Mittwoch, 22. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:59 Uhr

Dax muss die Gewinne verdauen

Am Tag nach der großen Euphorie über das EU-Finanzpaket haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt die Füße still gehalten. "Das ist ein typischer Konsolidierungstag, also eine Verschnaufpause", sagte ein Händler.

DAX
DAX 12.677,20

Gewinnmitnahmen und Verunsicherung über die Konjunkturaussichten drückten den Dax um 0,5 Prozent auf 13.104 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte sogar 1,0 Prozent niedriger bei 3369 Zählern.

Im Dax gaben Merck um 2,7 Prozent nach, Bayer um 2,8 Prozent und Conti nach schwachen Vorlagen von Valeo um 2 Prozent. Auf der anderen Seite stiegen BASF um 1,1 Prozent, Fresenius um 0,9 Prozent und Deutsche Börse um 0,7 Prozent. Zeitweise markierten Deutsche Börse sogar neue Rekordstände.

Deutlich besser lief es in der zweiten Reihe am deutschen Aktienmarkt: Der TecDax zog um 1,1 Prozent an. Gestützt wurde er neben Software AG auch von Evotec, die jeweils 5,2 Prozent gewannen.

Viele Anleger bevorzugen jedoch den sicheren Hafen. Der Goldpreis setzte seine Hausse fort: Die Feinunze kostete 1856 Dollar, rund 13 Dollar mehr als am Dienstag, und liegt nur noch knapp 70 Dollar unter dem Rekordstand vom 6. September 2011. "Selbst US-Präsident Donald Trump warnte davor, dass das Schlimmste noch nicht hinter den Amerikanern liege", begründete Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader die Verschnaufpause am Aktienmarkt. Die Corona-Todesfälle sind dramatisch gestiegen.

Börsianer beschäftigte am Mittwoch auch, dass sich in Europa die Erwartungen für die Unternehmensergebnisse im zweiten Quartal weiter verdüstert haben, wie aus Daten des Anbieters Refinitiv hervorgeht. Bei den im Stoxx 600 gelisteten Firmen werde nun ein Rückgang der Quartalsgewinne um 58,6 Prozent erwartet. Vor einer Woche lag die Vorhersage noch bei einem Minus von 56,2 Prozent.

Das war der Börsen-Tag für heute, morgen Früh geht es an dieser Stelle munter weiter. Wenn Sie sich fragen, ob die Jagd am Aktienmarkt morgen wieder losgeht, klicken Sie sich in diesen Beitrag unserer TV-Kollegen rein. Friedhelm Tilgen spricht mit Robert Halver von der Baader Bank über mangelnde Parkmöglichkeiten und Volatilitäten:

 

17:37 Uhr

Bei Daimler stehen wohl noch mehr Stellen auf der Kippe

Bei Daimler sind die Pläne zum Personalabbau in der Corona-Krise nach einem Bericht des "Manager Magazins" noch umfangreicher als bisher bekannt. Global könnten inklusive nicht neu besetzter Stellen rund 30.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtet das Magazin mit Verweis auf Unternehmensquellen.

Daimler
Daimler 40,56

Daimler-Chef Ola Källenius wolle die Gewinnschwelle um zehn bis 15 Prozent drücken und die Kosten entsprechend senken. Auch Werksschließungen lasse er durchrechnen. Källenius werde seinen Plan Ende Juli dem Aufsichtsrat vorstellen. Zuletzt hieß es in Konzernkreisen, rund 20.000 der insgesamt knapp 300.000 Beschäftigten sollten in den kommenden Jahren das Unternehmen verlassen. Ein Daimler-Sprecher wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

17:13 Uhr

Der nächste VW-Manager muss seinen Posten räumen

Bei Volkswagen steht nach einem Zeitungsbericht ein weiterer Abgang eines Spitzenmanagers an. VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann müsse seinen Vorstandsposten bei der Kernmarke Volkswagen räumen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise.

99038955.jpg

Jürgen Stackmann

(Foto: picture alliance / Holger Hollem)

In den vergangenen Wochen traten bereits Skoda-Chef Bernhard Maier, Traton-Chef Andreas Renschler, der Leiter der Van-Sparte Thomas Sedran und Software-Chef Christian Senger ab. VW war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar zu erreichen.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 132,18

 

16:59 Uhr

MAN will Tausende Jobs in Deutschland abbauen

Der Job-Kahlschlag in der Autobranche nimmt kein Ende ... Der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions will fast 4000 seiner weltweit etwa 14.000 Arbeitsplätze abbauen. Allein in Deutschland sollten rund 3000 Mitarbeiter gehen, teilte das Augsburger Unternehmen mit. Das Unternehmen begründete dies hauptsächlich mit der Corona-Pandemie. Es erwartet auch in den kommenden Jahren stagnierende Umsätze und will die Kosten deswegen um 450 Millionen Euro senken.

MAN
MAN 49,20

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kündigte an, in Gesprächen mit den Verantwortlichen des Unternehmens Unterstützungsmaßnahmen prüfen zu wollen. Er deutete an, dass es vielleicht Möglichkeiten im Bereich der Wasserstoff-Entwicklung geben könnte. Ziel sei die Rettung möglichst vieler der 4300 Jobs in Augsburg, sagte der Minister. MAN Energy Solutions ist Teil des Volkswagen-Konzerns, soll allerdings verkauft werden.

16:51 Uhr

Impfhoffnung treibt Pfizer

Die US-Börsen kommen angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den Regierungen in Washington und Peking nur schwer vom Fleck.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 schaffen lediglich ein kleines Plus von 0,2 Prozent.  "Wir haben genug Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus, und die Verschärfung des Streits zwischen China und den USA hilft uns nicht weiter", sagte Investmentstratege Sam Stovall vom Analysehaus CFRA Research in New York. 

Rund vier Prozent aufwärts geht es hingegen für die Papiere von Pfizer. Der Pharmakonzern hat gemeinsam mit der Mainzer Biotech-Firma BioNTech mit der US-Regierung einen Liefervertrag über einen potenziellen Corona-Impfstoff geschlossen. BioNTech und Pfizer haben den Impfstoff-Kandidaten BNT162b1 entwickelt, der in frühen Studien zur Bildung von Antikörpern und T-Zellen bei den Probanden führte.

16:37 Uhr

... und eine italienische Bank ist plötzlich Anlegers Liebling

Vom Saulus zum Paulus ... Für Monte dei Paschi geht es in Mailand um 6,7 Prozent nach oben. Hintergrund ist eine mögliche Rating-Hochstufung durch Moody's angesichts der Fortschritte der Bank beim Abbau bilanzieller Risiken. Die Bank lagert faule Kredite aus. Mit der staatlichen Asset Management Company, die für die Verwaltung fauler Kredite zuständig ist, hat sie sich auf den Transfer von notleidenden Krediten im Volumen von mehr 8 Milliarden Euro geeinigt.

Monte dei Paschi
Monte dei Paschi 1,45

16:19 Uhr

Diese Aktie fliegt in hohem Bogen aus den Depots ...

Wirecard ist nicht alles, blicken wir wieder über den Tellerrand ... Die Aktien des britischen Sanierungsspezialisten Melrose haben heute die Fallsucht. Die Anteilsscheine des Finanzinvestors brechen zeitweise 20 Prozent ein. Das Umfeld ist schwierig für den Restrukturierungsspezialisten, der Unternehmen kauft, saniert und wieder verkauft.

Melrose
Melrose 1,16

Nach einem schwachen ersten Halbjahr macht der Ausblick wenig Hoffnung. Das Unternehmen muss Stellen streichen und lässt die Dividende ausfallen, um die Liquidität zu sichern. "Die beiden Investitionsschwerpunkte, die Automobil- wie auch die Luft- und Raumfahrtindustrie, leiden überproportional unter der Corona-Krise", so die Analysten von AJ Bell. Bekannt wurde Melrose durch die milliardenschwere feindliche Übernahme des Luftfahrt- und Automobilzulieferers GKN 2018.

16:04 Uhr

Ermittler zu Wirecard: "Streng hierarchisch, geprägt von Korpsgeist und Treueschwüren"

In der Pressemitteilung der Münchener Staatsanwaltschaft heißt es: "Die Beschuldigten sollen … das Vermögen des Unternehmens durch den Kauf von Unternehmen und Unternehmensteilen zu überhöhten Preisen geschädigt haben."

Darüber hinaus gibt es noch weitere bizarre Einblicke in die Unternehmenskultur des Dax-Konzerns. Demnach heißt es: "In Vernehmungen wird von einem streng hierarchischen System, geprägt von Korpsgeist und Treueschwüren gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden als Führungsperson berichtet."

 

15:53 Uhr

Drei Wirecard-Vorstände festgenommen - Ex-Chef Braun wieder in Gewahrsam

Wirecard und kein Ende kin Sicht. Der milliardenschwere Bilanzskandal zieht immer weitere Kreise:

Die Staatsanwaltschaft München hat den früheren Vorstandschef Markus Braun nun wieder festgenommen. Gegen Braun sei ein neuer, erweiterter Haftbefehl erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde. Zudem seien zwei weitere frühere Vorstände festgenommen worden. Den Angaben zufolge geht es unter anderem um gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Marktmanipulation.

Wirecard
Wirecard 1,69

Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigte unterdessen zusätzliche Mittel für die Finanzaufsicht an. "Ich möchte eine schlagkräftige Behörde", sagte der SPD-Politiker der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Kanzleramt wird unterdessen bei der Sondersitzung des Bundestags-Finanzausschusses nächste Woche nicht präsent sein.

15:37 Uhr

Geldanlage-Check: Sind Dax-Anleger krisenblind?

Einen Tag nach der Euphorie über das EU-Finanzpaket zeigen sich die Anleger ausnahmsweise mal ernüchtert. Gewinnmitnahmen und Verunsicherung über die Konjunkturaussichten drücken den Dax am frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 13.115 Punkte. Der EuroStoxx50 notiert 0,8 Prozent niedriger bei 3376 Zählern. Die Frage ist allerdings, wie lange diese Ernüchterung anhält ...

Unserer TV-Kollegen fühlen der jüngsten Börsen-Euphorie auf den Zahn:

DAX
DAX 12.677,20

Etwas Sorgen bereiten Börsianern heute die Infektionszahlen in den USA. "Das Coronavirus breitet sich in den USA weiter rasant aus. Selbst US-Präsident Donald Trump warnte nun davor, dass das Schlimmste noch nicht hinter den Amerikanern liege", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Todesfälle im Land vollzog Trump mittlerweile einen Strategiewechsel, nun empfiehlt auch er seinen Mitbürgern das Tragen von Schutzmasken. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China dämpfen die Stimmung der Investoren benfalls.

14:51 Uhr

Ist die Euphorie gerechtfertigt? Habeck hofft, dass der "Dax recht hat"

Robert Habeck, Co-Chef der Grünen, hat sich in der Frankfurter Börse umgeschaut. Dass der Dax über die 13.000 Punkte gerauscht ist, hat ihn überrascht. "Das hätte ich nach dem Absturz im März nicht gedacht", so Habeck im Gespräch mit ntv-Börsenreporter Frank Meyer. Da an der Börse bekanntlich die Zukunft gehandelt wird, hofft der Politiker, dass der Dax in "diesem Falle recht hat" - weil der Kursanstieg ja ausdrückt, dass Deutschland aus der Corona-Krise rauskomme und sich Arbeitslosigkeit und Insolvenzen nicht so schlimm entwickeln werden.

14:25 Uhr

Klopf, klopf: Empfiehlt sich Tesla heute für den S&P 500?

