Wirtschaft

Nächster Pharma-Megadeal Abbvie will mit Botox Bilanz verschönern

RTX3VWPQ.jpg

Botox soll für Abbvie der neue Kassenschlager werden.

(Foto: REUTERS)

Abbvie hat mit dem Rheumamittel Humira das umsatzstärkste Medikament im Portfolio. Doch dessen Patentschutz läuft aus. Auf der Suche nach einem neuen Ertragsbringer setzt das Biotech-Unternehmen nun auf den Bereich Ästhetik.

Im US-Pharmasektor gibt es eine weitere Großübernahme. Der US-Biotechkonzern Abbvie übernimmt den für Botox bekannten Pharmakonzern Allergan in einem 63 Milliarden US-Dollar schweren Deal, wie die Konzerne gemeinsam mitteilten. Abbvie zahlt 188,24 Dollar je Allergan-Aktie. Das entspricht einer Prämie von rund 45 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs. Inklusive Schulden hat die Übernahme einen Wert von rund 80 Milliarden Dollar. Es wäre einer der bislang größten Übernahmen aller Zeiten in der Pharmabranche.

Mit der Übernahme von Allergan bekommt Abbvie eine dominante Position im mehr als acht Milliarden Dollar schweren Markt für Botox und ähnliche Produkte. Abbvie bereitet sich derzeit auf den Ablauf des Patentschutzes für Humira vor und ist auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Das Rheuma-Mittel Humira ist das umsatzstärkste Medikament der Welt und war über Jahre der Wachstumstreiber für den Konzern.

Allergan ist vor allem für seine Produkte im Bereich medizinische Ästhetik bekannt und auf dem Gebiet Weltmarktführer. Der US-Pharmariese Pfizer hatte 2016 versucht, Allergan für 160 Milliarden Dollar zu übernehmen, war damit aber gescheitert. Seitdem hat sich der Börsenwert von Allergan nahezu halbiert, und das Unternehmen war ins Visier aktivistischer Investoren geraten.

Abbvie-Chef führt neues Unternehmen

Die Unternehmen versprechen sich hohe Einsparpotenziale von dem Zusammenschluss. Sie gehen von Synergien vor Steuern und anderen Kostensenkungen von mindestens zwei Milliarden Dollar im dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion aus. Der Abschluss ist für Anfang 2020 vorgesehen.

Sobald der Deal erfolgt ist, werden Abbvie-Aktionäre 83 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten, auf Allergan-Anteilseigner entfallen 17 Prozent. Der neue Konzern käme 2019 auf einen Umsatz von etwa 48 Milliarden Dollar. 2018 belief sich der operative Cashflow der beiden Unternehmen auf rund 19 Milliarden Dollar.

Richard Gonzalez bleibe Chairman und Unternehmenschef von Abbvie, hieß es weiter. Zwei Manager von Allergan, darunter auch Vorstandschef Brent Saunders, werden nach Abschluss des Deals in das Board von Abbvie einziehen.

Die Übernahme ist der zweite Mammutdeal in der US-Pharmabranche in diesem Jahr. Bristol-Myers Squibb Co will 74 Milliarden Dollar für den Wettbewerber Celgene Corp zahlen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

Mehr zum Thema