Überraschender Transfercoup

Ex-Supertalent Max Meyer verlässt den Profifußball

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Beim FC Luzern spielte Max Meyer vor einigen Jahren nochmal groß auf. (Foto: IMAGO/Pius Koller)
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31.08.2026 | 07:41 Uhr
Rot-Weiß Oberhausen kämpft seit Jahren darum, wieder auf die Landkarte des deutschen Profifußballs zu kommen. Nun stemmt der Klub offenbar einen gigantischen Transfer: Max Meyer kehrt Medienberichten zufolge heim.

In der vergangenen Saison wurde Rot-Weiß Oberhausen Vizemeister in der Regionalliga West. Der Pott-Klub war so nah wie lange nicht dran, endlich den ersehnten Sprung zurück in den Profifußball zu schaffen. 2011/12 spielten die Kleeblätter letztmalig in Liga drei, seither hängen sie im Flaschenhals der Schweineliga fest. Meist im oberen Drittel. Nun soll es aber endlich klappen. Trotz des Verlusts einiger Leistungsträger, etwa Moritz Stoppelkamp.

Nach einem guten Start in die neue Spielzeit landet der Klub jetzt offenbar einen gigantischen Transfercoup. Der ehemalige Nationalspieler Max Meyer steht unmittelbar vor der Heimkehr zu seinem Jugendklub. Meyer, der am 18. September 1995 in Oberhausen geboren wurde, lernte das Fußballspielen beim FC Sardegna Oberhausen. Scouts von Rot-Weiß Oberhausen erkannten das Talent Meyers schon, als dieser erst sieben Jahre alt war. Von 2002 bis 2004 spielte Meyer bei RWO. Neben dem "klassischen" Fußball schliff er sein Talent beim Futsal.

Beim Dribbling fing Meyer an zu trillern

"Er kam direkt nach dem Training oder einem Ligaspiel sofort zu uns gefahren, um in der Halle weiterzukicken", sagte einst sein damaliger Futsal-Trainer Naim Sassi dem Online-Portal Spox. "Max war beim Futsal wie ein Papagei aus der Zoohandlung, der für 90 Minuten zurück zum Amazonas gebracht wurde. Jeder spürte, dass er bei uns seine Kreativität ausleben konnte. In einem Futsal-Spiel hatte er sogar so einen Spaß, dass er beim Dribbling anfing zu trillern und zu pfeifen. Im Fußball wurde ihm ja verboten, zu viel zu dribbeln und den Ball zu lange zu halten, weil man in erster Linie funktionieren muss."

An diesem Montag soll der 30-Jährige zum Medizincheck kommen, danach könnte er einen Zweijahresvertrag bei RWO unterschreiben. Aktuell ist Meyer, dessen Karriere so anders lief, als einst erwartet wurde, vereinslos. Oberhausen müsste also keine Ablöse für den Mittelfeldspieler bezahlen.

Meyer, das war einst ein großes Versprechen. Ein Talent, das sich über Schalke und die deutsche U21, an die Spitze spielen sollte. Eines seiner größten Spiele machte er im März 2015 in der Champions League gegen Real Madrid. Beim mitreißenden 4:3-Sieg war er einer der besten Spieler. Die Welt schien ihm offen zu sehen. Als 18-Jähriger debütierte er kurz vor der Weltmeisterschaft 2014 unter Joachim Löw sogar für die Nationalmannschaft. Drei Einsätze folgten zwei Jahre später. Doch der ganz große Durchbruch blieb aus, ehe 2018 die große Wende kam - und der bittere Absturz von Meyer begann.

"Weltklasse"-Deal kam nie zustande

Sein Marktwert wurde damals auf 20 Millionen Euro taxiert. Meyer war in der besten Form seiner Karriere, doch dann verzockten sich der Spieler und sein Umfeld. Ein "Weltklasse"-Label wurde ihm zum sportlichen Verhängnis. Das Label war ihm von seinem Berater angehängt worden, als er im Winter 2018 mit Schalke über einen neuen Vertrag verhandelte. Roger Wittmann argumentierte, Meyer sei einer, der bei jedem Topklub Stammspieler sein könnte. Der erhoffte Mega-Vertrag (5,5 Millionen jährlich sollten es werden) wurde nie unterzeichnet. Danach begannen die bitteren Wanderjahre des Mittelfeldspielers.

Der Weg führte ihn erst zu Crystal Palace, dann zum 1. FC Köln. Es ging weiter über Fenerbahce, FC Midtjylland, FC Luzern zu APOEL Nikosia. Dort ging seine Zeit vor wenigen Wochen zu Ende. Meyer spielte immer tiefer unter dem Radar der großen Öffentlichkeit, von der er immer wieder Spott zu hören bekam. Noch einmal zeigte Meyer auf, in Luzern war er Leistungsträger und Kapitän. Aber weit weg von einer Weltkarriere. Nun geht's also wohl nach Oberhausen, vorübergehend raus aus dem Profifußball. Aber wenn alles gut läuft, dann nur für eine Saison. Rot-Weiß will nach oben. Nach dem Meyer-Deal gibt es daran ohnehin keine Zweifel mehr.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno