Mittwoch, 08. Juli 2020Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:59 Uhr

Sind Aktien "immun" gegen Corona-Krise? Dax fällt auf hohem Niveau

Belastet von anhaltenden Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Erholungsrally hat der deutsche Aktienmarkt schwächer geschlossen. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich auf die weltweit steigenden Coronavirus-Infektionszahlen, nachdem viele Anleger die damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft zuletzt teils ausgeblendet hatten.

Dax
Dax 12.693,29

Der Dax weitete seine über weite Strecken moderaten Verluste im späten Handel aufgrund einer nachgebenden Wall Street aus und fiel unter die als Unterstützungszone geltende Marke von 12.500 Punkten.

Letztlich büßte der deutsche Leitindex 0,97 Prozent auf 12.494 Punkte ein, nachdem er am Dienstag einen ähnlich hohen Verlust verzeichnet hatte. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte schloss am Mittwoch 0,56 Prozent tiefer bei 26.758 Punkte.

Angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Corona-Epidemie in den USA mit drohenden neuen Lockdowns und düsteren Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa befinden sich die Aktienmärkte beiderseits des Atlantiks trotz der aktuellen Gewinnmitnahmen auf extrem hohem Niveau. Während einige Beobachter ein gefährliches Auseinanderdriften von Finanzmarkt und Realwirtschaft diagnostizieren, glauben andere, die Börsen seien "immunisiert" gegen die Corona-Krise und glauben nicht an einen bevorstehenden Rückschlag. Er halte den Aktienmarkt für relativ immun gegen die Corona-Krise, sagt etwa Gregory Perdon, Co-Chief Investment Officer bei Arbuthnot Latham & Co. Da die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank die Anleiherenditen auf niedrigem Niveau regelrecht festgenagelt hätten, könnten die Aktienkurse kaum fallen.

17:34 Uhr

Agentur stuft Länder in Rekordtempo auf Ramschniveau

Infolge der Corona-Krise sind nach Angaben der Ratingagentur Fitch so viele Länder-Bonitäten herabgestuft worden wie nie zuvor. Erstmals werde es mehr Staaten mit einer Schuldenbewertung auf Ramschniveau geben, als mit einer noch als ausfallsicher geltenden Bewertung, prognostiziert Fitch. In diesem Jahr seien 26 Länder von Herabstufungen betroffen, etlichen drohe angesichts eines negativen Rating-Ausblicks das gleiche Schicksal.

Je schlechter ein Rating ist, umso teurer und komplizierter wird es für den Schuldner, sich am Kapitalmarkt Geld zu besorgen.

17:21 Uhr

Lagarde lässt sich Zeit und den Euro steigen

Der Euro legt im Nachmittagshandel merklich zu. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1343 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch deutlich unter 1,13 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1286 (Dienstag: 1,1290) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8857) Euro.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,18

Der Euro profitierte von einem im Vergleich zu den USA günstigeren Verlauf der Corona-Krise. Vor allem die hohe Zahl von Neuinfektionen mit dem Corona-Virus könnte tendenziell die US-Wirtschaft belasten. Mit rund 60.000 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden haben die USA einen Höchststand bei den Neu-Ansteckungen erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch veröffentlicht hatte. In Europa hat sich das Infektionsgeschehen hingegen merklich beruhigt.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte im Gespräch mit der "Financial Times" die abwartende Haltung der Notenbank: "Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten." Eine weitere Lockerung der Geldpolitik steht also voraussichtlich zunächst nicht an. Eine Ausweitung des in der Krise aufgelegten Anleihekaufprogramms PEPP könnte tendenziell den Euro belasten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89923 (0,90150) britische Pfund, 121,39 (121,61) japanische Yen und 1,0624 (1,0643) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1815 Dollar gehandelt. Das waren etwa 21 Dollar mehr als am Vortag.

17:01 Uhr

Apothekenkette Walgreens will 700 Arztpraxen eröffnen

Walgreens Boots Alliance steigen an der Wall Street um 1,5 Prozent. Die Apotheken- und Drogeriekette erwirbt eine 30-Prozent-Beteiligung an VillageMD. Ziel sei es, 700 VillageMD-Praxen zur medizinischen Grundversorgung in Walgreens-Filialen zu eröffnen, so das Unternehmen.

