Venezia FC hat auf seinen katastrophalen Start in die Serie-A-Saison reagiert und Trainer Giovanni Stroppa freigestellt. Der Aufsteiger bestätigte die Trennung am Dienstagvormittag. Neben dem 58-Jährigen muss auch dessen Trainerstab gehen. Ausschlaggebend war die Bilanz nach sechs Spieltagen: Venezia verlor sämtliche Ligapartien, steht ohne Punkt am Tabellenende und weist bei fünf erzielten sowie 16 kassierten Toren die schlechteste Tordifferenz der Serie A auf. Den letzten Ausschlag gab die 1:3-Niederlage am Montag bei Atalanta Bergamo. Bereits nach sechs Minuten lag Venezia mit 0:2 zurück, nach einer halben Stunde stand es 0:3. Der Verein dankte Stroppa und seinem Team für ihre Arbeit, Professionalität und ihren Einsatz. Angaben zu einer Nachfolgeregelung machte Venezia in seiner Mitteilung nicht.
Stroppa hatte den Klub im Sommer 2025 nach dem Abstieg aus der Serie A übernommen. Unter seiner Leitung gelang Venezia die direkte Rückkehr: Die Lagunenstädter beendeten die vergangene Zweitliga-Saison als Meister und stiegen wieder auf. Diesen Schwung konnte der frühere Nationalspieler nicht in die neue Spielzeit mitnehmen. Für Stroppa wiederholt sich eine bittere Erfahrung. Bereits 2022 war er beim damaligen Aufsteiger AC Monza nach sechs Serie-A-Spielen entlassen worden, seinerzeit mit einem Punkt. Venezia ist nun der vierte italienische Erstligist, der in der jungen Saison seinen Trainer austauscht. Zuvor hatten sich die AC Florenz von Fabio Grosso, der FC Bologna von Domenico Tedesco und Parma Calcio von Carlos Cuesta getrennt. Wer künftig unter anderem den deutschen Innenverteidiger Armel Bella-Kotchap trainieren wird, ist noch offen. Als mögliche Nachfolger gelten Davide Nicola und der frühere Venezia-Coach Paolo Zanetti. Auf den neuen Trainer wartet sofort eine anspruchsvolle Aufgabe: Am Samstag empfängt das Schlusslicht den SSC Neapel.

