Wirtschaft

Missbrauch-Skandal in den USA Deutsche Bank kappt Beziehung zu Epstein

RTS2LOVJ.jpg

Jeffrey Epstein.

(Foto: REUTERS)

Dem US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein wird Missbrauch Minderjähriger und Mädchenhandel vorgeworfen. In den USA erreicht der Skandal politische Dimensionen. Derweil bricht die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehungen zu Epstein ab.

Wenige Monate bevor New Yorker Staatsanwälte die Verhaftung Jeffrey Epsteins mitteilten, kündigte einer seiner Geschäftspartner die Beziehungen zu dem schwerreichen Geschäftsmann: die Deutsche Bank. Der "New York Times" und "Bloomberg" zufolge hat das Finanzinstitut die Verbindungen zu Epstein Anfang des Jahres gekappt, als die Ermittler eine Anklage gegen den 66-Jährigen vorbereiteten. Die Bank wollte sich auf Anfrage von n-tv.de nicht zu den Berichten äußern.

Die Vorwürfe gegen Epstein wiegen schwer: Er soll Dutzende minderjährige Mädchen mit großen Summen Bargeld in seine Anwesen gelockt und sie missbraucht haben. Anschließend habe er sie dazu verleitet, ihm weitere Mädchen zuzuführen. Epstein war am Wochenende auf dem Flughafen Newark festgenommen worden, als er mit einem Privatjet aus Frankreich nach New York zurückkehrte. Er befindet sich in Untersuchungshaft, bei einer Verurteilung drohen ihm 45 Jahre Gefängnis.

Der Deutschen Bank wird von den Ermittlern kein Fehlverhalten vorgeworfen. Es ist den Berichten zufolge unklar, wie die Geschäftsbeziehungen Epsteins zum deutschen Finanzinstitut ausgesehen haben und welchen Umfang sie hatten. Wie die "New York Times" berichtet, habe Epstein Kredite von der Bank erhalten und dort Konten für die Vermögensverwaltung geführt. Außerdem soll er Kunde des Investmentbankings gewesen sein.

Epstein war 2008 einem Verfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen entgangen, weil er damals den Deal mit der Staatsanwaltschaft in Florida eingegangen war. Er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben - und entging damit dem ernsteren Vorwurf, einen illegalen Sexhandelsring betrieben zu haben. Polizeiliche Ermittlungen hatten damals ergeben, dass Epstein Sex mit teils 13-jährigen Mädchen gehabt hatte. Epstein musste sich nach dem Deal mit der Staatsanwaltschaft als Sexualstraftäter registrieren und saß eine Haftstrafe von 13 Monaten ab - allerdings durfte Epstein das Gefängnis morgens verlassen und musste erst am Abend zurückkehren.

"Großartiger Mann"

Der "New York Times" zufolge hatten zwei Mitarbeiter der Compliance-Abteilung Bedenken wegen der Geschäfte mit Epstein geäußert, da sie der Reputation der Deutschen Bank schaden könnten. Doch das Management habe entschieden, die Beziehung fortzusetzen. Denn die Geschäfte seien nicht illegal, außerdem sei Epstein ein lukrativer Kunde.

Der 1953 in New York geborene Epstein hat sein Vermögen vor allem als Investmentbanker gemacht. So soll er das Geld von einer Reihe von Milliardären verwaltet haben. Der Großteil seiner Geschäftsaktivitäten bleibt jedoch im Dunkeln.

Besonders brisant sind die Vorwürfe gegen Epstein, weil der Geschäftsmann enge Kontakte zu den Reichen und Mächtigen pflegte - etwa zu Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien. Der Staatsanwalt, der die leichte Gefängnisstrafe mit den Anwälten Epstein aushandelte, war Alexander Acosta - er ist derzeit US-Arbeitsminister im Kabinett Donald Trumps.  

Derweil geht auch der US-Präsident auf Abstand zu Epstein. Er habe vor langer Zeit ein Zerwürfnis mit ihm gehabt und sei kein Fan von ihm gewesen, so Trump. In einem Interview mit dem "New York Magazine" im Jahre 2002 klang das noch anders. Damals beschrieb Trump Epstein als "großartigen Mann". "Es wird sogar erzählt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich", sagte Trump. "Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte."

Quelle: n-tv.de, mit dpa

Mehr zum Thema