Vincenzo Montella könnte den Weg für eine Trennung vom türkischen Fußballverband freimachen. Wie die Zeitung „Hürriyet“ berichtet, soll der 52 Jahre alte Italiener bereit sein, bei einem vorzeitigen Ende seiner Amtszeit auf die ihm zustehende Abfindung zu verzichten. Montella habe diese Haltung bei einem Besuch im Verbandszentrum in Riva mitgeteilt. Nach bisheriger Vertragslage wären bei einer Entlassung fünf Monatsgehälter fällig. Bei einem kolportierten Jahressalär von 2,2 Millionen Euro entspräche das rund 915.000 Euro. Montellas Vertrag läuft eigentlich bis zum Ende der Europameisterschaft 2028. Eine offizielle Entscheidung über seine Zukunft gibt es weiterhin nicht. Am Freitag kommt das Führungsgremium des türkischen Verbandes erneut zusammen. Bei diesem Treffen könnte die seit Tagen erwartete Trennung beschlossen und öffentlich gemacht werden.
Sportlich geriet Montella nach einem völlig misslungenen Start in die Nations League immer stärker unter Druck. Die Türkei verlor alle vier Gruppenspiele: einmal gegen Frankreich und Belgien sowie zweimal gegen Italien. Damit steht die Auswahl ohne Punkt am Tabellenende und kassierte elf Gegentreffer. Zuvor war die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft bereits in der Gruppenphase ausgeschieden und hatte lediglich gegen die USA gewonnen. Montella hatte das Amt im September 2023 übernommen und die Türkei bei der Europameisterschaft 2024 bis ins Viertelfinale geführt. Danach erhielt er großen Rückhalt von Verbandspräsident Ibrahim Hacıosmanoğlu. Nach dem abschließenden 1:3 gegen Italien mehrten sich die Forderungen nach einem Neuanfang. Montellas möglicher Verzicht würde eine einvernehmliche Lösung erheblich erleichtern. Bis zur Sitzung am Freitag bleibt offen, ob der Verband die Zusammenarbeit sofort beendet oder dem Trainer doch noch einmal das Vertrauen ausspricht.

