Wirtschaft

US-Börsen im Aufwind Bilanzsaison stimmt Anleger optimistisch

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Die erste Phase der Berichtsaison läuft besser als erwartet, das sorgt für Vertrauen bei den Händlern.

(Foto: REUTERS)

Angesichts robuster Zahlen in der angelaufenen Berichtsaison wächst am New Yorker Aktienmarkt das Vertrauen in eine starke US-Wirtschaft. Bedenken vor einer schnellen Straffung der heimischen Geldpolitik trüben die gute Stimmung nicht.

Die Hoffnung auf weiter starke Quartalszahlen von US-Firmen hat der Wall Street am Dienstag Auftrieb gegeben. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 1,5 Prozent fester mit 34.911 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 legte 1,7 Prozent auf 4462 Zähler zu, die technologielastige Nasdaq kletterte um 2,2 Prozent auf 13.619 Stellen.

Viele Anleger seien übermäßig pessimistisch in diese Bilanzsaison gegangen, sagte Thomas Hayes von Great Hill Capital. Die Befürchtungen seien aber nicht eingetreten. Bislang haben die 49 Unternehmen aus dem S&P 500, die schon Quartalszahlen vorgelegt haben, die Analysten-Erwartungen überdurchschnittlich oft übertroffen: Knapp 80 Prozent dieser Firmen wiesen höhere Gewinne als vorhergesagt aus. Üblicherweise liegt der Wert bei 66 Prozent.

Im frühen Handel hatte das erneutes Plädoyer des US-Notenbankers James Bullard für kräftige Zinserhöhungen die Kauflaune der Anleger noch gedämpft. Bullard sprach sich für eine Anhebung des US-Schlüsselsatzes auf 3,5 Prozent bis zum Jahresende aus und schloss auf dem Weg dahin auch einen Schritt von 0,75 Prozentpunkten bei der Mai-Sitzung der Fed nicht gänzlich aus. Als weitere Unsicherheitsfaktoren kämen Lockdowns in China und der Krieg in der Ukraine hinzu, sagte Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Brokerhaus IG.

Ölpreis unter Druck

Rohöl WTI
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Vor diesem Hintergrund warfen Investoren US-Staatsanleihen aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen US-Bonds hoch. Die Weltleitwährung war dagegen gefragt, weshalb der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um bis zu 0,2 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 101,02 Punkten stieg.

Gleichzeitig verliert der weltweite Aufschwung an Fahrt. Unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges kappte die Weltbank ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2022 am Montag auf 3,2 Prozent. "Das ist voraussichtlich die erste von zahlreichen Kürzungen im weiteren Jahresverlauf", sagte Michael Brown, Manager beim Finanzdienstleister Caxton. Diese Aussichten setzten auch dem Ölpreis zu. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 5,3 Prozent auf 102,53 Dollar je Barrel (159 Liter). In den vergangenen Tagen hatte der Preis wegen Sorgen über mögliche Angebotsengpässe deutlich zugelegt. Die EU arbeitet nach eigenen Angaben an einem europäischen Embargo für russische Öllieferungen.

Johnson & Johnson
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Papiere von Johnson & Johnson stiegen um 3,1 Prozent. Der Konsumgüter- und Pharmakonzern verbuchte zwar einen Umsatz- und Gewinnrückgang im Quartal und kassierte wegen einer schwindenden US-Nachfrage die Absatzprognose für seinen Coronavirus-Impfstoff. Das Unternehmen bleibe aber eine sichere Bank in der Gesundheitsbranche und eine Anhebung der Dividende bringe Anlegern weiter vorhersagbare Erträge, sagte ein Händler.

Hasbro stiegen um 5,2 Prozent. Der "Monopoly"-Macher hat sein Gewinnziel für das Gesamtjahr angehoben.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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