Dienstag, 16. März 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski und Thomas Badtke
17:45 Uhr

14.601,79 Punkte: Dax legt die Latte immer höher - dank VW

Der geringe Abschlag beim Dax vom Wochenauftakt ist bereits am Dienstag wieder vergessen: Den deutschen Börsenleitindex zieht es im Verlauf bis auf 14.601,79 Punkte und damit auf ein neues Allzeithoch. Erst in der Vorwoche hatte er binnen weniger Tage seinen Rekord auf 14.595 Zähler gestellt. Aus dem Handel verabschiedet sich der Dax 0,7 Prozent im Plus mit einem Schlusskurs von 14.558 Stellen.

Dax
Dax 15.320,52

"Der Dax ist wieder auf Rekordjagd", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Raimund Brichta. "Getrieben von der VW-Aktie zum einen. Zum anderen wirft der dreifache Hexensabbat am Freitag seine Schatten voraus. Dann werden an der Terminbörse Wetten auf den Dax und auf einzelne Aktien abgerechnet", erläutert er. Auch die positiven Vorgaben aus Asien und vor allem von der Wall Street stützten die Kurse hierzulande.

Spekulationen um den im Raum stehenden Börsengang von Porsche treiben VW an die Spitze der Dax-Gewinner. Auch amerikanische Kleinanleger mischten mit, wie Brichta feststellt. "Es erinnert an den Gamestop-Hype." VW gewinnen mehr als sieben Prozent. Auch die restlichen Autowerte legen zu: BMW verteuern sich mehr als drei Prozent, Daimler knapp 1,5 Prozent. Delivery Hero kaufen in Südkorea für eine Milliarden-Euro-Summe zu und sorgen so für Kursfantasie: Die Papiere ziehen fast vier Prozent an. Auf der Verliererseite wiederum RWE und Adidas, deren Verluste sich aber in Grenzen halten.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05
VW St.
VW St. 280,80

 

17:03 Uhr

Patente-Boom im Corona-Jahr dank Biotech und Pharma

Die Patent-Anmeldungen beim Europäischen Patentamt stehen in der Corona-Pandemie im Zeichen der medizinischen Forschung. Die Erfinder ließen sich von den Beschränkungen im vergangenen Jahr nicht abschrecken und reichten bei der Münchner Behörde 180.250 Patente ein, nur 0,7 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Die meisten Erfindungen kamen mit 14.295 aus der Medizintechnik, die damit die digitale Kommunikation nach dem 5G-Boom des Jahres 2019 wieder als ertragreichstes Forschungsgebiet ablöste, wie das Europäische Patentamt in seinem "Patent-Index" mitteilt.

Die stärksten Zuwächse verzeichneten Patentanmeldungen für Arzneimittel (plus 10,2 Prozent) und biotechnologische Erfindungen (plus 6,3). Aus der von der Krise gebeutelten Luft- und Raumfahrt kamen fast ein Viertel weniger Anmeldungen.

Die meisten Anmeldungen beim Patentamt kamen auch 2020 aus den USA: fast 44.300. Platz zwei behauptete Deutschland: Mit knapp 26.000 angemeldeten Patenten waren es aber drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Unternehmen und Erfinder aus Deutschland (haben) ihre Innovationskraft auch in der Corona-Pandemie unter Beweis gestellt", erklärte der Präsident des Europäischen Patentamts, Antonio Campinos. "Die Zahlen zeigen noch kein vollständiges Bild der langfristigen Auswirkungen der Pandemie." Gemessen an der Einwohnerzahl liegt die Schweiz ganz vorne: mit 966 Patentanmeldungen je eine Million Einwohner.

16:39 Uhr

Abverkauf: Gamestop-Aktien sind erneut auf Talfahrt

Die Kurskapriolen bei Gamestop gehen weiter. Die Aktien des US-Videospielehändlers fallen um fast 22 Prozent, nachdem sie am Montag bereits 17 Prozent eingebrochen waren. In ihrem Sog brechen die Titel der Kinokette AMC und des Kopfhörer-Herstellers Koss um bis zu zwölf Prozent ein. Sie gehören ebenso wie Gamestop zu den Werten, über die sich Kleinanleger in Internet-Foren eifrig austauschen und damit Kursausschläge auslösen.

GameStop Corporation
GameStop Corporation 128,50
AMC
AMC 8,27

 

16:18 Uhr

Starbucks-Zahlen überzeugen Analysten und Anleger

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählen Starbucks. Die Titel der Kaffeehaus-Kette steigen um knapp zwei Prozent auf ein Rekordhoch von 110,78 Dollar. Eine überraschend rasche Wiedereröffnung der Filialen sowie die Corona-Staatshilfen in den USA seien die Grundlage für eine kraftvolle Erholung des Geschäfts, prognostizieren die Analysten des Brokerhauses BTIG und empfahlen die Papiere zum Kauf.

Starbucks
Starbucks 97,18

15:20 Uhr

Woowa: Delivery Hero stemmt 5,7-Milliarden-Zukauf

Woowa: Delivery Hero stemmt 5,7-Milliarden-Zukauf

Der Essenslieferdienst Delivery Hero zahlt für den südkoreanischen Anbieter Woowa 5,7 Milliarden Euro und damit deutlich mehr als zunächst erwartet. Ursprünglich waren 3,6 Milliarden Euro veranschlagt worden. Der Preis basiere auf dem eigenen Aktienkurs zum Abschluss des Deals, erläutert das Berliner Unternehmen. Seit Bekanntgabe der Übernahme im Dezember 2019 ging es für die Aktie von Delivery Hero - seit August nun auch ein Dax-Unternehmen - um 123 Prozent nach oben. Der Woowa-Deal, der lange von den Behörden überprüft wurde, sieht vor, dass Delivery Hero einen Großteil des vereinbarten Kaufpreises mit eigenen Aktien bezahlt.

Anfang Februar hatte Delivery Hero bekanntgegeben, wegen der teureren Übernahme eine Abschreibung von bis zu 1,4 Milliarden Euro vornehmen zu müssen. Wie hoch diese nun letztlich ausfallen wird, ist weiterhin unklar. Im April will das Unternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr veröffentlichen.

Wegen der Ausgangsbeschränkungen und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie bestellen viele Menschen weltweit ihre Mahlzeiten online bei Restaurants und lassen sie sich nach Hause liefern, was Delivery Hero wie auch Woowa zahlreiche Neukunden bescherte. Bei der Woowa-Gruppe gingen im vergangenen Jahr 729 Millionen Bestellungen ein, 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz verdoppelte sich auf 918 Millionen Euro. Delivery Hero verdoppelte die Erlöse von Januar bis Dezember ebenfalls - auf 2,8 Milliarden Euro.

Delivery Hero
Delivery Hero 128,15

15:07 Uhr

S&P-500 markiert Rekord: US-Anleger aber zurückhaltend

Zum Auftakt der zweitätigen geldpolitischen Beratungen der Notenbank Federal Reserve (Fed) scheuen US-Anleger weitere größere Aktienkäufe. Der S&P-500 gewinnt im frühen Handel 0,2 Prozent auf 3976,10 Punkte und markiert damit ein erneutes Rekordhoch. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kommt dagegen kaum vom Fleck.

"Investoren hoffen, dass sich die US-Notenbank klar positioniert, wie sie den jüngsten Zinsanstieg revidieren oder zumindest stoppen will", kommentiert Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Es besteht das Risiko, dass der Aufwärtsdruck bei den Zinsen anhält, wenn die Märkte mit den Aussagen der Fed nicht zufrieden sind." Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth, hält in diesem Fall einen Sprung der Renditen bei den richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen über die Marke von zwei Prozent für möglich. Am Dienstag rentierten diese T-Bonds bei 1,595 Prozent.

