Williams-Comeback im Einzel

Zwei Worte elektrisieren die Tennis-Welt

Tennis-Superstar-Serena-Williams-moechte-nun-in-der-kommenden-Woche-in-Berlin-antreten
Tennis-Superstar Serena Williams tritt in Wimbledon per Wildcard im Einzel an.
00:00 / 03:30
21.06.2026 | 22:19 Uhr
Als Serena Williams ihr Comeback verkündet, denken alle an ein paar "lockere" Doppel-Spiele. Von wegen: Die Tennis-Königin will es in Wimbledon wirklich nochmal wissen.

"Serena Returns" - die Macher von Wimbledon benötigten nur zwei Wörter, um die Tenniswelt in Aufruhr zu versetzen. Serena Williams, eine der größten Spielerinnen der Geschichte, kehrt zum größten Turnier zurück. Und das nicht nur als Doppelspielerin, wie zunächst geplant. Sondern auch im Einzel. Per Wildcard, mit 44 Jahren, mehr als drei Jahrzehnte nach ihrem Profidebüt. 

"Denkt ihr, ich bin bereit für ein Einzel? Ich denke, ich muss noch üben", hatte die 23-malige Grand-Slam-Siegerin zuletzt gesagt und unter der Woche in Berlin, wo sie zum zweiten Mal nach ihrem Comeback im Doppel antrat, noch ausweichend reagiert. Doch es war zu spüren: Da ist etwas im Busch, in "La Williams" brennt das Feuer wieder.

"This is not a drill" - es ist keine Übung, schoben die Herren und Damen aus dem sonst so distinguierten SW19, aus Wimbledon, für ihre Verhältnisse einigermaßen euphorisch nach. Und die Nachricht, dass Williams erstmals seit ihrem Drittrunden-Aus bei den US Open 2022 gegen Ajla Tomljanovic wieder voll mitmischt, ist in der Tat bemerkenswert.

Angie Kerber feiert emotionales Abschiedsmatch

Video poster

Als Williams debütierte, spielte Graf noch

Serena spielt also nicht nur im Doppel mit ihrer noch ein Jahr älteren Schwester Venus in Wimbledon, wie seit Dienstag bekannt ist, sondern will es auch als Solistin mit Spielerinnen wie French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa aufnehmen. Die war noch nicht einmal geboren, da hatte Serena Williams schon acht Major-Turnier gewonnen, zwei davon in Wimbledon.     

Dass die dominierende Spielerin der Nuller- und Zehnerjahre wieder spielt, als zweifache Mutter und Mitvierzigerin, ist spektakulär. Noch spektakulärer wirkt dies beim Blick auf die Anfänge ihrer Karriere - das Comeback ist wie ein Hintergrundrauschen aus längst vergangener Tenniszeit.

1998 hatte sie in Wimbledon, wo sie sieben Einzeltitel holte, debütiert, ein Jahr nach ihrer Schwester. Damals gewann Jana Novotna, die bereits 2017 verstorben ist. Die Topspielerinnen jener Zeit hießen Steffi Graf, Martina Hingis, Monica Seles, Lindsay Davenport, Arantxa Sanchez. Alle seit vielen Jahren und teilweise mehrmals zurückgetreten. Und die Williams-Schwestern? Sind immer noch da. Oder zumindest: Wieder.

"Da dachte ich mir: Warum nicht?"

Seit Dezember 2025 entwickelte sich das spektakulärste Comeback der Tennis-Jetztzeit. Da erschien Williams' Name auf der Liste der für Dopingtests registrierten Spielerinnen. Nach vielen Spekulationen und reichlich Geheimniskrämerei war es dann am 1. Juni fix: Williams würde im Queen's Club im Doppel antreten, wenig später wurde der Start in Berlin bestätigt. Und jetzt: All-in.

Was kann sie noch leisten, vor allem im Einzel, mit viel Laufarbeit, auch auf dem schnellen Belag in Wimbledon? Venus hatte sich bei ihren jüngsten Einzelauftritten sehr schwer getan. Und Serena? "Ich habe gesehen, wie gut Lindsey Vonn und viele andere Frauen nach ihren Comebacks waren. Da dachte ich mir: Warum nicht?"

Zumindest ist ihr zuzutrauen, dass ihre Einzelrückkehr nicht so fürchterlich schief geht wie bei manchen Männern. Ein Björn Borg, ein Thomas Muster - bei ihnen war es schmerzlich zuzuschauen.   

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid