Olympia

Absoluter König in der LoipeRekord-Olympionike Klaebo krallt sich das sechste Gold

21.02.2026, 14:02 Uhr
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Sechs Starts, sechsmal Gold: Klaebo ist der Beste aller Zeiten. (Foto: picture alliance/dpa)

Wo er antritt, gewinnt er Gold: Johannes Hoesflot Klaebo ist der König dieser Olympischen Winterspiele. Sechsmal Gold holt er in Italien - elf Olympiasiege sind es jetzt insgesamt. Dieser Rekord ist gleich mehrfach historisch.

Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hoesflot Klaebo hat seine Gold-Mission mit dem sechsten Olympiasieg in Val di Fiemme makellos abgeschlossen und verlässt Norditalien als absoluter König der Winterspiele. Der 29 Jahre alte Olympia-Rekordgewinner triumphierte am vorletzten Wettkampf-Tag im Klassik-Rennen über 50 Kilometer bei einem norwegischen Dreifachsieg und steht nun bei elf olympischen Goldmedaillen.

"Ich finde keine Worte dafür", sagte der 29-Jährige: "Jetzt bin ich so müde, dass ich mich nicht mehr wie ich selbst fühle." Und das, obwohl der Mann aus purem Gold vor dem "Marathon" angeknackst war: "Er hat gehustet und geröchelt und alles Mögliche", sagte seine Verlobte Pernille Dösvik im norwegischen TV, um dann nach der nächsten Gold-Gala kopfschüttelnd festzuhalten: "Der ist doch nicht ganz dicht." Mit Ingwer, Knoblauch, Honig und Zitrone, so sein Vater Haakon, habe sich der Johannes therapiert: "Er roch schon sehr stark."

Bester Deutscher wird guter Zehnter

In einem sehr schnellen Ausscheidungsrennen setzte sich Klaebo nach 2:06:44 Stunden vor Martin Loewstroem Nyenget (+8,9 Sekunden) und Emil Iversen (+30,7) durch. Florian Notz lief ein starkes Rennen und war als ausgezeichneter Zehnter bester Deutscher (+6:29,2 Minuten). Friedrich Moch wurde 20., sein Bruder Jakob Moch belegte an seinem 20. Geburtstag Rang 36.

Bei perfekten Bedingungen in Lago di Tesero schrieb Klaebo erneut Sportgeschichte und übertraf die Bestmarke des legendären US-Eisschnellläufers Eric Heiden, der 1980 in Lake Placid als zuvor einziger Wintersportler fünfmal Gold in einem Jahr geholt hatte. Die Karrierebestmarke bei Winterspielen hatte Klaebo bereits frühzeitig seinen Landsleuten Björn Dählie, Marit Björgen und Ole Einar Björndalen (je achtmal Gold) abgenommen. Bemerkenswert: Als Björgen so alt war wie Klaebo jetzt, hatte sie noch keine einzige Goldmedaille gewonnen. Nur Schwimm-Ikone Michael Phelps war mit 23-mal Gold in der Olympia-Geschichte erfolgreicher als Klaebo.

Zwei Favoriten geben plötzlich auf

Klaebos Landsmann Nyenget versuchte es schon auf dem ersten Kilometer mit einer Attacke nach dem Vorbild von Johan Olsson. Der Schwede hatte bei der WM 2013 an gleicher Stelle den Klassik-Fünfziger nach einem 30 km langen Alleingang gewonnen. Nyenget wurde diesmal aber schnell geschnappt.

Nach 15 Kilometern gaben zwei Favoriten nahezu gleichzeitig auf: Der angeschlagen ins Rennen gegangene Finne Iivo Niskanen, 2018 in Pyeongchang Olympiasieger im zuvor letzten Klassik-Marathon, und der frühe Weltcup-Gesamtsieger Harald Östberg Amundsen stiegen völlig entkräftet aus der Spur.

Wenig später hatten die drei verbliebenen Norweger die letzten Konkurrenten abgehängt und setzten sich im Formationsflug weit ab. Klaebo hielt sich in der Führungsarbeit zurück, vertraute auf seine Sprinterqualitäten und zog im Zweikampf mit Nyenget schließlich am letzten Anstieg wieder seine ganz große Show ab.

Klaebo hat nun seit seinem Silber im 50-Kilometer-Rennen bei der WM 2023 in Planica alle zwölf Rennen in Serie bei großen Meisterschaften gewonnen. Seit seinem vierten Platz über 15 Kilometer in Planica holte er in sämtlichen 15 Rennen Medaillen (14-mal Gold, einmal Silber).

Mehr als sechsmal Olympia-Gold in einem Jahr haben nur bei entsprechend mehr Möglichkeiten die US-Schwimmer Phelps (8/2008) und Mark Spitz (7/1972) gewonnen. Ebenfalls sechsmal Gold holten DDR-Schwimmerin Kristin Otto (1988) und Turner Witali Scherbo (1992).

Quelle: ntv.de, ara/sid

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