Olympia

"Alles probiert, alles riskiert" Beck schwimmt auf den fünften Platz

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Leonie Beck bereitet sich auf den Start vor.

(Foto: dpa)

Es ist ein starker Auftritt, den Leonie Beck über die zehn Kilometer Distanz im Odaiba Marine Park hinlegt. Streckenweise führt sie das Feld im Wasser sogar an, hält sich bei extremen Bedingungen immer in der Spitzengruppe. Am Ende schlägt die Würzburgerin als Fünfte an - und ist damit sehr zufrieden.

Leonie Beck hat sich für einen beherzten Kampf in einem extremen Freiwasserrennen nicht mit einer Medaille belohnen können. Die 24 Jahre alte Würzburgerin schlug über zehn Kilometer in der Nacht zum Mittwoch nach 1:59:35,1 Stunden als Fünfte an. Gold ging an Ana Marcela Cunha aus Brasilien vor Rio-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden und der Australierin Kareena Lee. Cunha war 4,3 Sekunden schneller als Beck. Die Magdeburgerin Finnia Wunram belegte als zweite deutsche Starterin den zehnten Platz.

24 Stunden vor dem Rennen von Weltmeister Florian Wellbrock in der deutschen Nacht zum Donnerstag machte der Auftritt von Beck auch Mut für die Herren-Konkurrenz. Nach seinem WM-Titel 2019 zählt Wellbrock zu den Goldkandidaten. "Es ist besser gelaufen als ich gedacht habe. Ich habe alles probiert, alles riskiert", sagte Leonie Beck. "Ein fünfter Platz bei Olympischen Spielen, darauf kann ich stolz sein. Ich glaube, das war das beste Freiwasserrennen meiner Karriere."

Strapaziös wie ein Wüstenmarsch

Bei herausfordernden Bedingungen, die Mannschaftsarzt und Leonie Becks Vater Alexander Beck mit den Strapazen eines Marsches durch die Wüste verglichen hatte, hielt sich seine Tochter von Beginn an in der Spitzengruppe. "Schon immens" sei die Belastung, sagte auch Rekordweltmeister Thomas Lurz als Eurosport-Experte. Um 5.30 Uhr Ortszeit, eine Stunde vor dem Rennstart, betrug die offizielle Wassertemperatur bereits 29,3 Grad.

Nach gut der Hälfte des Rennens lag Leonie Beck zusammen mit der Amerikanerin Ashley Twichell auf Rang zwei hinter der Brasilianerin Cunha, die schon als 16-Jährige bei der olympischen Premiere der Disziplin in Peking dabei war. Wunram war zu diesem Zeitpunkt Fünfte.

Bei dem sehr harten Rennen kam der Versorgung durch Getränke an den sechs Stationen besondere Bedeutung bei, das hatten alle Protagonisten bereits zuvor beteuert. Beck kam gut durch - und riss das Feld durch eine Tempoverschärfung nach drei Viertel des Rennens auseinander. Doch die routinierte Konkurrenz konterte stark. Für die mehrmalige Weltmeisterin Cunha wurde es die ersehnte erste Olympia-Medaille, es wurde gleich Gold.

Außer Weltmeister Wellbrock ist in der Nacht zum Donnerstag auch dessen Magdeburger Teamkollege Rob Muffels am Start. Sie wollen die erste Medaille der Freiwasser-Asse seit neun Jahren gewinnen. Lurz hatte 2012 in London mit Silber auch die bis dato letzte olympische Freiwasser-Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband geholt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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