Wirtschaft

Ratingagentur stuft Paris herab Frankreich verliert Ansehen

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Ganz andere Nummer als Griechenland: Im Pariser Finanzviertel "La Defense" wächst die Anspannung.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor der Richtungswahl in Griechenland werden Beobachter zunehmend nervös. Während Anleger noch auf steigende Risikoaufschläge für Spanien oder Italien starren, lenkt eine kleinere Ratingagentur den Blick bereits auf den nächsten großen Wackelkandidaten: Frankreich.

Die Ratingagentur Egan Jones hat die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Die Bewertung sei auf "BBB+" von zuvor "A-" gesenkt worden, teilten die Ratinganalysten mit. Der Ausblick sei negativ.

Die Begründung dürfte Anlegern bekannt vorkommen: Sie gleicht den Argumenten, mit denen Analysten am Kapitalmarkt zuvor Zweifel an Euro-Staaten wie Irland, Spanien oder Italien geweckt hatten. Rund um eine waren die Risikoaufschläge für Schuldtitel aus Spanien und Italien am Vortag teils deutlich angestiegen.  

Frankreich dürfte durch die Eskalation der europäischen Schuldenkrise stärker unter Druck kommen, begründete Egan Jones den Schritt. Ein möglicher Schwachpunkt in den französischen Staatsfinanzen sind die Ausgaben, die zur Stützung taumelnder Banken notwendig werden könnten.

Kettenreaktion nach Athen-Exit?

Sollte Paris einzelnen Geldhäusern erneut mit Milliardensummen unter die Arme greifen müssen, dürfte das die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft zusätzlich belasten. Dazu kommen ohnehin schon hohe Schuldenlasten und anhaltende konjunkturelle Schwierigkeiten.

Die neuen Zweifel an Frankreich deuten eine gefährliche Entwicklung an. Die Argumentationslinie der Ratingagenturen ist - vor allem dann, wenn sich die wirtschaftliche Lage durch neue Erschütterungen an den Märkten deutlich eintrüben sollte.

hält im Bewertungsschema der drei einflussreichsten Ratingagenturen Moody's, Standard&Poor's und Fitch nach wie vor die Bestnote "AAA".

Konjunktur der Zweifler

Egan Jones (EGR) zählte bislang zu den nur Eingeweihten bekannten Ratingagenturen. Aufgrund ihrer Unabhängigkeit genießt das US-Unternehmen jedoch unter Großinvestoren einen sehr guten Ruf. Zuletzt erregten die EJR-Analysten mit einem plakativ betitelten Meinungsbeitrag in Expertenkreisen Aufsehen. Der Artikel trägt den Titel: "Die EU - es ist schlimmer als sie denken".

Mögliche Auswirkungen der Schuldenkrise bewegten unterdessen die Ratingagentur Moody's zu Herabstufungen im niederländischen Bankensektor: Analysten der US-Agentur senkten die Bonitätsnoten niederländischer Großbanken wegen Sorgen über die Schuldenkrise in Europa um zwei volle Notenstufen. Die betroffenen Banken seien belastet von der Rezession in den Niederlanden und den sinkenden Preisen dortiger Immobilien, hieß es zur Begründung.

Die Bonität langfristiger Schulden der ING und der ABN AMRO sanken auf "A2". Die Kreditwürdigkeit der Rabobank bekommt bei Moody's nun die Note "AA2". Der im Ausland weniger bekannte Finanzkonzern Leaseplan fällt in der Bewertung auf "BAA2".

Die Kurzfrist-Ratings dieser Banken seien von der Herabstufung nicht betroffen, hieß es. Zudem belegte Moody's unter den vier betroffenen Banken als einzige die Bewertung der ING mit einem negativen Ausblick. Das heißt, das ING-Rating wird auf eine weitere Herabstufung hin geprüft.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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