S&P 500
S&P 500 4.141,25

14:55 Uhr

US-Industrie fährt Produktion überraschend deutlich zurück

Die US-Industrie hat ihre Produktion im Wintermonat Februar stärker zurückgefahren als gedacht. Die Firmen stellten 3,1 Prozent weniger her als im Januar, wie die Notenbank Fed mitteilt. Volkswirte hatten lediglich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 1,2 Prozent im Januar. Die Produktion insgesamt - neben der Industrie werden hier auch Versorger und Bergbau berücksichtigt - ging im Februar um 2,2 Prozent zurück. Hier hatten Experten nur ein Minus von 0,3 Prozent auf dem Zettel. "Die Kältewelle bereitete vor allem in Teilen des verarbeitenden Gewerbes und naturgemäß dem Bergbau erhebliche Probleme", erläutert Commerzbank-Experte Christoph Balz.

14:38 Uhr

Blitz-Einführung: Opel will auf den chinesischen Markt

Opel-Chef Michael Lohscheller strebt eine Markteinführung der Fahrzeuge mit dem Blitz in China an. Er habe die große Hoffnung, dass ein Weg gefunden werde, wie Opel nach China komme, weil es der größte Automarkt der Welt sei, sagt Lohscheller dem Magazin "Capital". "Wir untersuchen das auch sehr genau, mit welchen Produkten, mit welchen Distributionskanälen wir da starten könnten." Allerdings hänge eine endgültige Entscheidung vom Mutterkonzern Stellantis ab. Dessen Aktienkurs gibt rund 0,5 Prozent nach.

Stellantis
Stellantis 14,36

14:19 Uhr

US-Einzelhändler verzeichnen nach starkem Jahresauftakt deutliches Umsatzminus

Die US-Einzelhändler haben nach einem starken Jahresauftakt im Februar unerwartet deutliche Umsatzeinbußen erlitten. Die Einnahmen sanken um 3,0 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet - nach einem Umsatzplus von nach oben revidiert 7,6 Prozent im Januar. In einer ersten Schätzung war für den ersten Monat im Jahr nur ein Plus von 5,3 Prozent genannt worden.

"Der Einzelhandel verzeichnet einen Umsatzrückgang, was aufgrund des relativ starken Anstiegs im Januar jedoch nicht überinterpretiert werden sollte", erläutert Helaba-Experte Patrick Boldt. Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank stößt ins selbe Horn: "Die US-Konsumenten legten im Februar eine Pause ein. Nach dem fulminanten Plus im Januar war ein Rückgang gewissermaßen vorprogrammiert." Ein schwacher Autoabsatz und ein in Anbetracht des kalten Wetters schwächelnder Verkauf von Baumaterialien seien zentrale Treiber für den Rückgang.

Zu Jahresbeginn dürften noch Ende 2020 auf den Weg gebrachte Konjunkturhilfen in Höhe von 900 Milliarden Dollar den Konsum befördert haben, die auch Barschecks für Amerikaner mit schmalem Einkommen in Höhe von 600 Dollar umfassten. Das vor kurzem von US-Präsident Joe Biden unterzeichnete billionenschwere Pandemie-Paket umfasst noch üppigere Hilfen - darunter Einmalschecks in Höhe von 1400 Dollar für Millionen Amerikaner. "Das Einzelhandels-Zahlenwerk für den März wird deshalb bereits wieder ein üppiges Umsatzplus hervorbringen", meint Ökonom Gitzel. Experten erwarten mittlerweile einen kräftigen Konjunkturaufschwung in den USA für dieses Jahr: Die Volkswirte der Deutschen Bank rechnen mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 6,6 Prozent.

13:34 Uhr

Immuntherapie: Merck erleidet erneuten Rückschlag

Merck muss einen erneuten Dämpfer bei seinem Krebsmittel Bintrafusp alfa hinnehmen. In einer Studie der Phase 2, in der die Immuntherapie als Zweitlinien-Monotherapie bei biliären Tumoren getestet wurde, zeigte Bintrafusp zwar "klinische Aktivität", wie der Darmstädter Pharma- und Life-Science-Konzern mitteilt. In der Untersuchung wurde aber die vordefinierte Wirksamkeitsschwelle, die eine Beantragung der Marktzulassung ermöglicht hätte, nicht erreicht.

Merck hatte erst kürzlich einen herben Rückschlag mit Bintrafusp verdauen müssen und brach eine klinische Studie zur Behandlung von Lungenkrebs mangels Erfolgsaussichten ab. Bintrafusp befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung zum Einsatz bei mehreren schwierig zu behandelnden Krebsarten und ist weltweit noch in keiner Indikation zugelassen.

Merck KGaA
Merck KGaA 144,50

13:04 Uhr

Ausblick enttäuscht: Morphosys-Kurs bricht ein

Morphosys-Aktien geben fast zehn Prozent nach. Der Ausblick des Biotechunternehmens bleibe weit hinter den Erwartungen zurück, sagte ein Händler. Morphosys erwartet für 2021 Umsatzerlöse von 150 bis 200 Millionen Euro.

Morphosys
Morphosys 77,94

12:49 Uhr

Geht die Rekordjagd des Dow weiter?

Wenig verändert dürfte die Wall Street am Dienstag nach der Rekordjagd des Vortages in den Handel starten, wobei der technologielastige Nasdaq-Index etwas fester indiziert wird. Dow-Jones-Index und S&P-500 hatten auf neuen Rekordniveaus die Sitzung beendet. Zuletzt nicht weiter gestiegene Renditen dürften besonders den Technologiewerten helfen, ihre Erholung fortzusetzen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt bei 1,60 Prozent, knapp unter dem Jahreshoch.

Dow Jones
Dow Jones 33.855,56

Für einen wichtigen Impuls könnten die vor der Eröffnung anstehenden Einzelhandelsumsätze für Februar sowie die Industrieproduktion, ebenfalls für Februar, sorgen. Sie werden Hinweise darauf liefern, wie stark sich die US-Konjunktur erholt. Besonderes Augenmerk dürfte angesichts des derzeit dominierenden Zins- bzw.Inflationsthemas auch den Im- und Exportpreisen zukommen.

S&P 500
S&P 500 4.141,25

Im Blick haben die Akteure derweil weiter das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Die Notenbank dürfte dabei trotz des verabschiedeten Hilfspakets und der steigenden Renditen auf Kurs bleiben und ihre lockere Geldpolitik bestätigen. Fed-Präsident Jerome Powell hatte wiederholt betont, dass die Notenbank fest entschlossen sei, geduldig zu sein. Es wird daher erwartet, dass die Fed ihre Botschaft wiederholt, dass sie noch weit von ihren Zielen entfernt sei. Es werde dennoch auf mögliche Aussagen hinsichtlich des jüngsten Anstiegs der Renditen geschaut, heißt es.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 13.817,25

Unternehmensmeldungen sind dünn gesät. Die Aktien von New Fortress legen vor der Startglocke um 1,6 Prozent zu. Zwar schrieb das Energieunternehmen im Gesamtjahr noch einen Verlust, doch im vierten Quartal wurde ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Für die Aktie von Predictive Oncology, ein Entwickler von personalisierten Krebs-Therapien, geht es nach Zahlen um knapp 5 Prozent abwärts.

12:14 Uhr

Schleppendes Impf-Tempo drückt Ölpreis

Zunehmende Sorgen über das schleppende Impftempo in mehreren europäischen Ländern belasten die Ölpreise. Die Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI verbilligen sich um jeweils rund ein Prozent auf 68,25 beziehungsweise 64,75 Dollar je Barrel. Zu den Nachfragesorgen in der Corona-Pandemie kommt die Erwartung weiter ansteigender Rohölvorräte in den USA aufgrund der Winterstürme in Texas.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 65,25
Rohöl WTI
Rohöl WTI 61,65

 

11:58 Uhr

Zalando-Aktie ist mit deutlichem Gewinnplus in Mode

Europas größter Online-Modehändler Zalando hat seinen Gewinn in der Corona-Krise deutlich gesteigert. Das Nettoergebnis kletterte 2020 um mehr als das Doppelte auf rund 226 Millionen Euro nach knapp 100 Millionen Euro im Vorjahr, wie das MDax-Unternehmen mitteilt. Der Dax-Anwärter profitiert davon, dass immer mehr Menschen angesichts vielerorts geschlossener Läden im Internet ihre Kleidung kaufen und nach Hause liefern lassen. Die Zahl der Kunden stieg um ein Viertel auf inzwischen 38,7 Millionen. Dies ließ den Umsatz im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf acht Milliarden Euro klettern.

Nun setzt sich Zalando auch mittelfristig höhere Ziele. Bis 2025 soll das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, GMV) auf mehr als 30 Milliarden Euro zulegen. Das entspricht fast einer Verdreifachung im Vergleich zu 2020, als es bei 10,7 Milliarden lag. Für die Aktien geht es mehr als vier Prozent aufwärts. Die Titel notieren damit in der Spitzengruppe der MDax-Gewinner.

Zalando
Zalando 90,54

11:47 Uhr

Konjunkturzuversicht der Börsianer steigt unerwartet deutlich

Börsianer blicken ungeachtet der langsamen Impffortschritte und der sich anbahnenden dritten Corona-Welle erneut optimistischer auf die deutsche Konjunktur. Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten stieg im März um 5,4 Punkte auf 76,6 Zähler. Das teilt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 189 Analysten und Anlegern mit. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 74,0 Zähler gerechnet. Die konjunkturelle Lage wurde ebenfalls besser bewertet.

"Der Konjunkturoptimismus steigt weiter", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse der Umfrage. Die Finanzmarktexperten gingen "von einer breit angelegten Erholung der deutschen Wirtschaft aus". Sie rechnen demnach damit, dass bis Herbst mindestens 70 Prozent der Bevölkerung ein Impfangebot erhalten werden. "Eine große Mehrheit erwartet allerdings auch eine weiter zunehmende Inflationsrate sowie höhere langfristige Zinsen", sagte Wambach.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte Experten zufolge im laufenden ersten Quartal wegen der Corona-Beschränkungen um etwa zwei Prozent sinken. Ab dem Frühjahr wird Europas größter Volkswirtschaft eine Erholung zugetraut. Im Gesamtjahr könnte es nach Prognose der Bundesregierung zu einem Wachstum von drei Prozent reichen. Das Vorkrisenniveau dürfte damit aber erst Mitte 2022 wieder erreicht werden.

11:20 Uhr

Dax robbt sich an Rekord heran

Der Dax kann seine leichten Gewinne vom Handelsauftakt am Dienstag bis zum Mittag ausbauen. Der Leitindex notiert 85 Punkte oder 0,6 Prozent fester bei 14.546 Zählern. Dem Dax fehlen noch rund 50 Punkte bis zu einem neuen Allzeithoch. "Rückenwind kommt von der Wall Street und aus dem Autosektor", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "VW sind Topgewinner im Dax, nachdem sie einen ordentlichen Gewinn für das vergangene Jahr und einen optimistischen Ausblick geliefert haben. VW zieht zudem die anderen Autowerte wie BMW oder Daimler im Dax mit nach oben", erläutert sie.

10:59 Uhr

E-Autos: Varta-Pläne zünden bei Anlegern

Der deutsche Batterie-Hersteller Varta punktet bei Anlegern mit seinen Plänen, künftig auch Batteriezellen für Elektroautos zu produzieren. Die Aktien legen in der Spitze mehr als zehn Prozent zu und führen damit den MDax an. Hinzukomme, dass viele Anleger bei Varta auf fallende Kurse gesetzt hätten, sagte ein Händler. "Diese sind jetzt gezwungen zu kaufen, um ihre Verluste im Zaum zu halten."

Varta AG
Varta AG 119,50

10:36 Uhr

Nokia streicht bis zu 10.000 Jobs

Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia will in den kommenden zwei Jahren 5000 bis 10.000 Stellen streichen. Ziel sei es, Kosten zu senken und gleichzeitig mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, teilt Nokia mit. Die Restrukturierungskosten bis 2023 bezifferte der Konzern mit 600 bis 700 Millionen Euro.

10:12 Uhr

Aktien im Würgegriff von Inflation und Zinsen?

Joe Biden spritzt Geld, Christine Lagarde macht Tempo, die Inflation zieht an, die Zinsen auch. Ist das nur übliche Begleitmusik für die Finanzmärkte oder steckt mehr dahinter? Darüber sprechen die ntv-Moderatoren Raimund Brichta und Etienne Bell in dieser neuen Folge des ntv-Podcasts "Brichta & Bell - Wirtschaft einfach und schnell".

09:48 Uhr

VW dominiert den Dax

Mit deutlichem Abstand führen VW die Gewinnerliste des Dax bisher an. Die Titel des weltgrößten Automobilherstellers notieren fast vier Prozent im Plus. Dahinter folgen BMW-Papiere mit einem Aufschlag von etwa 1,3 Prozent. Auch Daimler kann zulegen: 0,7 Prozent. "Die VW-Zahlen kommen gut an und ziehen den Sektor mit", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil.

 

09:27 Uhr

BMW steckt sich erstmals Absatzziel für E-Autos

Der Autobauer BMW hat nach einem Medienbericht erstmals ein Absatzziel für reine Elektroautos festgelegt. Auf einer internen Veranstaltung habe BMW-Chef Oliver Zipse angekündigt, 2030 weltweit mindestens 50 Prozent seines Absatzes mit vollelektrischen Fahrzeugen zu bestreiten, berichtet der "Spiegel". Das ambitioniertere Ziel werde Zipse bei der Bilanzvorlage am Mittwoch präsentieren. Bislang hieß es, bis 2023 sollten 20 Prozent aller verkauften Autos elektrifiziert sein - also einen rein elektrischen oder einen Hybridantrieb haben.

Der Münchner Premiumhersteller werde für die künftigen Modelle ab 2025 eine elektrische Fahrzeugarchitektur einführen, berichtete das Magazin weiter. Von jeder Modellreihe solle es eine vollelektrische Variante geben. Ein Sprecher von BMW wollte sich dazu nicht äußern. BMW nennt damit ein ehrgeizigeres Ziel für die reinen Elektroautos als der Konkurrent Daimler, dessen Pkw-Tochter Mercedes-Benz ab 2030 mehr als 50 Prozent Elektro- und Hybridautos verkaufen will. Bis 2039 soll die Mercedes-Neuwagenflotte CO2-neutral sein.

BMW
BMW 86,18

09:08 Uhr

Dax sucht noch 75 Punkte

Die leichten Verluste zum Wochenstart bügelt der Dax direkt zum Start in den Dienstagshandel aus: Der deutsche Börsenleitindex legt 0,4 Prozent auf 14.523 Punkte zu, nachdem er am Montag bei 14.461 Zählern geschlossen und in der Vorwoche bei 14.595 Stellen sein Allzeithoch markiert hatte. Positive Vorgaben von der Wall Street und aus Asien stützen die Kurse hierzulande. Dazu schiebt das Index-Schwergewicht VW mit im Markt gut ankommenden Geschäftszahlen den Dax an.

"Der Dax startet mit Gewinnen und das ist vor allem den Vorgaben aus den USA geschuldet", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Dort meldete der Dow-Jones-Index ein neues Allzeithoch, aber auch die Technologiewerte zogen zum Teil deutlich an", erläutert sie. "In Asien setzte sich diese positive Stimmung fort."

08:26 Uhr

Dax erwartet Dämpfer - Euphorie über Lockerungen verfrüht

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Nach der Rekordjagd in der vergangenen Woche hatten Gewinnmitnahmen den deutschen Börsenleitindex zum Wochenanfang um 0,3 Prozent auf 14.461 Punkte gedrückt.

Dax
Dax 15.320,52

Für Verunsicherung sorgt auch die Aussetzung des Covid-19-Impfstoffs von Astrazeneca nach Berichten über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. Davon könnten mehrere Branchen direkt betroffen sein. Vor allem die Euphorie im Reisesektor nach der "Wiedereröffnung" von Mallorca könnte schnell eine kalte Dusche bekommen, falls erhöhte Inzidenzen zu neuen Lockdowns führen sollten, heißt es am Morgen im Handel. "Selbst wenn die nur lokal sind, würde das für eine massive Planungsunsicherheit sorgen", so ein Händler.

Aktien der Länder, die besonders penibel beim Impfen seien wie Deutschland, könnten dann als riskanter angesehen werden. Ärzteverbände warnen bereits vor einer Verschiebung der Impfzeitpläne "Da immer mehr Länder Astrazeneca-Impfungen aussetzen, verschieben sich auch die Aussichten für eine Durchimpfung der Bevölkerung und damit das Erholungspotenzial der Volkswirtschaft nach hinten", kommentierte ein anderer Händler.

07:58 Uhr

Kältekatastrophe in Texas trifft auch RWE

Der Energiekonzern RWE hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei insbesondere dank eines starken Handelgeschäfts auf 3,2 Milliarden Euro nach zuvor pro forma 3,0 Milliarden Euro geklettert, teilte der Konzernmit. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 85 Cent je Papier erhalten nach zuvor 80 Cent. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Rückgang des Ebitda auf 2,65 bis 3,05 Milliarden Euro. Ursache dafür seien vor allem die Belastungen aus dem Kälteeinbruch in Texas.

RWE
RWE 34,04

07:50 Uhr

Fraport steckt tief in den roten Zahlen

Das ist angesichts der Corona-Krise keine Überraschung: Der Flughafenbetreiber Fraport ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das laufende Jahr rechnet der MDax-Konzern zwar mit einer leichten Verbesserung der Ergebnisse, operativ und unter dem Strich wird aber weiterhin ein Verlust erwartet. Auf eine Dividende werden die Aktionäre auch für 2021 verzichten müssen.

Im laufenden Jahr rechnet Fraport mit einem Passagieraufkommen von unter 20 bis 25 Millionen nach 18,8 Millionen im Vorjahr. Der Konzernumsatz soll 2 Milliarden Euro erreichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird bei 300 bis 450 Millionen Euro gesehen, das Ebit wird "leicht negativ", das Konzernergebnis "negativ" erwartet. Der Vorstand werde vorschlagen, auch für 2021 keine Dividende auszuschütten.

Im vergangenen Jahr brach der Umsatz um mehr als die Hälfte auf 1,68 Milliarden Euro ein. Der Konzernverlust lag bei 690 Millionen Euro, nachdem Fraport im Vorjahr noch einen Gewinn von 454 Millionen eingefahren hatte. Nach Steuern und Dritten stand ein Fehlbetrag von 658 Millionen Euro zu Buche, der Verlust je Aktie lag bei 7,12 Euro. Es war der erste Verlust seit fast 20 Jahren.

Fraport
Fraport 51,14

07:30 Uhr

VW-Boss verdient in Krise Hunderttausende Euro weniger

Der Gewinneinbruch bei Volkswagen macht sich im Einkommen von Konzernchef Herbert Diess bemerkbar, allerdings weniger deutlich als der Gewinn des Konzern 2020 eingebrochen war. Dem 62-Jährigen fließt für 2020 eine Gesamtvergütung von 7,7 Millionen Euro zu, knapp 700.000 Euro weniger als im Vorjahr, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Der operative Gewinn des Konzerns war im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise um 43 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro geschrumpft. Der Jahresbonus für Diess, der sich am operativen Ergebnis und der Rendite bemisst, halbierte sich zwar auf rund zwei Millionen Euro. Zugleich strich Diess 1,8 Millionen Euro an variabler Vergütung ein, die ihm aus der Umstellung des Vergütungssystems erstmals zufloss. Das ist drei Mal mehr als Diess 2019 an Nachzahlungen aus aufgeschobenen Bonuszahlungen erhalten hatte. Dadurch wurde Rückgang in der Vergütung 2020 gedämpft.

Bei dem 2017 überarbeiteten Vergütungssystem nimmt Volkswagen den Aktienkurs und das Ergebnis je Aktie der zurückliegenden drei Jahre zur Grundlage für den langfristigen Bonus. In der Gesamtvergütung, dem Zufluss, sind zudem Pensionszuwendungen von fast 1,6 Millionen Euro enthalten.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05

07:18 Uhr

Wall-Street-Rekorde ziehen Asien-Börsen mit

Getrieben von neuen Rekorden an der Wall Street zeigen sich die Börsenplätze in Ostasien freundlich, besonders bei Halbleiteraktien. Zuletzt hatte der Sektor unter den gestiegenen Marktzinsen gelitten. Daneben waren in den USA auch Konsumwerte gesucht, als Hauptprofiteure des fast zwei Billionen schweren Pakets der Regierung zur Stimulierung der Wirtschaft.

Nikkei
Nikkei 29.188,17

In Japan (plus 0,6 Prozent) folgen die Teilnehmer den US-Vorgaben und kaufen insbesondere Halbleiterwerte, während Energie- und Pharmawerte auf den Verkaufslisten stehen. Ermutigt zeigten sich die Anleger auch von der nachlassenden Dynamik der Covid-Pandemie, die weitere Lockerungen im Wirtschaftsleben ermöglichen dürfte, heißt es.

Gewinne von 0,6 Prozent verzeichnet der HSI in Hongkong. Die Experten von KGI Securities warnen gleichwohl, dass die Aufwärtsdynamik begrenzt sein dürfte und verweisen auf die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch, die viele Anleger im Vorfeld an der Seitenlinie belasse. Gesucht sind Xiaomi (plus 6,5 Prozent), die möglicherweise wieder in den FTSE Russell Index aufgenommen werden.

Auch in Festlandschina beobachten Teilnehmer eine Erholungsbewegung nach den kräftigen Verlusten seit Mitte des vergangenen Monats.

06:51 Uhr

Das wird wichtig für den Dax

Der eher verhaltene Wochenauftakt am deutschen Aktienmarkt lässt für den Dienstagshandel Luft nach oben. Die Handelsspanne des Dax' am Montag betrug lediglich knapp 90 Punkte, auch wenn der Leitindex im Tageshoch nur etwa 25 Zähler von einem neuen Allzeithoch entfernt war, beendete der Dax den Handel 0,3 Prozent schwächer mit einem Stand von 14.461 Punkten. An der Wall Street war der Dow-Jones-Index direkt mit einem Rekord gestartet. Zuvor hatten positive Konjunkturdaten aus China den Handel hierzulande gestützt.

Konjunkturseitig stehen einige Wirtschaftsdaten auf dem Programm, die den Markt durchaus anschieben könnten: So meldet Japan beispielsweise frische Daten zur Entwicklung seiner Industrieproduktion. Aus Deutschland folgen der Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums und Zahlen zu den Beschäftigten in der Industrie. Am Nachmittag stehen in den USA etwa Kennzahlen zum Einzelhandelsumsatz und zur Einwicklung der Importwirtschaft auf der Agenda.

Bei den Unternehmen könnten Anleger Fraport im Blick haben, die mit Zahlen aufwarten; ebenso aber Volkswagen und Wacker Chemie.

Was den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart gebremst und gestützt hat, lesen Sie hier.

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