Das hatte sich Edin Terzic ganz anders vorgestellt: Bei seinem Liga-Debüt als Cheftrainer von Athletic Bilbao muss der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund mitansehen, wie sein Team sich gegen den FC Sevilla erst selbst dezimierte und dann deutlich verlor: Nach Gegentoren von Oso (15.), Chidera Ejuke (50.) und Isaac (57.) gelang Aitor Paredes nur noch der Ehrentreffer (70.). "Ein Debüt zum Vergessen", titelt Athletic Bilbao auf seiner Internetpräsenz.
Dabei hatte das Spiel so emotional begonnen, als Bilbaos Weltmeister Unai Simon, Aymeric Laporte und Nico Williams unter begeistertem Jubel den heimischen Fans den gemeinsam errungenen Weltmeisterpokal präsentierten. Doch danach ging es mit der Stimmung im San Mames rapide bergab - und Unai Simon hatte bemerkenswert großen Anteil daran: Der Weltmeistertorwart spielte einen Pass in die Füße von Sevillas Oso, der in der 15. Minute locker einschob.
"Einfache, schlampige Fehler"
Bilbao stand da schon nur noch mit zehn Mann auf dem Platz: Aitor Paredes hatte sich einen haarsträubenden Bock geleistet hatte, den sein Mitspieler Yuri Berchiche nur noch mit einer Notbremse halbwegs ausbügeln konnte. Der Routinier flog dafür folgerichtig vom Platz (11.). "Wir waren zu optimistisch und haben den Fehler gemacht zu glauben, wir hätten das Spiel unter Kontrolle", sagte Terzic hinterher. "Mit der roten Karte hat sich das Spiel komplett gewendet, und dann haben wir das Tor kassiert, was die Partie noch schwieriger gemacht hat."
Nach dem 0:2 war das Spiel entschieden, später gelang dem so unglücklich ins Spiel gestarteten Paredes nur noch der Ehrentreffer. Terzic, der nach der Saison 2023/24 seinen Job bei Borussia Dortmund verloren hatte und nun Bilbao nach einer enttäuschenden Spielzeit wieder zurück in den Europacup führen solle, ärgerte sich über "einfache, schlampige Fehler" seines Teams.
Trotz der bitteren Heimklatsche wollte Terzic aber positiv bleiben: "Wir haben das dritte Tor kassiert, aber wir haben nie aufgegeben, und das ist ein großes Kompliment an die Mannschaft. Niemand hat das Ergebnis hingenommen", lobte der 43-Jährige, der den BVB einst ins Champions-League-Finale geführt hatte. "Die Mannschaft hat gut gearbeitet und bis zum Schluss gekämpft. Darauf bin ich stolz."
Nach der Auftaktpleite wird es jetzt jedoch erstmal nicht einfacher: Am kommenden Donnerstag erwartet Meister FC Barcelona das schwer geschlagene Terzic-Team.

