Die Spielergewerkschaft der NFL hat eine Untersuchung der medizinischen Betreuung des Footballstars Jalen Hurts gefordert, dem wegen einer Lungenembolie das frühe Saisonaus droht. Die Liga verzichtet laut The Athletic auf Sanktionen gegen die Philadelphia Eagles für den Umgang mit dem Fall. Der Quarterback hatte trotz eines Blutgerinnsels in der Wade am NFL-Gastspiel in London gegen die Jacksonville Jaguars (17:19) teilgenommen und war danach mit dem Team in die USA geflogen.
Die Gewerkschaft NFLPA monierte, sie sei "über keinerlei NFL-Untersuchung zur medizinischen Betreuung von Jalen Hurts informiert". Die Liga habe ihr mitgeteilt, "dass sie nicht beabsichtige, die medizinische Versorgung, die er erhalten hat, zu überprüfen". Die NFLPA forderte "eine umfassende Untersuchung des Geschehens", damit sichergestellt werde, "dass Spieler künftig die bestmögliche Versorgung und den höchsten Schutz erhalten".
Hurts, der Philadelphia in der Saison 2024 zum Super-Bowl-Sieg über die Kansas City Chiefs geführt hatte, hat nach Klubangaben eine tiefe Venenthrombose und eine beidseitige Lungenembolie. Der 28-Jährige, der seit vergangenem Samstag auf der Injured Reserve List geführt und voraussichtlich für die restliche Saison ausfallen wird, muss laut Experten mindestens drei Monate lang blutverdünnende Mittel einnehmen.
NFL-Chefmediziner unterstützt Eagles-Maßnahmen
Der NFL-Chefmediziner Dr. Allen Sills sagte am Dienstag bei den NFL-Meetings in New York, dass er aus Gründen des Patientenschutzes nicht auf Details zu Hurts eingehen könne, er aber die Eagles und die ergriffenen Maßnahmen unterstütze. Er habe "großes Vertrauen in das medizinische Personal" des Klubs, sagte Sills und betonte, dass Teamärzte nicht von Trainern oder Klubbesitzern beeinflusst würden: "Das passiert einfach nicht. Es gibt keinen Arzt, der Anweisungen von einem Football-Verantwortlichen, einer nichtmedizinischen Person, entgegennimmt."
Das medizinische Personal der Eagles habe mit größter Vorsicht gehandelt, nichts sei wichtiger als die Gesundheit des Patienten. "Die Vorstellung, es gebe externe Faktoren, aufgrund derer einer unserer Ärzte einen Spieler wissentlich einer Gefahr aussetzen würde – das ist Unsinn", sagte Sills.

