Wirtschaft

Gutschein fürs alte Billy-Regal Ikea kauft gebrauchte Möbel zurück

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Wo soll der neue Sessel hin? Mit dem Rückkauf gebrauchter Möbel löst Ikea auch das Platzproblem.

(Foto: imago images/Norbert Schmidt)

Wer seine Ikea-Möbel pfleglich behandelt hat und sich dennoch neu einrichten will, kann dem schwedischen Konzern seine gebrauchten Regale, Stühle und Sessel Ende November zurückverkaufen. Statt Bargeld gibt es dafür allerdings nur einen Ikea-Gutschein. Und ein gutes Klima-Gewissen.

Wer seine "Billy"-Regale, "Lack"-Tische oder sein "Klippan"-Sofa leid ist, kann die Möbel im kommenden Monat an Ikea zurückgeben. Der weltweit größte Möbelkonzern kündigte an, gut erhaltene Ikea-Möbel in der Zeit zwischen dem 24. November und 3. Dezember zurückzukaufen. Die Kunden erhielten Gutscheine, die sie ohne zeitliche Begrenzung in den Einrichtungshäusern eintauschen könnten. Die Initiative sei Teil eines Programms mit dem Ziel, nachhaltig und bis 2030 klimaneutral zu werden.

Bis 2021 plant Ikea, in jedem Geschäft eigene Bereiche einzurichten, in denen die Menschen ihre alten Möbel zurückverkaufen und reparierte oder renovierte Möbel finden können. Der Rückkaufwert hänge vom Zustand der Möbel ab. Kunden mit neuwertigen Artikeln ohne Kratzer erhielten laut Ikea 50 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises, mit kleineren Gebrauchsspuren 40 Prozent und mit mehreren Kratzern 30 Prozent. Ein Haken könnte allerdings sein, dass die Kunden die Möbel fertig aufgebaut zurückgeben müssen. Ikea kündigte zudem an, dass die Produkte, die nicht weiterverkauft würden, recycelt oder für wohltätige Zwecke gespendet würden.

Ikea hatte das Angebot seit dem Herbst 2018 bereits in fünf Filialen getestet. Die Erfahrungen waren nach Unternehmensangaben positiv. Deshalb habe man beschlossen, es auf alle Häuser auszuweiten. "Unsere Kunden nehmen das Angebot gern an, und wir konnten den Service gut in den Ablauf in den beteiligten Einrichtungshäusern integrieren", erklärte das Ikea-Management. Die meisten Produkte fanden in der Testphase innerhalb von zwei Tagen einen neuen Besitzer. Besonders gut soll der neue Service in Berlin angekommen sein, hieß es.

Keine Einbußen in der Corona-Krise

Ikea hat in der Corona-Krise trotz der Schließung vieler Filialen nur wenig Umsatz eingebüßt. Im Geschäftsjahr von September 2019 bis Ende August machte Ikea weltweit umgerechnet 39,6 Milliarden Euro Umsatz, nur vier Prozent weniger als im Vorjahr mit 41,3 Milliarden Euro, wie die Inter Ikea Group mit Sitz in den Niederlanden in der vergangenen Woche mitteilte. Die Onlineverkäufe stiegen um 45 Prozent im Vorjahresvergleich.

Für Ikea arbeiten 217.000 Menschen weltweit, im zurückliegenden Geschäftsjahr kamen 6000 neue Stellen hinzu. Die Zahl der Möbelhäuser und sogenannter Kontaktpunkte liegt laut Geschäftsbericht bei über 500. Ikea, 1943 in Schweden gegründet, ist nicht an einer Börse gelistet und deshalb nicht zur Veröffentlichung von Unternehmenszahlen verpflichtet. Das tut das Unternehmen seit 2010 freiwillig.

Quelle: ntv.de, mau/rts