Fußball

Abwehr-Hüne attackiert Fan HSV-Profi Leistner rastet komplett aus

Der Hamburger SV blamiert sich im Pokal bei Dynamo Dresden. Toni Leistner brennen danach die Sicherungen durch. Der Innenverteidiger rennt nach dem Spiel in die Zuschauerränge, packt sich einen Dynamo-Fan und stößt ihn zu Boden. Leistner erklärt den Ausraster anschließend auf Instagram.

Das TV-Interview sollte gerade beginnen, doch dann sprang Toni Leistner über die Brüstung, lief die Stufen der Tribüne hoch und schnappte sich einen Fan von Dynamo Dresden. Der Innenverteidiger des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV packte den Anhänger am Kragen und stieß ihn zu Boden. Ein Ordner griff danach ein. "Meine Familie lasse ich nicht beleidigen", erklärte Leistner nach der 1:4 (0:2)-Pokalniederlage des HSV beim Drittligisten bei Sky seinen Ausraster.

Beleidigung hin oder her, diese Aktion dürfte für den 30 Jahre alten Neuzugang ein Nachspiel haben, auch wenn sich der neue Trainer Daniel Thioune zunächst zurückhaltend äußerte. "Ich habe nichts mitbekommen. Ich habe nur gesehen, dass Toni Leistner den Rückweg angetreten hat von der Tribüne. Da muss im Vorfeld sicher etwas passiert sein. Aber das kann ich nicht bewerten, ich habe weder Bilder noch von was das Ganze ausgegangen ist", sagte Thioune.

Leistner ist in Dresden geboren und spielte von 2010 bis zum Zweitligaabstieg 2014 bei den Sachsen. "Ich glaube, dass es ihn persönlich schon trifft, wenn er hier beleidigt wird. Er ist sehr verbunden mit der Region und mit dem Verein", sagte Dynamo-Spieler Chris Löwe.

Leistner zeigte nach seinem Ausraster Reue: "Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird", schrieb Leistner am späten Montagabend nach der 1:4 (0:2)-Niederlage bei Instagram. "Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt", erklärte Leistner den Vorfall: "So etwas darf mir dennoch niemals passieren."

Gebrauchter Abend für den HSV

Die Szene mit Leistner passte zu einem völlig gebrauchten Abend der Norddeutschen. Was als Neustart gedacht war, endete in einer Blamage. Die Hanseaten offenbarten vor dem Ligastart am Freitag (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) gegen Fortuna Düsseldorf riesige Probleme. Yannick Stark (3.), Robin Becker (16.), Christoph Daferner (53.) und Sebastian Mai (90.+2./Handelfmeter) erzielten die Treffer vor 10.053 Zuschauern für den siebenmaligen Pokalsieger der DDR. "Wir haben in den ersten Minuten grobe Schnitzer gemacht", sagte Leistner.

Die Hamburger, die den Bundesligaaufstieg in der Rückrunde der vergangenen Saison leichtfertig verspielt hatten, vergaben hingegen gute Möglichkeiten und standen in der Defensive unsicher. Amadou Onana (89.) gelang nur das zwischenzeitliche 1:3. Stark nutzte die erste Lücke in der neu formierten HSV-Abwehr. Daferner traf acht Minuten später nur den Pfosten, ehe Becker erhöhte. Der dreimalige Pokalsieger kam nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Tim Leibold (36.) und Lukas Hinterseer (37.) ließen zwei gute Chancen aber ungenutzt.

Die Gäste starteten in der zweiten Halbzeit offensiv, wurden durch Daferners Distanzschuss aber überrascht. Trotz des Rückschlags versuchten die Hamburger aber noch einmal alles, hatten beim Pfostenschuss von Khaled Narey (68.) aber Pech. Nach dem Abpfiff folgte dann die Szene, die für Leistner Folgen haben dürfte.

Quelle: ntv.de, dbe/sid