Fußball

Frauen-Asyl und EinreiseverbotIran denkt über drastische Konsequenz für Fußball-WM nach

10.03.2026, 21:01 Uhr
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Ob die iranische Flagge bei der Fußball-WM zu sehen sein wird, steht in den Sternen. (Foto: AP)

Ob Irans Fußballer im Sommer bei der Weltmeisterschaft in den USA antreten, scheint offener denn je. Nach dem Auftritt des Frauen-Teams in Australien äußert sich nun der Verbandspräsident.

Nach den Vorgängen um die Frauen-Nationalmannschaft während des Asien-Cups in Australien hat der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI) erneut einen möglichen Verzicht der Männer-Weltmeisterschaft ins Spiel gebracht. "Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien", sagte Mehdi Tadsch der Nachrichtenagentur Isna. Nach dem Vorrunden-Aus beim Asien-Cup waren fünf Spielerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten

Die Männer-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni. Der Iran hatte sich im März vorigen Jahres als eine der ersten Mannschaften für die WM 2026 qualifiziert. In der Gruppenphase trifft das Team auf Belgien, Neuseeland und Ägypten. Alle drei Spiele werden in den USA ausgetragen. Für die Auslosung im Dezember in Washington war Tadsch seitens der USA das Einreisevisum verweigert worden. Bereits in der vergangenen Woche hatte Tadsch angedeutet, dass nach den Angriffen der USA und Israel nicht zu erwarten sei, dass der Iran "hoffnungsvoll auf die WM blicke". US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, ihm sei es "wirklich egal", ob der Iran teilnehme.

Der Auftritt des Frauen-Teams in Australien hatte für großes Aufsehen gesorgt. Einige der Spielerinnen waren vom iranischen Staatsfernsehen als "Verräterinnen in Kriegszeiten" gebrandmarkt worden, nachdem sie vor der Auftaktniederlage gegen Südkorea auf das Mitsingen der Nationalhymne verzichtet hatten. In den beiden folgenden Spielen, stellte Tadsch fest, habe dann die gesamte Mannschaft die Nationalhymne gesungen und salutiert. Tadsch sagte, die Nationalmannschaft sei aus rein politischen Gründen sowohl von australischen Behörden als auch von iranischen Dissidenten dazu gedrängt worden sein, Asyl zu beantragen und nicht in den Iran zurückzukehren.

Der Verbandschef erklärte weiter, es habe mehrere Kontaktaufnahmen iranischer Funktionäre mit den australischen Behörden sowie dem Asiatischen Fußball-Verband AFC gegeben, um diese Atmosphäre des Drucks zu beenden. Die Versuche seien erfolglos geblieben. Fünf Spielerinnen waren auf einem Foto mit Australiens Innenminister Tony Burke in Brisbane zu sehen, nachdem er die Entscheidung der Regierung für die Visa-Ausstellung mitgeteilt hatte.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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