16:58 Uhr

Britisches Konjunkturprogramm lässt Pfund steigen

Das britische Pfund legt zum Dollar zu, nachdem Schatzkanzler Rishi Sunak neue Wirtschaftsstimuli angekündigt hat. In seiner Anhörung sagte Sunak, die Regierung werde Unternehmen einen Bonus zahlen, wenn diese Mitarbeiter auch dann weiterbeschäftigten, wenn die im Zuge der Corona-Krise gewährten Unterstützungsmaßnahmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen im Oktober endeten. Geplant sei ein Bonus von 1.000 Pfund je Mitarbeiter, der bis mindestens Januar weiterbeschäftigt werde und ein Monatsgehalt von mindestens 520 Pfund beziehe.

Außerdem werde die Untergrenze für die Stempelsteuer beim Kauf von Eigenheimen auf 500.000 von 125.000 Pfund angehoben. Diese Regelung gelte bis Ende März kommenden Jahres.

Um das Gastgewerbe zu unterstützen, werde die britische Regierung jedem Restaurantbesucher einen Preisnachlass von 50 Prozent auf Speisen gewähren.

Das Pfund steigt auf 1,2578 Dollar von 1,2541 vor Ankündigung der Maßnahmen. Der Euro zeigt sich wenig verändert bei 0,90006 Pfund.

16:18 Uhr

Ölpreise bewegen sich kaum

Die Ölpreise zeigen sich gut behauptet, nachdem am späten Vorabend ein US-Branchenverband einen Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA für die zurückliegende Woche um 2,0 Millionen Barrel gemeldet hatte. Zugleich verringerten sich aber die Benzinbestände weiter um 1,8 Millionen Barrel.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 41,83

Nun warten die Akteure gespannt auf die offiziellen Daten der staatlichen Energy Information Agency. Der Preis für ein Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI steigt um 0,1 Prozent auf 40,65 Dollar. Brent-Öl verteuert sich um 0,1 Prozent auf 43,14 Dollar.

16:13 Uhr

Schlimmer als Covid-19? Konzerne starten Offensive gegen Antibiotika-Resistenz

Im Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch multiresistente Keime will die Pharmaindustrie ihre Kräfte bündeln. Nachdem sich die meisten führenden Arzneimittelhersteller aus der Erforschung neuer Antibiotika zurückgezogen haben, will die Branche dieses Thema auch angesichts der Corona-Pandemie verstärkt angehen.

Die neue Antibiotika-Initiative, an der unter anderem Roche, Novartis, GlaxoSmithKline, Bayer und Merck beteiligt sind, soll am Donnerstag zeitgleich in Berlin und Washington angekündigt werden. Man habe fast eine Milliarde Dollar einsammeln können, hieß es im Umfeld der Teilnehmer. Ziel sei, bis 2030 zwei bis vier neue Antibiotika zu entwickeln, die zur Behandlung antimikrobieller Resistenzen eingesetzt werden könnten. Auch die Bundesregierung unterstützt die Initiative. Langfristig könnte der unkontrollierte Anstieg antimikrobieller Resistenzen (AMR) größere Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft haben als Covid-19, heißt es in der Einladung zur Vorstellung der Initiative.

15:58 Uhr

US-Märkte starten mit Gewinnen

Nach den gestrigen Verlusten startet die Wall Street etwas fester in den Mittwochshandel. Gesucht sind vor allem Technologiewerte. Der Dow-Jones-Index steigt kurz nach der Startglocke um 0,3 Prozent auf 25.967 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 0,5 und der Nasdaq-Composite 0,8 Prozent.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 11.010,98

Beobachter sind dennoch skeptisch: Die Corona-Pandemie habe die Aktienmärkte fest im Griff, heißt es. In den USA hat die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag die Rekordhöhe von 60.000 erreicht.

In Deutschland liegt der Dax am Nachmittag weiter bei 12.577 Punkten und somit 0,3 Prozent im Minus.

