Die Ausgangslage war suboptimal: Sabah FK ging mit einem 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel gegen Hapoel Beer Sheva ins entscheidende Rückspiel der Playoffs für die Champions League. Und es brauchte schon einen besonderen Abend, um sich am Ende doch noch zunächst in die Verlängerung und dann in die Königsklasse zu schießen.
Mittedrin beim CL-Debütanten: Mittelstürmer Joy-Lance Mickels aus Siegburg. Der 32-Jährige, der vor sechs Jahren noch in der 3. Liga für Carl-Zeiss Jena aktiv war, setzte sogar den Schlusspunkt mit seinem Treffer zum 5:2-Endstand in der Verlängerung. Wenn im September der erste Spieltag ansteht und die Kicker von Sabah erstmals die CL-Hymne hören, findet auch der lange Weg von Mickels seinen vorläufigen Höhepunkt.
Der Mann mit ruandischen Wurzeln spielte von 2005 an in der Jugend von Borussia Mönchengladbach und startete dann ab 2014 eine schier unendliche Reise durch die Fußballwelt. Von der zweiten Mannschaft der Borussia ging es zur Zweiten von Schalke 04, 2016 zu Alemannia Aachen und über Nordhausen (ab 2017) schließlich nach Jena, wo es ihn in Liga 3 aber auch nur ein halbes Jahr hielt. Anschließend fand er 2021 erstmals über den Umweg Maastricht nach Masazir, das ihn von 2023 bis 2024 nochmal ein Jahr nach Saudi-Arabien zum Al-Faisaly FC verlieh. Danach fasste er jedoch Fuß in Aserbaidschan und feierte mit Sabah 2026 die erste Meisterschaft der Klubgeschichte.
Wilder Verlängerungskrimi in Masazir
Doch vor der Champions League erwies sich erst noch Beer Sheva als eine besonders hohe Hürde. Das Rückspiel begann am Dienstagabend mit gleich mehreren Dämpfern für das Team von Trainer Valdas Dambrauskas. Gleich zweimal geriet Sabah in Rückstand durch Tore von Zlatanovic in der zehnten und Mizrahi in der 61. Minute. Zwischendrin hatte Nwachukwu für die Hausherren erstmals ausgeglichen. Rakhmonaliev gelang der Ausgleich zum 2:2 in der 74. Minute und es erst in der vierten Minute der Nachspielzeit gelang Mutallimov der Treffer zum 3:2, um eine Verlängerung zu erzwingen.
In dieser lief dann alles für den aserbaidschanischen Meister: Davidzada flog direkt vor dem erlösenden 4:2 durch Mbina (101.) mit Gelb-Rot von Platz und nachdem Mickels mit seinem Tor zum 5:2 - ein Knaller unter die Latte - in der 115. Minute den Deckel drauf gemacht hatte, waren die Israelis durch die Gelb-Rote Karte gegen Eliel Peretz sogar nur noch zu neunt.
Sabah war am Ziel und blickt nun mit Spannung nach Nyon, wo am Donnerstag die Ligaphase der Champions League (ab 18 Uhr) ausgelost wird. Sabah ist erstmals dabei und steht in Topf 4, wo unter anderem auch der VfB Stuttgart und der österreichische Meister LASK, der am Dienstag überraschend Celtic Glasgow rauswarf, anzutreffen sind.
