Fußball

20 Spritzen pro Tag, Höllenqual Ibrahimovic führte Milan ohne Kreuzband zum Titel

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Beim Feiern des Meistertitels waren alle Schmerzen kurz vergessen.

(Foto: IMAGO/Independent Photo Agency)

Schmerzmittel, Spritzen, ein geschwollenes Knie ohne vorderes Kreuzband: Zlatan Ibrahimovic erzählt, wie er mit einem Totalschaden im Bein sechs Monate Höllenqualen erleidet und für ein Versprechen trotzdem seine OP verschiebt, um den AC Mailand zur Meisterschaft zu führen. Nun zahlt er einen hohen Preis.

Zlatan Ibrahimovic trommelte seine Teamkollegen zusammen, ergriff im Moment des großen Triumphs das Wort - um ihn herum ehrfürchtige Stille. "Bleibt cool Jungs. Ich werde nicht auf Wiedersehen sagen", schrie der egozentrische Stürmerstar nach der Meisterschaft mit dem AC Mailand durch die Kabine und sorgte für einen Jubelsturm. Doch wenige Tage später könnten diese Worte hinfällig sein, dem selbsternannten "Gott" droht das Karriereende.

Mit 40 Jahren streikt der Körper - und zwar langfristig. Wie Milan mitteilt, fällt Ibrahimovic wegen einer Operation am linken Knie sieben bis acht Monate aus. Der Stürmerstar hatte den italienischen Traditionsklub AC Mailand ohne vorderes Kreuzband zur Meisterschaft geführt. Wie der Schwede auf Instagram mitteilte, habe er seit einem halben Jahr mit der Verletzung am linken Knie gespielt. "Sechs Monate lang habe ich wegen der Schmerzen kaum geschlafen. Ich habe noch nie so sehr auf und neben dem Spielfeld gelitten. Ich habe etwas Unmögliches zu etwas Möglichem gemacht", schrieb er.

Jeden Tag Schmerzmittel

Am Mittwoch hatte sich der 40-Jährige in Lyon einer Knieoperation unterziehen müssen. Dabei musste das vordere Kreuzband rekonstruiert werden, auch am Meniskus gab es Nachbesserungsbedarf. Er habe jeden Tag Schmerzmittel erhalten, 20 Spritzen bekommen, jede Woche sei Flüssigkeit aus dem Knie gezogen worden. Das Gelenk sei schlicht seit Jahresbeginn durchgängig geschwollen gewesen. "Ich konnte in den letzten sechs Monaten nur zehnmal mit der Mannschaft trainieren", führte Ibrahimovic aus.

Auch Spielpausen musste er sich immer wieder nehmen. "Ich hatte nur ein Ziel vor Augen: meine Mannschaftskameraden und den Trainer zum italienischen Meister zu machen, denn ich hatte ihnen ein Versprechen gegeben", schrieb Ibrahimovic. Durch ein 3:0 am letzten Spieltag gegen US Sassuolo, bei dem er eingewechselt wurde, konnte er dieses auch halten.

Sein Kontrakt bei den Rossoneri läuft am 30. Juni aus, nun wankt selbst eine Verlängerung um ein Jahr zu deutlich geringeren Bezügen. Eine derart lange Pause so kurz vor dem 41. Geburtstag? Eine Ewigkeit. Noch zu seinem runden Geburtstag im Oktober hatte er sich mit Benjamin Button verglichen: "Ich wurde alt geboren, und ich werde jung sterben." Sein Körper sagt ihm etwas anderes - das Ende als Fußballer ist wohl nicht mehr fern.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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