15:16 Uhr

Bayer zieht Glyphosat-Vergleich teilweise zurück

Bayer und Glyphosat-Klägeranwälte ziehen Teile ihres mühsam gefundenen Vergleichs bei Gericht zurück. Damit ziehen sie die Konsequenz aus Bedenken, die der zuständige US-Bundesrichter an dem milliardenschweren Paket geäußert hatte. Der Deal sollte die Tausenden Klagen mutmaßlich durch Glyphosat geschädigter Kunden in den USA beilegen und so die Kosten für Bayer begrenzen.

15:06 Uhr

Weltgrößter Einzelhändler startet Offensive gegen Amazon

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Werden die Walmart-Kunden dieses Einkaufserlebnis vermissen?

(Foto: AP)

Ist Amazon, der weltgrößte Onlinehändler, Cloudcomputing- und Streaming-Anbieter überhaupt zu stoppen? An der Börse geht es für die Aktie immer weiter nach oben, allein in diesem Jahr um gut 60 Prozent. Amazon gilt als der große Corona-Krisen-Gewinner.

Der größte im Einzelhandel in den USA und weltweit ist Amazon aber noch lange nicht. Das ist - mit Abstand - immer noch Walmart. Der Platzhirsch will nun nicht weiter zusehen, wie Amazon ihm Marktanteile abnimmt und startet mit Walmart+ eine Gegenoffensive. Für die Abo-Mitgliedschaft zum Preis von knapp 100 Dollar im Jahr bekommen die Kunden kostenlose Lieferungen am selben Tag sowie Preisnachlässe unter anderem an Tankstellen. Wallmart-Aktien legten nach dem Bekanntwerden der Nachricht deutlich zu, Amazon liegen leicht im Minus.

14:20 Uhr

Warren Buffett spendet fast drei Milliarden Dollar in einer Woche

Warren Buffett hat wieder einmal einen Teil seines Milliardenvermögens abgegeben. Laut Mitteilung von Berkshire Hathaway spendete er in der vergangenen Woche Aktien der Holding im Wert von 2,9 Milliarden Dollar. Die 16 Millionen Anteilsscheine gingen unter anderem an die Stiftung von Bill und Melinda Gates sowie mehrere gemeinnützige Stiftungen, die von Buffetts Kindern kontrolliert werden. In den letzten 15 Jahren hat Buffett damit insgesamt Aktien im Wert von 37 Milliarden Dollar abgegeben.

Der 89-jährige Buffett ist trotzdem noch sechstreichster Mensch der Welt mit einem Vermögen von mehr als 70 Milliarden Dollar.

13:20 Uhr

Google zahlt Millionen an Covid-19-Verschwörungstheoretiker

Google, Amazon und andere Online-Werbeanzeige-Anbieter werden in diesem Jahr einer Studie zufolge Verbreitern von Falschinformationen zur Corona-Pandemie mindestens 25 Millionen Dollar Einnahmen berscheren. Allein Google sorgt dabei für Einnahmen von 19 Millionen Dollar von Internetseiten, die Verschwörungstheorien und andere Falschinformationen zu Corona verbreiten. Dabei beschränkte sich die Studie des Global Disinformation Index auf die Analyse englischsprachiger Internetseiten und die dort auftauchenden Werbeanzeigen. Social-Media-Seiten wurden nicht berücksichtigt. Die Gesamteinnahmen durch Falschinformationen im Netz dürften also noch wesentlich höher liegen.

Unter den Anzeigen, die auf solch fragwürdigen Seiten auftauchten, waren auch diejenigen von bekannten internationalen Marken wie L'Oréal, Seat, Merck oder Canon.

13:11 Uhr

Corona und Spannungen mit China - Verluste an der Wall Street erwartet

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.354,40

Für den heutigen Start zeichnen sich an der Wall Street kleine Verluste ab. Die Corona-Pandemie habe die Aktienmärkte fest im Griff, sagen Händler. In den USA hat die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag die Rekordhöhe von 60.000 erreicht. In dieser Situation bereite der Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation den Anlegern zusätzlich Sorgen. Zudem haben sich Vertreter der US-Notenbank erneut besorgt über die Gefahren der Pandemie für Finanzsystem und Wirtschaft geäußert.

Die Spannungen zwischen China und den USA rücken ebenfalls wieder in den Fokus. Einem Medienbericht zufolge könnten Berater des US-Präsidenten im Streit um das Sicherheitsgesetz für Hongkong versuchen, Banken in der Sonderverwaltungszone zu bestrafen, indem sie die Kopplung des Hongkong-Dollar an den US-Dollar unterminieren. Das würde Hongkong noch weiter destabilisieren und negative Währungseffekte auf die Unternehmensgewinne verstärken, meint Jasper Lawler von London Capital Group.

12:48 Uhr

Anleger investierten jahrelang in Anleihen der Mafia

Auf der Suche nach hohen Rendite im Niedrigzinsumfeld haben internationale Banken, Pensionsfonds, Hedgefonds und Verwalter großer Privatvermögen offenbar jahrelang Anleihen von Strohfirmen der italienischen Mafia gekauft. Das berichtet die "Financial Times". Demzufolge investierten die Anleger zwischen 2015 bis 2019 rund eine Milliarde Euro in Anleihen, die mit Einnahmen der 'Ndrangheta - teils aus legalen, teils aus illegalen Geschäften - abgesichert waren. Die Anleihen hatten alle weder Ratings von Ratingagenturen noch wurden sie an den Finanzmärkten gehandelt. An einer Transaktion der Papiere war unter anderem EY als Berater beteiligt.

12:44 Uhr

Salzgitter-Aktionäre gehen erstmals seit 20 Jahren leer aus

Die Aktionäre des Stahlkonzerns Salzgitter sollen wegen der schwierigen Lage für Unternehmen und Konjunktur auf eine Gewinnbeteiligung in diesem Jahr verzichten. "Angesichts der spürbar negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Geschäftsverlauf des Salzgitter-Konzerns halten Vorstand und Aufsichtsrat die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2019 nicht für angemessen", sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.

Salzgitter
Salzgitter 12,66

Im Mai hatte der Stahlhersteller angekündigt, dass bei der Hauptversammlung erstmals seit dem Börsengang 1998 keine Auszahlung vorgeschlagen werden soll. Salzgitter hatte aufgrund hoher Abschreibungen sowie Umbaukosten im Geschäftsjahr 2019 einen beträchtlichen Verlust verbucht. Ein schwacher Stahlmarkt hatte die Zahlen im ersten Quartal 2020 aber weiter gedrückt. Dabei fiel ein Nettoverlust von 43,7 Millionen Euro an, nach einem Plus von fast 97 Millionen Euro im Vorjahr.

Zuletzt rechnete Salzgitter daher für 2020 mit einem "beträchtlichen, sehr wahrscheinlich dreistelligen" Millionen-Euro-Verlust und einem "merklich" reduzierten Umsatz. Eine genauere Prognose ist aus Sicht des Konzerns nicht möglich. Aufgrund der vielen denkbaren Szenarien sei jeder Versuch Spekulation, sagte Fuhrmann bei der Online-Hauptversammlung. Mit Blick auf Spekulationen über eine Fusion etwa mit dem Konkurrenten Thyssenkrupp bekräftigte der Salzgitter-Chef: "Wir sehen aktuell kein Szenario, das unsere Situation im Vergleich zur Eigenständigkeit verbessern würde."

12:23 Uhr

Goldpreis auf Rekordkurs - 1800-Dollar-Marke geknackt

Der Goldpreis hat zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 die Marke von 1800 Dollar übersprungen. Anleger wetten offenbar, dass ein neues Allzeithoch möglich ist.

An der Börse in London wurde eine Unze am zum Preis von 1800,86 Dollar. In Euro umgerechnet befindet sich der Goldpreis mit knapp 1596 Euro bereits auf Rekordniveau. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus gilt Gold als sichere Anlage in Krisenzeiten.

Bereits im Mai hatte der Preis für Gold wegen der Corona-Pandemie den höchsten Stand seit Oktober 2012 erreicht. 2011 war er erstmals über die 1800-Dollar-Marke gestiegen.

12:23 Uhr

Gute China-Nachrichten treiben Daimler

Gute Nachrichten für Daimler lassen die Aktien zeitweise ein Prozent gegen den Markt steigen. Der Dax fällt 0,6 Prozent. Zum einen stützt die Bestätigung der Dividendenzahlung von 0,90 Euro auf der Hauptversammlung, zum anderen die Absatzzahlen.

"Gerade die starke und vor allem schnelle Erholung im China-Absatz untermauert die Hoffnung auf eine V-Erholung", sagt ein Händler. In China ging es bei Mercedes-Benz um fast 22 Prozent nach oben. Insgesamt fiel der Absatz im ersten Halbjahr um knapp 21 Prozent. Händler hatten aber bereits im Rahmen der BMW-Zahlen betont, dass kalenderbasierte Vergleiche zwischen Herstellern diesmal wenig sinnvoll seien, da unterschiedliche Märkte mit jeweils eigenen Lockdown-Zeiträumen zu kämpfen hätten.

12:19 Uhr

Gewinnmitnahmen drücken Dax in Minus

Der deutsche Aktienmarkt gibt weiter nach. Der Leitindex Dax schaffte nur kurz den Sprung ins Plus und fiel gegen Mittag wieder um 0,72 Prozent auf 12.525 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte büßte 0,71 Prozent auf 26.717 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,9 Prozent. Börsianer sprachen von anhaltenden Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Erholungsrally.

11:24 Uhr

Düstere Prognose für Deutschland: "Werden nur Enttäuschungen erleben"

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet im nächsten Jahr nur mit einer leichten Erholung im Exportgeschäft. Es werde ein Plus im einstelligen Prozentbereich geben, "vielleicht sieben Prozent, wenn es richtig gut läuft", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Für 2020 bekräftigte er die Prognose, dass der Export wegen der Coronavirus-Krise um 15 Prozent schrumpfen wird. "Wir werden in den nächsten Monaten nur Enttäuschungen erleben." Dadurch fehlten dann 300 Milliarden Euro in der Exportbilanz.

Das wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben. Treier sagte, in guten Jahren entstünden 200.000 Jobs an den Auslandsstandorten der deutschen Unternehmen. Das werde dieses Jahr nicht gelingen. "Es wird einen Aderlass geben." Es könnten rund 200.000 Arbeitsplätze bei den Auslandstöchtern gestrichen werden.

10:53 Uhr

Daimler verschärft Sparkurs - B-Klasse vor dem Aus?

Bei der Daimler-Hauptversammlung heißt das Motto des nun seit einem Jahr amtierenden Konzernchefs: sparen, sparen, sparen! Källenius will angesichts der Corona-Krise mehr sparen und den Autohersteller noch effizienter machen. "Unsere bisherigen Effizienzziele haben die bevorstehende Transformation abgedeckt, aber nicht eine weltweite Rezession", sagte der Manager bei der Online-Hauptversammlung des Konzerns in Stuttgart. "Deswegen schärfen wir unseren Kurs nach." Man sei derzeit in konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Details nannte Källenius nicht.

Das "Handelsblatt" berichtet unterdessen, dass ganze Modellreihen auf dem Prüfstand stünden. So stehe die B-Klasse möglichweise vor dem Aus. Der Konzern dementierte allerdings vehement, dass es entsprechende Pläne gebe.

10:43 Uhr

Jetzt auch Microsoft - Tech-Konzerne legen sich mit China wegen Hongkong an

Nach der Einführung des neuen Sicherheitsgesetzes in Hongkong wollen auch die Tech-Firmen Microsoft und Zoom keine Nutzerdaten mehr an die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone weitergeben. Microsoft werde die neue Gesetzgebung erst überprüfen und mindestens solange die Weitergabe von Informationen aussetzen, erklärte das Unternehmen. Zuvor hatten Facebook, Twitter und Google ähnliche Schritte eingeleitet.

Am Montag hatten Facebook und der dazu gehörige Nachrichtendienst Whatsapp mitgeteilt, Anfragen der Hongkonger Behörden nach Informationen nicht mehr nachzukommen. Das neue Sicherheitsgesetz werde zunächst nach "Konsultationen mit Menschenrechtsexperten" bewertet, erklärte das US-Unternehmen.

10:17 Uhr

Delivery Hero füllt Kriegskasse mit Milliarden auf

In der Lieferbranche herrscht ein harter Konkurrenz- und Übernahmekampf. Dabei möchte Delivery Hero nicht nur zuschauen. Jetzt hat der Berliner Konzern mit der Emission zweier Wandelanleihen über Nacht 1,5 Milliarden Euro eingesammelt. Das frische Geld will Delivery Hero vor allem "zum Ergreifen von sich möglicherweise bietenden attraktiven Investitionsmöglichkeiten" verwenden, wie es in einer Mitteilung hieß.

Die beiden gleich großen Tranchen der Wandelanleihe laufen bis Juli 2025 und bis Januar 2028 und werden mit 0,875 und 1,5 Prozent verzinst. Sie sind in 10,2 Millionen Delivery-Hero-Aktien wandelbar; das sind knapp fünf Prozent des Grundkapitals.

09:43 Uhr

Corona-Ausbruch heizt Kupfer-Rally an

Aus Furcht vor Angebotsengpässen decken sich Anleger mit Kupfer ein. Das wichtige Industriemetall kostet mit 6198 Dollar je Tonne so viel wie zuletzt vor einem knappen halben Jahr. Die Minen in Chile, des weltweit größten Exporteurs, wollen die Förderung drosseln, um die Ausbreitung des Coronavirus unter ihren Arbeitern einzudämmen.

09:21 Uhr

Corona beschert Post glänzendes Ergebnis - trotzdem Tausende Jobs in Gefahr

Die einzigen Gewinner im Dax sind gerade die Aktien der Deutschen Post mit einem Plus von einem Prozent auf 34,04 Euro.

Das operative Ergebnis des Brief- und Paketzustellers habe die Markterwartung um 30 Prozent übertroffen, lobt Analyst David Kerstens von der Investmentbank Jefferies. Er bekräftige daher seine Kaufempfehlung und hebe das Kursziel auf 38 von 36 Euro.

Während die Aktionäre sich freuen können, ist die Lage für die Mitarbeiter durchwachsen. Postchef Appel kündigt einen Sonderbonus von 300 Euro für alle Beschäftigten an. Trotz eines insgesamt positiven Verlaufs des zweiten Quartals schließt Appel Entlassungen nicht vollständig aus. Wenn es Kunden aufgrund der Corona-Krise schlecht gehe, habe das Auswirkungen auf die Post als Dienstleister.

Laut der britischen Gewerkschaft Unite plant DHL in Großbritannien bis zu 2200 Mitarbeiter zu entlassen, die im Bereich Supply Chain für die Belieferung der Jaguar-Land-Rover-Werke tätig sind. Betroffen seien von dem Stellenabbau fast 40 Prozent der DHL-Mitarbeiter des JLR-Logistik-Vertrags, teilte die Gewerkschaft mit. Laut Gewerkschaft hat DHL als Gründe die rückläufige Automobilproduktion im Zusammenhang mit der Corona-Krise sowie Effizienzgewinne angegeben.

09:20 Uhr

Dax-Anleger gehen auf Nummer sicher

Die Bären geben am Morgen am deutschen Aktienmarkt den Ton an: Wegen steigender Coronavirus-Infektionszahlen gehen weitere Dax-Anleger auf Nummer sicher und machen Kasse. Der deutsche Leitindex verlor zur Eröffnung 0,6 Prozent auf 12.548 Punkte.

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Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte büßte 0,55 Prozent auf 26 760,66 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,7 Prozent.

Derzeit seien die Lager der Konjunktur-Optimisten und -Pessimisten etwa gleich stark, schrieben die Analysten der Citigroup. Weitere größere Kursgewinne seien darum vorerst nicht zu erwarten. Sie rieten daher, Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen.

08:59 Uhr

CoBa-Boss verzichtet bei Abgang auf Millionen

Gerade beginnt in Frankfurt eine sehr außergewöhnliche Aufsichtsratssitzung: Die Commerzbank muss sowohl Vorstands- als auch Aufsichtsratsvorsitz neu besetzen, nachdem die Chefs beider Gremien gleichzeitig ihren Rücktritt angekündigt haben. Zudem soll das Sparprogramm der dauerkriselnden Bank inklusive Streichung Tausender Stellen drastisch ausgeweitet werden. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Martin Zielke hat dabei einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge angekündigt, auf ihm zustehende variable Gehaltsbestandteile von 1,5 Millionen Euro zu verzichten. 

Neben der variablen Vergütung sieht Zielkes Vertrag laut "Handelsblatt" allerdings auch vor, dass er sein Grundgehalt von zuletzt 1,67 Millionen Euro pro Jahr bis zum Ende seines Kontrakts im November 2023 weiterbezahlt bekommt. Abhängig von seinem genauen Austrittstermin werde Zielke damit insgesamt einen mittleren einstelligen Millionen-Betrag erhalten, berichtete die Zeitung. Die Commerzbank wollte sich demnach nicht dazu äußern.

08:37 Uhr

Dax niedriger erwartet - Commerzbank im Blick

Dax
Dax 12.693,29

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit erneuten Kursabschlägen starten. Gewinnmitnahmen und Kursverluste beim Dax-Schwergewicht Bayer hatten den Index gestern 0,9 Prozent schwächer bei 12.616 Punkten schließen lassen.

Spannend dürfte es zur Wochenmitte bei der Commerzbank werden. Der Aufsichtsrat tritt zusammen, um nach den Rücktrittsankündigungen von Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann über die Neubesetzung der Führungsspitze zu beraten. Relevante Konjunkturdaten stehen am Mittwoch nicht auf dem Terminplan.

07:56 Uhr

Levi's streicht Hunderte Jobs

Levi Strauss & Co
Levi Strauss & Co 10,80

Der traditionsreiche Jeans-Hersteller Levi Strauss (Levi's) will nach einem starken Umsatzrückgang und roten Zahlen in der Corona-Krise Hunderte Stellen streichen. Im zweiten Quartal brachen die Erlöse im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 498 Millionen Dollar (442 Mio Euro) ein, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss in San Francisco mitteilte.

Unterm Strich erlitt Levi's einen Quartalsverlust von 363 Millionen Dollar. Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursabschlägen. Um die Kosten zu senken, sollen jetzt rund 700 Bürojobs wegfallen. Das entspricht laut Levi's etwa 15 Prozent der Stellen außerhalb von Verkauf und Produktion. Die Maßnahme soll jährlich 100 Millionen Dollar einsparen. Insgesamt hat Levi's nach eigenen Angaben rund 14 400 Mitarbeiter. Das Unternehmen war 2019 nach langer Abstinenz an die Börse zurückgekehrt, doch die Aktie ist seitdem stark gesunken.

07:18 Uhr

Hoffnung auf Restwert von Wirecard - Filetstücke gesucht

Wirecard
Wirecard 1,68

Wirecard dürften heute erneut von Spekulationen auf einen Restwert des Unternehmens getrieben werden. Die Aktie hatte am Vortag mit einer Rally von 2,20 auf 3,40 Euro reagiert, nachdem der Insolvenzverwalter von über 100 Interessenten am Kerngeschäft, das Acquiring und Issuing-Geschäft, berichtet hatte.

Die Vorbereitungen zum Verkauf der US-Tochter seien sogar schon weit fortgeschritten. "Alle dürften sich darum streiten, die Filetstücke herauszureißen, aber offen ist weiter, was die Aktionäre des Gesamtkonzerns davon haben werden", warnte ein Händler.

07:04 Uhr

Asia-Börsen geraten ins Schwanken

Die asiatische Aktien zeigen sich erneut gezeigt. Die Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung ließen die Anleger nicht los, da einige Staaten einen Anstieg der Coronavirus-Fälle verzeichneten. Allein in den USA stieg die Zahl der Infizierten auf über drei Millionen, der US-Bundesstaat Kalifornien meldete am Dienstag mit mehr als 10.000 Coronavirus-Fälle einen Rekordanstieg binnen 24 Stunden. Auch im australischen Bundesstaat Victoria nahmen die bestätigten Fälle zu. In Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden daraufhin wieder Ausgangsbeschränkungen für zunächst sechs Wochen verhängt.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

Analysten sehen die Verluste an den Börsen nach der jüngsten Rally als eine Konsolidierung der Märkte, wobei diese vor der bevorstehenden Bilanzsaison weitgehend eine abwartende Haltung einnehmen, sagte NAB-Ökonom Tapas Strickland. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,2 Prozent tiefer bei 22.572 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,1 Prozent und lag bei 1571 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,7 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,8 Prozent.