Football-Star Kyle Juszczyk von den San Francisco 49ers trägt aufgrund der Unaussprechlichkeit seines Namens den Spitznamen "Juice". Und deswegen feiert der "Saft-Mann" seit dem Beginn seiner NFL-Karriere vor 15 Jahren gelungene Spielzüge mit einer Trinkgeste auf dem Feld. Bislang war das kein Problem. Nun aber schon.
Beim 35:13-Sieg der 49ers am vergangenen Sonntag gegen die Miami Dolphins griff der 35-Jährige nach seinem Touchdown erneut zum imaginären Saftglas. Und rief damit die Liga auf den Plan. Die verdonnerte Fullback Juszczyk nun nämlich zu knapp 15.000 US-Dollar Strafe, weil sie in der Geste eine unangemessene Anlehnung an öffentlichen Biergenuss sah.
"Als geschmacklos ausgelegt"
"Ihre Nachahmung des Biertrinkens stellte eine anstößige Demonstration dar und könnte vernünftigerweise als geschmacklos ausgelegt werden", teilte die Liga, die ausufernden Feiergesten seit langem den Kampf angesagt hat, dem vermeintlichen Gerstensaftsünder mit. Und handelte sich in den sozialen Netzwerken eine Sturzflut an Spott und Vorwürfen der Scheinheiligkeit ein.
In der Tat ist es nicht ganz abwegig, Football und Alkoholkonsum in einen direkten Zusammenhang zu setzen. Die NFL verfügt über einen offiziellen Schnapspartner (Pernod Ricard), offizieller Biersponsor ist das Dünn-Gebräu "Bud Light". Schätzungen zufolge werden alleine am Super-Bowl-Sonntag in den US-Haushalten 325 Millionen Gallonen Bier vertilgt - das sind 1,23 Milliarden Liter. Bei rund 280 Millionen Menschen über 21 Jahren. Oder anders: US-Bürger trinken so ein knappes Zehntel des Wannsees leer, würde dieser aus Bier bestehen.
Für die Strafsumme hätte Juszczyk (Jahresgehalt knapp drei Millionen US-Dollar) als Fan in einem NFL-Stadion rund 800 große Biere erwerben können - mit dem Verkauf teuren Alkohols machen die Teams an Spieltagen einen Riesen-Reibach. Allerdings: "Ich trinke nicht einmal Bier", teilte Juszczyk achselzuckend mit.
