Wirtschaft

Mehr Personal, Strecken und Züge Bahn will Passagierzahlen verdoppeln

Die Bahn plant einen "enormen Kraftakt": Einem Strategiepapier zufolge will sie ihr Schienennetz erweitern, Hunderte neuer Züge anschaffen, 100.000 Mitarbeiter einstellen und so die Fahrgastzahlen verdoppeln. Die Finanzierung und ein genauer Zeitplan sind einem Bericht zufolge aber noch offen.

Verspätete Züge, Baustellen auf wichtigen Strecken, Qualitätsprobleme: Die Deutsche Bahn hatte in den vergangenen Monaten einigen Ärger. Jetzt möchte das Unternehmen aber wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Laut "Süddeutscher Zeitung" will es mit einer neuen "DB Dachstrategie" Strecken, Personal und Zugflotte massiv ausbauen und so die Passagierzahlen in den kommenden Jahren verdoppeln. Auch mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit erhofft sich die Bahn dadurch.

"Wir werden die Zahl der Reisenden auf mehr als 260 Millionen verdoppeln", zitiert die "SZ" aus dem internen Strategiepapier für das nächste Treffen des Kontrollgremiums Ende des Monats. Geplant ist demnach, die 30 größten deutschen Städte im Halbstundentakt zu verbinden, an Bahnhöfen sollen zudem Carsharing-Angebote aus- und mietbare Arbeitsplätze aufgebaut werden.

Weil wichtige Routen bereits überlastet sind, müsste die Bahn für ihr Vorhaben ihr Streckennetz ausbauen - zwischen Berlin und Düsseldorf oder zwischen Hamburg und Stuttgart etwa müssten Passagen zu Schnellstrecken ausgebaut und das Fernverkehrsnetz großflächig digitalisiert werden, schreibt die "SZ". Dann könnten die Züge größtenteils automatisch fahren - und damit in dichterem Takt. Zudem rechne die Bahn mit etwa 200 zusätzlich notwendigen ICE allein bis 2024 und plane, in den kommenden Jahren 100.000 Mitarbeiter einzustellen. Angesichts dieser Zahlen spricht auch das Unternehmen von einem "enormen Kraftakt".

Wie dieser Kraftakt gestemmt werden soll, ist offen - der verschuldeten Bahn fehlen eigentlich die Mittel für die Umsetzung der Ziele. Der Vorstand will sich dem Bericht zufolge deshalb nicht auf einen zeitlichen Rahmen festlegen, Aufsichtsräte sehen die Vorschläge des Managements offenbar kritisch. Dass der Bund den notwendigen zwei- bis dreistelligen Milliardenbetrag zur Verfügung stellt, ist laut "SZ" unwahrscheinlich. Es zeichne sich zwar eine Erhöhung für die laufenden Kosten um ein bis zwei Milliarden Euro pro Jahr in den laufenden Finanzierungsverhandlungen ab - die werden aber wohl für den ebenfalls kostspieligen Erhalt des bereits bestehenden Netzes benötigt.

Quelle: n-tv.de, ftü

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