Wirtschaft

Verstöße gegen Aktienrecht Bahn-Chefkontrolleur attackiert Politik

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Utz-Hellmuth Felcht hört als Bahn-Aufsichtsratschef auf.

(Foto: imago/Jürgen Heinrich)

Bahn-Aufsichtsratschef Felcht will im März 2018 sein Amt niederlegen. Vor seinem Abgang teilt er aber noch einmal kräftig aus. Er beschuldigt die Politik, die Arbeit des Kontrollgremiums "immer schwieriger" gemacht zu haben.

Der scheidende Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, hat den politischen Einfluss auf das Unternehmen und Verstöße gegen das Aktienrecht kritisiert. "Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht. Sie hält sich nicht an die Vorgaben des Aktienrechts", sagte Felcht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Felcht selbst war vorgeworfen worden, er habe die geplante Vertragsverlängerung für Ex-Bahnchef Rüdiger Grube verpatzt und auch bei der lange vergeblichen Suche nach drei neuen Bahnvorständen ungeschickt agiert. Felcht hatte vor einer Woche erklärt, sein Amt als oberster Aufseher des Staatsunternehmens zum März 2018 niederzulegen.

Er wehrte sich aber gegen die Vorhaltungen, er habe die Bahn-Personalentscheidungen schlecht vorbereitet: "Das professionellste Auswahlverfahren und einstimmige Abstimmungen bringen nichts, wenn die Politik dazwischenfunkt und Entscheidungen versucht von außen zu beeinflussen." Was in den vergangenen Wochen passiert sei, gehe gegen seine Berufsethik.

"Die Politik muss sich klar entscheiden, ob sie die Deutsche Bahn als Wirtschaftsunternehmen weiterführen oder ob sie wieder eine Bundesbahn will. Im zweiten Fall sollte man den Aufsichtsrat richtigerweise auflösen und durch einen Bundesbeirat oder Parlamentsausschuss ersetzen", so Felcht. Im Aufsichtsrat der Bahn sitzen Vertreter von drei Bundesministerien sowie traditionell ein Parlamentarier des kleineren Koalitionspartners, derzeit also der SPD.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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