswahl zunächst in Führung gebracht (21. Minute), ehe Rumänien mit zwei Toren durch George Puscas das Spiel drehte (27./Foulelfmeter/44.). Luca Waldschmidt besorgte mit einem Elfmeter den Ausgleich (51.), zwei späte Freistoßtore von Waldschmidt (90.) und Amiri (90.+4) sorgten dann für die späte Entscheidung.

Nach seiner Sprunggelenkverletzung war Amiri gerade rechtzeitig zur EM fit geworden, kam in den drei Gruppenspielen jeweils als Joker zum Einsatz. Gegen Rumänien stand er dann erstmals in der Startelf und wurde direkt zum entscheidenden Mann. "Unser Plan war ja auch, dass wir mich fit kriegen in der Gruppe fürs Halbfinale und das hat gut geklappt", berichtete der 22-Jährige grinsend.

Neben Amiri erneut als Doppeltorschütze herausragend: Luca Waldschmidt. Der Freiburger trifft und trifft und trifft und ist mit sieben Toren auf dem besten Weg zum EM-Torschützenkönig. Er hat schon jetzt genauso viele Tore auf dem Konto wie der bisherige EM-Rekordhalter Marcus Berg 2009 erzielt hatte. Und verdiente sich damit ein Kuntz-Lob: "Er hat natürlich eine gute Leistung gezeigt. Er ist sehr spielintelligent, geht in die Räume, die wir besetzen wollen."

"Sehr, sehr emotionale Ansprache"

Kein Lob, sondern eine deftige Kabinenansprache hatte es von Kuntz in der Halbzeitpause gegeben. Zu langsam, nicht konsequent genug, wenig spritzig - so präsentierten sich die DFB-Junioren vor der Pause. Da war die deutsche Mannschaft den bissigen und aggressiven Rumänen in der ersten Halbzeit unterlegen und lag verdient zurück - bis sie Kuntz aufweckte. "Es war eine sehr, sehr emotionale Ansprache vom Trainer", sagte Amiri über den Trainer-Auftritt in der Pause, aus der die Mannschaft wie verwandelt kam. Der Coach selbst berichtete: "Wir haben darüber gesprochen, ob wir uns als Mannschaft so von diesem Turnier verabschieden möchten."

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Die Ansprache zeigte Wirkung, das finale EM-Spiel für die DFB-Junioren ist nun wie 2017 das Endspiel. Erneut geht es dabei gegen Spanien, die man vor zwei Jahren nach einer taktischen Meisterleistung mit 1:0 besiegt hatte. Dieses Jahr soll sich der Coup am Sonntag ab 20.45 Uhr im EM-Finale (ARD) wiederholen. Es wäre das erste Mal, dass einer deutschen U21 die Titelverteidigung gelingt. "Die ganze Mannschaft ist heute einfach happy", sagte Levin Öztunali. "Aber es wird auf jeden Fall noch ein sehr, sehr schwieriges Finale."

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa