Die Hitze in Halle machte Alexander Zverev wenig aus, nicht erst seit seinem Grand-Slam-Titel in Paris wissen die Fans: Zverev mag es heiß auf dem Court. Zu kämpfen hatte der Hamburger bei Temperaturen jenseits von 30 Grad Celsius dennoch, der belgische Qualifikant Raphael Collignon leistete lange Widerstand. In einem Tiebreak-Krimi setzte sich Zverev erst nach zwei Stunden 7:6 (12:10), 7:6 (7:2) durch und zog ins Halbfinale des Rasenturniers in Ostwestfalen ein.
"Es war ein wahnsinniges Match, von beiden Spielern ein hohes Niveau", sagte Zverev nach der Partie auf dem Centre Court. "Es hätte auch zwei Sätze in die andere Richtung gehen können." Durch den Sieg steht Zverev in Halle zum vierten Mal in Folge im Halbfinale
Dort wartet am Samstag wieder ein heißes Duell, und diesmal eines mit einem Angstgegner. Zverev trifft auf Taylor Fritz, gegen den er die zurückliegenden sechs Matches alle verloren hat. Der US-Profi ist zudem ein Experte auf Rasen, fünf Titel hat Fritz (28) auf dem schnellen Belag bereits gewonnen, der auf der Tour deutlich erfolgreichere Zverev (29) steht bei null.
Zverev gewinnt deutsches Duell souverän

Zverev kurz genervt - Schläger fliegt
Das will der Weltranglistendritte in diesem Jahr ändern, nach dem French-Open-Triumph tritt Zverev in Halle mit sichtlich gewachsenem Selbstvertrauen an. Nach den Endspielen 2016 und 2017, in denen Florian Mayer und Roger Federer dem Jungstar auf Rasen die Grenzen aufzeigten, soll es diesmal klappen. Den Aufschlag besitzt Zverev dafür, das zeigte er gegen Collignon mit 14 Assen. Steigern muss er sich aber beim Return, den er weit hinter der Grundlinie spielt.
So ließ Zverev zwar kein Break zu, kam aber auch beim Aufschlag des Außenseiters kaum zu Chancen. So mussten die Tiebreaks entscheiden und damit auch die Nerven. Collignon (24), der über wenig Rasenerfahrung verfügt, erspielte sich im ersten Durchgang drei Satzbälle, zitterte jedoch, als es drauf ankam. Zverev nahm das Geschenk dankend an, musste aber weiter hart arbeiten. Das wiederum nervte ihn sichtlich, nach einem Platzfehler auf dem ramponierten Rasen schmiss Zverev seinen Schläger - und bewahrte dann doch kühlen Kopf. Vom ersten Punkt dominierte er den Tiebreak und sicherte sich den Einzug ins Halbfinale und den nächsten Sieg auf dem Weg zum Rasen-Höhepunkt in Wimbledon (ab 29. Juni).
Auch Fritz hatte zuvor ein Match komplett ohne Aufschlagverlust für sich entschieden. Nach 2:45 Stunden bezwang er seinen Landsmann Ben Shelton 6:7 (5:7), 7:6 (10:8), 7:6 (7:3). Dabei wehrte er sogar einen Matchball ab, mit 24 Assen setzte er sich aber verdient durch und durfte sich bei Zverevs Hitzeschlacht abkühlen.
