Die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern steht nach den Krawallen im Pokalderby beim SV Waldhof Mannheim unter Verdacht, die Gäste-Kabine im Carl-Benz-Stadion beschädigt zu haben. Dies geht aus Fotos und einem Faktencheck hervor, die die "Rheinpfalz" veröffentlicht hat. Der Fußball-Drittligist aus Mannheim bestätigte die Echtheit der Bilder, der FCK hat sich bisher nicht dazu geäußert.
Die Fotos zeigen nicht nur jede Menge Müll und Schmutz auf dem Boden der Kabine, sondern auch kaputte Platten an der Decke. Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen dem baden-württembergischen Drittligisten aus Mannheim und dem pfälzischen Zweitligisten hatte am vergangenen Freitag kurz vor dem Abbruch gestanden. Der 1:0-Auswärtssieg der Roten Teufel nach Verlängerung war im ausverkauften Carl-Benz-Stadion von Krawallen, Pyrotechnik und einem Platzsturm überschattet worden.
Rund 1400 Polizeibeamte waren im Einsatz, 35 davon wurden verletzt. Zudem mussten 85 Zuschauer medizinisch betreut werden, teilte die Polizei im Nachgang mit. Acht von ihnen seien zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gekommen. Zudem waren Spieler beider Teams in der hitzigen Partie und die beiden Trainer aneinander geraten.
Der DFB hatte bereits unmittelbar nach Spielende auf die Ausschreitungen reagiert. "Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten", hieß es in einer Stellungnahme auf Instagram. "Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein", sagte Schiedsrichter Robert Schröder bei Sky.

Köster: "Muss Selbstregulierung der Fanszenen geben"
Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert hatte schon vor dem Bekanntwerden des Verdachts zeitnahe Gespräche mit dem FCK angekündigt. "Ziel ist es, konkrete Konsequenzen und Verbesserungen für künftige Hochrisikospiele festzulegen", sagte der CDU-Politiker in einer Stellungnahme. Die Vorfälle hätten eine Grenze überschritten, so Schwickert weiter: "Wenn Leuchtraketen gezielt in Richtung von Menschen geschossen werden, reden wir nicht mehr über Fankultur, sondern über Straftaten und die Gefährdung von Leib und Leben." Derlei "Gewaltezesse" seien "nicht hinnehmbar".

