Kevin Krawietz und Tim Pütz haben bei den US Open ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel verpasst. Das deutsche Davis-Cup-Doppel verlor das Finale gegen die im gesamten Turnier satzverlustfreien Christian Harrison/Neal Skupski (USA/Großbritannien) mit 4:6, 6:7 (6:8). Trösten kann sich "KraPütz" mit 500.000 Dollar Preisgeld (rund 430.000 Euro). "Ihr habt uns keinen Satz gelassen, ich habt es verdient zu gewinnen", gratulierte Pütz bei der Siegerehrung und richtete auch Worte an seine Familie: "Ich habe meinen Kindern zuhause versprochen, 'Hi' zu sagen. Ich vermisse euch." Krawietz bedankte sich bei den Fans für die Stimmung im größten Tennisstadion der Welt: "Für uns Spieler ist es etwas ganz Besonderes, auf diesem Platz zu spielen."
Für das Duo aus Coburg und Frankfurt am Main bleibt der größte gemeinsame Erfolg damit der Triumph bei den ATP Finals 2024. Im selben Jahr waren sie in Flushing Meadows schon einmal ins Endspiel vorgestoßen - und den Australiern Max Purcell und Jordan Thompson unterlegen. Bislang einziger deutscher US-Open-Sieger im Männer-Doppel bleibt Philipp Petzschner, der 2011 mit dem Österreicher Jürgen Melzer triumphierte. Krawietz (34) ist bereits zweimaliger Grand-Slam-Sieger, an der Seite seines früheren Partners Andreas Mies gewann er die French Open 2019 und 2020.
"Es hilft auf jeden Fall, dass wir schon mal ein Finale in dem Stadion gespielt haben. Wir sind lange genug dabei, dass wir uns da nicht in die Hose machen", hatte Krawietz nach dem Finaleinzug gesagt. Im Arthur Ashe Stadium, das vor dem Damen-Finale zwischen Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und der designierten Weltranglistenersten Jelena Rybakina spärlich besucht war, begannen er und Pütz tatsächlich ohne sichtbaren Anflug von Aufregung.
Krawietz/Pütz lassen Satzball liegen
Mitte des ersten Satzes aber schwächelte Krawietz bei einem Aufschlagspiel, die amtierenden Australian-Open-Sieger Harrison/Skupski schlugen zu und sicherten sich den Durchgang nach 40 Minuten. Der zweite Satz verlief komplett ausgeglichen und ging in die Verlängerung. Im Tiebreak vergaben Krawietz/Pütz einen Satzball. Wenig später war das Match verloren.
Die Hoffnungen auf einen deutschen Triumph beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres trägt nun allein Alexander Zverev. Der topgesetzte Hamburger trifft im Männer-Finale am Sonntag (20.00 Uhr/Sky und Sporteurope.tv) auf den US-Amerikaner Ben Shelton, der erstmals in einem Major-Endspiel steht. Für Zverev wäre es der zweite Grand-Slam-Erfolg nach den French Open im vergangenen Juni.
