"Keine Probleme"

FIFA dementiert Bericht über möglichen WM-Skandal um Kongo-Torwart

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Der kongolesische Torhüter Lionel Mpasi stand bei der WM zwischen den Pfosten. (Foto: picture alliance/dpa/AP)
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07.10.2026 | 17:57 Uhr
Ein Bericht der "New York Times" rückt die FIFA in fragwürdiges Licht. Die Demokratische Republik Kongo soll sich mit einem nicht spielberechtigten Torwart für die WM 2026 qualifiziert haben. Jetzt bezieht der Weltverband Stellung und sagt: stimmt nicht.

Die FIFA hat einen Medienbericht dementiert, wonach sich die Demokratische Republik Kongo mit einem Torwart für die WM 2026 in den USA, in Kanada und Mexiko qualifiziert hat, der nicht spielberechtigt war. "Die FIFA kann bestätigen, dass es bei den Spielen der DR Kongo gegen Jamaika und bei der anschließenden FIFA-Weltmeisterschaft 2026 keine Probleme hinsichtlich der Spielberechtigung gab", teilte der Weltverband mit. Und weiter: "Wie bereits dargelegt, befasste sich die FIFA-Disziplinarkommission mit einer Beschwerde des nigerianischen Fußballverbands, die als unzulässig zurückgewiesen wurde."

Die "New York Times" hatte berichtet, dass Kongos Torwart Lionel Mpasi in den WM-Playoffs gegen Nigeria und Jamaika ohne gültige Spielberechtigung auf dem Platz stand. Kongo gewann in der ersten Runde der K.o.-Spiele mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen Nigeria und erreichte das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Jamaika, das die Kongolesen mit 1:0 gewannen. Die Rechtsabteilung des Weltverbandes sei im Vorfeld der WM 2026 zu dem Schluss gekommen, dass Kongos Torwart Lionel Mpasi in den K.-o.-Spielen um die Teilnahme am Weltturnier nicht einsatzberechtigt war. Das Blatt beruft sich auf interne Dokumente und Korrespondenzen der FIFA sowie einen hochrangigen Funktionär, der unmittelbar mit dem Fall befasst war, und der sich Anonymität ausbedungen hat.

Den Dokumenten zufolge ermittelte die FIFA, dass der kongolesische Fußball-Verband nie die erforderlichen Unterlagen eingereicht hatte, die Mpasi einen Verbandswechsel ermöglicht hätten - der Torwart bestritt zuvor insgesamt zwölf Spiele für Frankreichs U16, U17 und U18. Für die DR Kongo spielt er seit 2022, machte seither 33 Länderspiele. Auch bei der WM kam der 32-Jährige zum Einsatz und lieferte starke Leistungen ab. Setzt eine Mannschaft einen Spieler ein, der nicht spielberechtigt ist, verliert sie das Spiel normalerweise am Grünen Tisch. Kongo hätte das letzte K.-o.-Spiel gegen Jamaika ergo gar nicht erst bestreiten dürfen. Der Fußball-Verband Nigerias hatte bei der FIFA Beschwerde eingereicht und die Untersuchung so angestoßen.

Infantino laut FIFA nicht involviert

Von der "New York Times" mit den Enthüllungen konfrontiert, hatte die FIFA zunächst der Zeitung zunächst lediglich bestätigt, die Beschwerde Nigerias aus formalen Gründen abgewiesen zu haben. Den Bericht an sich dementierte der Weltverband nicht. Die Kommissionen der FIFA arbeiteten "autonom und entscheiden Fälle auf Grundlage der geltenden Bestimmungen und der ihnen vorliegenden konkreten Fakten", hieß es aus Zürich. Präsident Gianni Infantino habe auf derlei Entscheidungen keinen Einfluss.

Die "New York Times" stellte in ihrem Bericht eine Verbindung zwischen dem Schweizer und Kongos heutigem Verbandschef Véron Mosengo-Omba her. Mosengo Omba, der als Verbündeter Infantinos gilt, hatte zum Zeitpunkt der Untersuchung seine Kandidatur für das Präsidentenamt vorbereitet. Er wurde nach der Qualifikation für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada gewählt. "Wenn die FIFA den Kongo von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen hätte", hätten die Aussichten von Mosengo-Omba "Schaden nehmen können", kommentierter der frühere kamerunische FIFA-Funktionär Prince Zelkifli Rahman Ngoufonja. Mosengo-Omba ließ wissen, von den Erkenntnissen zu Torwart Mpasi nichts gewusst zu haben.

Nigerias Verbandspräsident Ibrahim Musa Gusau sagte, man habe ihm lediglich mitgeteilt, dass die nigerianische Beschwerde aus formalen Gründen abgewiesen worden sei. Dass Mpasi womöglich gar nicht spielberechtigt war, sei ihm nicht zugetragen worden. "Sie haben einfach geschwiegen, und sie können es niemandem sagen, weil sie wissen, dass das für sie zu einer schweren Krise führen wird", sagte Gusau zum Vorgehen der FIFA. Er fordert eine erneute Untersuchung des Falles. Die "NYT" sichtete ein Dokument, das Gusaus Aussage stützt.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar