Alexander Zverev hat sich nachdrücklich dagegen ausgesprochen, Grand-Slam-Matches zu verkürzen - und wähnt den Großteil der Tennisszene auf seiner Seite. "Es ist Geschichte", sagte Zverev am Rande des ATP-Turniers in Peking zum Modus Best-of-Five, der Fans wie Spielern in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York immer wieder Marathon-Matches beschert.
Zuletzt hatte Andrew Abdo, der Geschäftsführer des Veranstalters der Australian Open, öffentlich darüber nachgedacht, ob man nicht zumindest in den ersten Slam-Runden auch ein Format mit zwei Gewinnsätzen anwenden könnte. Anschließend teilte das Turnier aber mit, dass im kommenden Jahr nichts verändert werde.
Für Zverev die richtige Entscheidung. "Es ist das Schwierigste, was man in unserem Sport gewinnen kann, weil wir 'Best-of-five' spielen", sagte der French-Open- und US-Open-Sieger: "Körperlich ist es eine der extremsten Herausforderungen, die man durchstehen kann."
Er kenne zudem keinen einzigen Spieler, der für eine Verkürzung wäre, fügte der 29-Jährige an. "Vielleicht möchte Novak (Djokovic) Best-of-three spielen, weil er natürlich mittlerweile etwas älter wird", scherzte Zverev: "Aber ich glaube, wenn man ihn das vor zehn oder fünfzehn Jahren gefragt hätte, hätte er mit Sicherheit nein gesagt."
Wäre es in den ersten Runden eines Major-Turniers nach dem Best-of-Three-Modus gegangen, hätten einige Tennis-Legenden ein paar weniger Trophäen im Schrank. Roger Federer etwa stand in Wimbledon 2010 gegen Außenseiter Alejandro Falla in der ersten Runde mit 0:2 mit dem Rücken zur Wand. Der Schweizer drehte das Spiel und gewann die Mutter aller Grand-Slam-Turniere später. Auch Zverev profitierte schon von der langen Match-Variante. Auf dem Weg zu seinem ersten Major-Finale in New York 2020 lag der Deutsche im Halbfinale gegen Pablo Carreno Busta schon 0:2 hinten, ehe er ein Comeback hinlegte.
