Das wäre ein echter Hammer: Johannes Golla hat bei der MT Melsungen intern den Wunsch hinterlegt, den amtierenden Sieger der European League schnellstmöglich verlassen zu wollen. Der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft hat erst zu Beginn der Saison seinen bis 3031 datierten und hoch dotierten Vertrag angetreten.
Eine Entscheidung, die der 28-Jährige aus familiären Gründen getroffen habe, heißt es. Gollas Ziel ist es, mit seiner Frau und den zwei Töchtern im kommenden Sommer zur SG Flensburg-Handewitt zurückzukehren, für die Golla bereits zwischen 2018 und 2026 auflief.
"Nicht so einfach"
"Johannes hat uns mit dem Wunsch konfrontiert, seinen Vertrag vorzeitig zu beenden. Die Familie möchte nach Flensburg zurückkehren. Grundsätzlich respektieren wir diesen Wunsch. Aber ganz so einfach geht das natürlich nicht", bestätigte MT-Sportvorstand Jesper Larsson die Wechselabsichten des Kreisläufers, der erst vor rund drei Monaten nach Hessen gewechselt war.
"Johannes hat einen bestehenden Vertrag bei der MT – für uns hat das eine große Bedeutung. Und auf dieser Basis werden wir alles unternehmen, um dem Wechselwunsch von Johannes auch mit einer langfristigen Perspektive bei der MT zu begegnen. Das sind wir nicht zuletzt auch unseren Sponsoren und Fans schuldig, die mit der Rückkehr von Johannes so viel Positives verbinden."
Die MT Melsungen wollte Golla eigentlich zum Gesicht einer neuen Mannschaft machen - und machte den gebürtigen Hessen zum bestverdienenden Profi im Kader. Die Gespräche über den Wechsel-Hammer sollen nun aber bereits laufen. Golla hatte seinen Abschied aus Flensburg ursprünglich damit begründet, dass er und seine Familie wieder näher an seiner Heimat und den Großeltern leben wollte. Der Vize-Europameister stammt aus Eltville im Rheingau.
Horrende Forderung
Um Golla an die Förde zurückzuholen, müsste die SG zum aktuellen Stand aber wohl eine Ablösesumme von rund 1,5 Millionen Euro an Melsungen überweisen. Diese Summe soll der Champions-League-Teilnehmer aus der Nähe von Kassel für den DHB-Kapitän aufgerufen haben. Dass der dreifache HBL-Meister, der bereits einige kostspielige Neuzugänge für die Saison 2027/28 bekanntgegeben hat, eine solche Ablöse bezahlen wird, erscheint eher unwahrscheinlich.
Spätestens im Sommer 2028 könnte Golla dann aber erneut in Flensburg unterschreiben. Laut dem Boulevardblatt verfügt der Sommer-Neuzugang der Melsunger über eine Ausstiegsklausel, die im Anschluss an die Saison 2027/28 greift. Verpasst die MT das internationale Geschäft, müsste ein Interessent rund 350.000 Euro auf den Tisch legen. Bei einer erneuten Europa-Qualifikation wären 500.000 Euro fällig.



