Wirtschaft

Umfrage unter Top 30 Nur drei Dax-Konzerne stellen Flüchtlinge ein

80903397.jpg

Mangelnde Deutschkenntnisse sind ein großes Problem für Flüchtlinge, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Den größten deutschen Unternehmen gelingt es bisher so gut wie nicht, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren: Laut einer Umfrage wurden gerade mal 54 Flüchtlinge fest angestellt. Anders sieht es bei Angeboten für Praktika und Ausbildungsplätze aus.

Die Dax-Unternehmen haben bisher kaum Flüchtlinge eingestellt. Zu diesem Ergebnis ist eine Umfrage bei den Konzernen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gekommen. Insgesamt wurden demnach bis Anfang Juni 54 Flüchtlinge fest angestellt - davon 50 bei der Deutschen Post und zwei jeweils beim Softwarekonzern SAP und dem Pharmahersteller Merck. Somit haben von den 30 Dax-Unternehmen überhaupt nur drei Konzerne Flüchtlingen eine Stelle gegeben.

Bei Praktika und Ausbildungsplätzen sieht die Sache dem Bericht zufolge anders aus: So seien nach den Angaben der Dax-Konzerne etwas mehr als 300 zusätzliche Lehrstellen geschaffen worden, davon sei aber erst ein kleiner Teil besetzt.

Viele Flüchtlinge sind nicht qualifiziert

Zudem seien fast 2700 zusätzliche Praktikumsplätze für Flüchtlinge geschaffen worden, von denen bereits gut 500 vergeben seien. Auch hier liegt die Deutsche Post laut dem Bericht vorne - sie hat rund 1000 Praktikumsplätze angeboten, es folgen Daimler, Thyssen-Krupp und BMW mit 200 bis 300 Angeboten. Continental, BMW und Eon haben Einstiegsqualifizierungen für Jugendliche geschaffen, die sie auf eine Ausbildung vorbereiten sollen. Die Zahl der Angebote liege jeweils im zweistelligen Bereich, hieß es.

Vor allem mangelnde Deutschkenntnisse und fehlende Berufsabschlüsse machen es Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt schwer. Viele von ihnen kommen deshalb zunächst nur für Helfertätigkeiten in Frage. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge sind in Deutschland rund 297.000 Flüchtlinge auf Jobsuche. Davon sind rund 131.000 als arbeitslos gemeldet, etwa Dreiviertel von ihnen haben keine formale Berufsausbildung. Die übrigen arbeitssuchenden Flüchtlinge nehmen vor allem an Integrationskursen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil.

Quelle: n-tv.de, hul/rts