"Fußball ist Nebensache"

Musialas Risiko: FC Bayern "wusste Bescheid"

Video poster
00:00 / 03:27
18.08.2026 | 22:39 Uhr
Wenige Tage nach einem ersten Zusammenbruch geht Jamal Musiala erneut in einem Testspiel seines FC Bayern München zu Boden. Wenig später liefert der Profi eine Erklärung für den erneuten Kollaps. Sein Klub war informiert.

Jamal Musiala leidet an einer neurologischen Dysfunktion, die dafür sorgt, dass er immer wieder "temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen" erleidet, wie der Fußball-Nationalspieler am Dienstagabend erklärte. Kaum eine Stunde zuvor war Musiala im Testspiel seines FC Bayern München gegen den 1. FC Heidenheim (4:2) auf dem Feld abseits des Spielgeschehens zu Boden gegangen - zum zweiten Mal binnen drei Tagen.

Schon am Wochenende im Test gegen RB Leipzig hatte Musiala für erschreckende Bilder gesorgt, als er für Sekunden reglos auf dem Platz lag und später benommen vom Feld geführt werden musste. "Ich weiß, dass diese auf den ersten Blick scary wirken - für mich sind sie aber aktuell Teil meines Alltags. Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch."

"Wussten und wissen Bescheid"

Bevor Musiala seine medizinische Situation in einer langen Erklärung auf seinen Social-Media-Kanälen dargelegt hat, hatten seine Zusammenbrüche Schockwellen durch die deutsche Fußball-Landschaft gesendet. Fans und Beobachter machten sich große Sorgen um den 23-Jährigen, der seit seinem Wadenbeinbruch während der Klub-WM im Juni 2025 um die Rückkehr zu alter Form kämpft. Bei seinem Klub dagegen wurde man deutlich weniger überrascht: "Jamal wird sich in absehbarer Zeit dazu melden. Wir wussten und wissen Bescheid. Jamal wird sich äußern. Er ist in der Kabine, er zieht sich um, er duscht", verkündete Bayern-Sportvorstand Max Eberl noch vor Musialas Erklärung gegenüber den wartenden Journalisten kryptisch.

Dann verglich Eberl den erneuten Zusammenbruch mit einem der großen Schockmomente im europäischen Fußballs: "Das ist das Schöne im Fußball. Wenn dort etwas passiert, wie beim Zusammenbruch von Eriksen, oder wie jetzt bei Jamal, dass alle verstehen, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist und dass es um etwas ganz anderes geht", verkündete Eberl in Erinnerung an den Zusammenbruch des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen, der 2021 im Rahmen des EM-Spiels gegen Finnland auf dem Platz reanimiert werden musste. "Das ist ein gutes Zeichen und gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen, wenn so etwas passiert." Eriksen hatte auf dem Weg zurück in den Profifußball eine große Welle der Solidarität erfahren, der einstige Weltklassespieler kehrte sogar wieder in die Nationalmannschaft zurück.

"Habe Verantwortung übernommen"

Musiala, der am Montag noch bei der Teampräsentation des FC Bayern gefehlt hatte, sprach den Klub von einer eventuellen Verantwortung für den erneuten Kollaps auf offener Bühne offensiv frei. Er selbst war sich des Risikos seines schnellen Comebacks dagegen bewusst gewesen.

"In enger Abstimmung und in regelmäßigem Austausch mit den Experten ist es mein persönlicher Wunsch gewesen, mich der Herausforderung zu stellen und mit der Freigabe der neurologischen Fachärzte mich weiter dem zu widmen, was mir bei der Genesung am meisten hilft: Einfach meinen Alltag zu leben und meiner Passion Fußball zu spielen weiter nachzugehen", verkündete er. "Dafür habe ich die Verantwortung übernommen." Wichtig sei, dass über die kurzen Momente der Bewusstlosigkeit oder des eingeschränkten Bewusstseins hinaus kein gesundheitliches Risiko bestehe.

Welche Auswirkungen seine medizinischen Herausforderungen auf die kurz- und mittelfristige sportliche Laufbahn von Jamal Musiala haben, ist unbekannt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter