Historischer Sieg oder nix?

Warum sich Alexander Zverev gegen Taylor Fritz so schwer tut

Tennis-Wimbledon-All-England-Lawn-Tennis-and-Croquet-Club-London-Britain-July-7-2026-Germany-s-Alexander-Zverev-celebrates-after-winning-his-fourth-round-match-against-Czech-Republic-s-Jiri-Lehecka-REUTERS-Jaimi-Joy
Auf Alexander Zverev wartet nun der Angstgegner Taylor Fritz. (Foto: REUTERS)
00:00 / 03:36
08.07.2026 | 10:59 Uhr
Tennisstar Alexander Zverev spielt gegen den Amerikaner Taylor Fritz um den Halbfinaleinzug in Wimbledon. Siebenmal nacheinander hat er gegen seinen Gegner verloren. Aber warum?

Wenn Alexander Zverev zuletzt gegen den Amerikaner Taylor Fritz spielte, gab es nur ein Ergebnis. Deutschlands bester Tennisprofi verlor. In seinem ersten Wimbledon-Viertelfinale heute trifft Zverev jetzt wieder auf Fritz und hat die Chance auf den Halbfinaleinzug. Von einem Angstgegner ist die Rede. Im Viertelfinale von Rom 2024 behauptete sich Zverev zuletzt, es folgten sieben Niederlagen in Serie. Zuletzt im westfälischen Halle hatte der 29 Jahre alte Hamburger Probleme mit seiner Diabetes-Erkrankung, vor zwei Jahren in Wimbledon war er am Knie verletzt. Unterschiedliche Geschichten und Verläufe stecken hinter den Duellen.

Doch wie ist es generell zu erklären, dass der Kalifornier die deutsche Nummer eins in dem Maße ärgern kann? "A, er serviert sehr gut", erklärte Bundestrainer Michael Kohlmann der Deutschen Presse-Agentur. "B, er returniert sehr gut. Sprich, er nimmt Sascha ein bisschen vielleicht die Stärke weg, die er gegen viele andere hat, dass er viele freie Punkte bekommt." Zudem mache Fritz die Geschwindigkeit in den Bällen von Zverev nichts aus und er habe wie der Hamburger eine sehr gute Rückhand. "Er nimmt Sascha ein bisschen seine Stärke, dass er das Spiel mit der Rückhand aufbauen kann." Dennoch äußerte sich Kohlmann optimistisch. "Wenn ich ein ganzes Match angucke, sehe ich jetzt nichts, was er besser kann als Sascha."

"Ich fühle mich jetzt tatsächlich anders"

Zverev gibt sich nach seinem French-Open-Triumph ohnehin selbstbewusst. Der erste Grand-Slam-Titel in Paris hat sein Selbstverständnis gestärkt. "Er war in besserer Form. Er hat besser gespielt als ich", sagte der Australian-Open-Finalist von 2025 rückblickend über die Begegnungen mit Fritz. Aber wie in den Tagen in Wimbledon zuvor bekräftigte Zverev nach seinem Viertelfinaleinzug noch einmal: "Ich fühle mich jetzt tatsächlich anders. Ich habe das Gefühl, dass ich besser spiele."

Fritz präsentierte sich nach seinem unerwarteten Erstrunden-Aus bei den French Open auf Rasen in glänzender Form, erreichte in der Vorbereitung auf Wimbledon die Endspiele in Stuttgart und Halle. Aus Sicht von Kohlmann macht die Serie zwischen den beiden Viertelfinal-Kontrahenten des Londoner Rasenklassikers mental besonders für den Amerikaner einen Unterschied. "Es macht schon was aus, weil er in das Match reingeht und sagt, den habe ich jetzt siebenmal geschlagen, also warum soll ich es nicht das achte Mal machen?"

Das Erfolgsrezept?

Für Zverev ist das Erfolgsrezept gegen Fritz ganz einfach. "Wenn ich mein Tennis gut spiele und wenn ich so spiele, wie ich es die letzten zwei, drei Monate getan habe, dann sehe ich gute Chancen, dass ich das Match auch gewinnen kann", sagte er: "Wenn ich die Vorhand nicht mit 76 Meilen, sondern 84 Meilen pro Stunde schlage, wenn der Aufschlag mit 133 Meilen pro Stunde, die Rückhand mit 80 Meilen pro Stunde kommt, dann werde ich das Match gewinnen."

Dass er mit seinem 6:4, 7:5, 3:6, 7:6 (8:6)-Sieg über zwei Tage gegen den Tschechen Jiri Lehecka erstmals in das Viertelfinale beim bedeutendsten Tennisturnier einzog, "freue ihn natürlich", sagte Zverev: "Aber natürlich möchte ich auch noch weiterkommen. Ich möchte hier hoffentlich noch drei weitere Spiele bestreiten." Für ihn sei "das Turnier noch nicht vorbei".

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa/sid