Wirtschaft

Häfen machen für Hanjin dicht Schifffahrt erlebt Mega-Pleite

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(Foto: picture alliance / dpa)

Sie ist die Nummer sieben der Welt - und wahrscheinlich Geschichte: Banken lassen die hochverschuldete südkoreanische Reederei Hanjin auf Grund laufen. Inzwischen kann das Unternehmen nicht mehr arbeiten - selbst wenn es wollte.

Die südkoreanische Reederei Hanjin ist pleite und hat Insolvenzverwaltung beantragt. Das Zentrale Bezirksgericht in Seoul werde in Kürze entscheiden, ob der nach Kapazität größte Containerbetreiber der Landes liquidiert wird oder nach einer Restrukturierung noch eine Chance bekommt, teilte das Unternehmen mit. Das gilt auch für die Tochterfirma der Gruppe, zu der etwa die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air gehört. Das Unternehmen schiebt Außenstände von 4,5 Milliarden Euro vor sich her.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Gläubiger des Unternehmens eine Kreditlinie gekündigt, nachdem selbst eine Finanzspritze von mehr als 1 Billion Won (804 Millionen Euro) Hanjin Shipping nicht über Wasser halten konnte. Hanjin-Angaben zufolge verwehrten Häfen in aller Welt den Frachtschiffen des Konzerns den Zugang. Sie fürchten, dass das Unternehmen ihnen keine Gebühren mehr bezahlen kann.

Wie die gesamte Branche hat auch die siebtgrößte Reederei der Welt angesichts des Abschwungs im Welthandel mit Überkapazitäten zu kämpfen. Vor allen die Nachfrage nach China geht zurück. Einige Unternehmen mussten Schiffe mit hohen Preisnachlässen verkaufen, eine Handvoll kleinerer Reedereien musste Konkurs anmelden.

Die Regierung baut jetzt darauf, dass der einheimische Konkurrent Hyundai Merchant Marine wichtige Vermögenwerte von Hanjin übernehmen kann, darunter Schiffe und das Verkaufsnetz im Ausland. Man erwarte, dass der Insolvenzantrag von Hanjin «nur begrenzte Auswirkung auf die Finanzmärkte hat», teilte die Finanzdienste-Kommission mit.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ/dpa