Wirtschaft

Goldpreise manipuliert Ex-Deutsche-Bank-Händler schuldig gesprochen

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Durch "Spoofing" werden andere Marktteilnehmer in die Irre geführt.

(Foto: imago stock&people)

Zwei ehemaligen Händlern der Deutschen Bank drohen lange Haftstrafen. Sie haben über mehrere Jahre am Terminmarkt für Edelmetalle betrogen.

In den USA sind zwei frühere Händler der Deutschen Bank wegen betrügerischer Geschäfte schuldig gesprochen worden. Die Jury eines Bundesgerichts in Chicago befand, dass die beiden andere Marktteilnehmer mit falschen Aufträgen für Edelmetall-Terminkontrakte getäuscht haben, wie das US-Justizministerium mitteilte. Die Anklage wirft ihnen mehrjährige Verschwörung vor. Beide arbeiteten mitunter in London für die Deutsche Bank.

Die beiden Händler haben dem Gericht zufolge Gold- und Silberpreise durch "Spoofing" manipuliert. Dabei werden Kauf- oder Verkaufsaufträge vorgetäuscht, um Preise in die gewünschte Richtung zu lenken. Im Prinzip funktioniert "Spoofing" so: Händler platzieren am Terminmarkt Aufträge, die sie nicht ausführen wollen - und löschen sie später wieder. Mit den Schein-Aufträgen täuschen sie ein Interesse vor, dass es gar nicht gibt. Damit sorgen sie beispielsweise dafür, dass andere Marktteilnehmer in Erwartung eines steigenden Goldpreises das Edelmetall kaufen - und wegen der höheren Nachfrage steigt der Preis dann tatsächlich.

Das "Spoofing" war in den USA im Jahr 2009 im Rahmen des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzes verboten worden, das zum Ziel hatte, eine neue Finanzkrise zu verhindern. Das Zurückziehen von Aufträgen ist weiterhin erlaubt. Illegal ist es allerdings, sie zu platzieren ohne sie ausführen zu wollen.

Einer der Händler wurde in sieben Fällen schuldig gesprochen, der andere in drei Fällen. Für jeden Fall droht eine Höchststrafe von jeweils 30 Jahren. Das Urteil ist für den 21. Januar angesetzt.

Quelle: ntv.de, jga/rts