Klub-Legende befürchtet Chaos

Englischer Gigant ManUnited verkommt zum "Zirkus"

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Die Stimmung bei Manchester United ist schlecht. (Foto: REUTERS)
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15.10.2026 | 17:17 Uhr
Manchester United versinkt immer mehr im Chaos. Klub-Ikone Roy Keane meldet sich mit mahnenden Worten und Verteidiger Lisandro Martínez versucht seine eigenen kritischen Worte einzufangen.

Die Stimmung rund um Premier-League-Klub Manchester United kippt endgültig ins Negative. Nach der 0:2-Pleite in der Champions League gegen Atlético Madrid teilte Verteidiger Lisandro Martínez öffentlich gegen den Sportchef Jason Wilcox aus. Er erwarte mehr vor der sportlichen Führung, sagte er und stellte damit Wilcox an den Pranger. "Ich muss ehrlich sein: Als Spieler müssen wir mehr tun, aber es ist auch wichtig, einen starken Kader aufzubauen, um für solche Abende gerüstet zu sein."

Sportdirektor Wilcox hatte im Sommer über 170 Millionen in die Mannschaft investiert, allerdings hauptsächlich ins Mittelfeld und nicht in die Problemzonen im Angriff und der linken Abwehrseite.

Am Mittwoch erklärte der Argentinier via Social Media, er habe aus "Wut und Frustration" gesprochen. Aktuell steht der einstige Gigant Englands bei fünf sieglosen Spielen in Serie. In der Premier League liegt das Team mit zwei Siegen aus sechs Partien nur auf Rang 13. Auf Spitzenreiter und Stadtrivale ManCity sind es schon 12 Punkte Rückstand. .

Wie im Zirkus?

Für Klub-Legende Roy Keane sind die Aussagen von Martinez eine Art Spiegelbild des Klub-Zustands. "Es wird einige Fans geben, die sagen, das sei großartig, und andere, die meinen, man würde die Mannschaft im Stich lassen – vor allem von einem Spieler, der nicht in Bestform ist, während die Mannschaft zu kämpfen hat", sagte er im Podcast "The Overlap". "Ich denke, was den Verein angeht, herrscht dort offensichtlich Chaos, es ist ein bisschen wie im Zirkus."

Dann knöpfte er sich auch den Überbringer der schlechten Nachrichten nochmal explizit vor. In einer solch schwierigen Phase habe er Probleme mit Spielern, die sich äußern, "dass man immer erst einmal vor dem Spiegel stehen und in sich gehen sollte, bevor man all diese Kommentare abgibt", sagte Keane in Richtung Martinez.

Der Vertrag des Defensivspielers läuft am Ende der Saison aus, United hat eine Option, das Arbeitspapier um ein weiteres Jahr zu verlängern. Laut Keane aber alles Nebensache. "Ich glaube nicht, dass es zu einem großen Zerwürfnis kommen wird – denn meiner Meinung nach gibt es ohnehin Fragezeichen hinter dieser Mannschaft", sagte Keane. "Ich glaube nicht, dass es dort genug Charakterköpfe gibt – genug Männer –, aber ich sehe ihn nicht als einen erfahrenen Spieler bei Manchester United. Ich sehe ihn als Innenverteidiger, der viele Fehler macht."

Der frühere United-Verteidiger Gary Neville legte ebenfalls nach. "Aus der Sicht eines Spielers habe ich damit ein Problem", sagte er über das Wut-Interview von Martinez. "Das ist ein direkter Angriff auf die Spieler, mit denen man zusammen spielt. Wenn ich also Harry Maguire oder Bruno Fernandes wäre – oder irgendein anderer erfahrener Spieler –, wäre ich stinksauer auf ihn, denn damit sagt man im Grunde, dass wir nicht hier sein sollten und dass wir mehr Spieler verpflichten sollten."

Verwendete Quellen: ntv.de, msc