Die Wetten auf Tesla sind schon lange heiß. Aber ob die Aktienrally anhält oder nicht, hängt jetzt maßgeblich davon ab, wie die Tesla-Zahlen nach Börsenschluss ausfallen.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 1.452,71

Laut FactSet hat sich der Wert der Tesla-Aktie in diesem Jahr bereits mehr als verdreifacht, der Marktwert der Elektro-Autoschmiede liegt damit bei 291 Milliarden US-Dollar. Laut Umfrage gehen die meisten Analysten zwar von einem bescheidenen Verlust aus. Aber es gibt auch einige, die für heute einen Überraschungsgewinn prognostizieren.  In diesem Fall wäre Tesla wohl auch reif für den S&P 500, schreibt das "Wall Street Journal". Sollte es dazu kommen, dürfte die Rally wohl erst recht anhalten.

Um für den Index berücksichtigt zu werden, müssen Unternehmen in vier aufeinander folgenden Quartalen, einschließlich des letzten, einen kumulierten Gewinn ausweisen. das hat Tesla bis jetzt noch nicht geschafft.

14:13 Uhr

640.000 Corona-Arbeitslose: Erholung dauert "bis 2022 oder 2023"

Der deutsche Arbeitsmarkt wird bis zu drei Jahre brauchen, um sich von der Corona-Krise zu erholen, prognostiziert der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Detlef Scheele. "Bis wir wieder auf Normalmaß sind, das wird sicherlich bis 2022 oder 2023 dauern."

Aktuell sind in Deutschland 2,85 Millionen Menschen ohne Job, fast 640.000 davon als Folge der Pandemie. Scheele rechnet für den Sommer mit einer noch etwas höheren Arbeitslosigkeit, die auch saisonal üblich ist. Die Zahl werde aber im Juli oder August nach derzeitigen Schätzungen nicht die Grenze von drei Millionen überspringen.

13:42 Uhr

Zieht sich Ryanair komplett vom Airport Hahn zurück?

Ryanair will zum 1. November ihre Basis am Hunsrück-Flughafen Hahn zwar aufgeben, aber nicht komplett den Flugbetrieb einstellen. Es handele sich "lediglich um die Schließung des Standorts als Basis. Dies bedeutet nicht, dass der Ryanair-Flugverkehr am Flughafen Frankfurt-Hahn eingestellt wird", stellte die Pressestelle klar.

Das von der Ryanair-Tochter Malta Air in einem internen Schreiben angekündigte Aus für den Standort sei zwar "ein herber Schlag" für die strukturschwache Region. "Wir erwarten hier aber keine komplette Aufgabe des Betriebs von Ryanair, sondern eine Reduzierung ihrer Flüge." Auch den Standorten in Berlin-Tegel und im nordrhein-westfälischen Weeze droht noch vor dem Winter das Aus. Eine Schließung von Basen ist nicht automatisch gleichbedeutend mit der Aufgabe von Flugverbindungen. Von den Plänen sind Angaben der Gewerkschaft Verdi etwa 350 der circa 1000 Flugbegleiter der Ryanair-Tochter Malta Air in Deutschland betroffen.

12:58 Uhr

Tesla-Baustelle in Grünheide auf Sammelplatz von Steinzeit-Menschen

Die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin ist immer wieder mal eine kleine Zitterpartie. Für eine "Baustelle" gibt es jetzt Entwarnung:

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 1.452,71

Archäologen hatten zwar auf der Baustelle eine Feuersteinklinge gefunden und zwei Fundplätze neu erfasst, wie eine eine Sprecherin des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum in Zossen-Wünsdorf bestätigte. Der Denkmalschutz habe jedoch keine Bedenken, dass Tesla mit dem Bau fortfährt. Ein Team von sechs Archäologen hatte das Gelände untersucht. Die beiden Fundplätze gäben Hinweise darauf, dass das Gelände von Jägern und Sammlern in der Steinzeit aufgesucht und auch im Mittelalter wirtschaftlich - vielleicht für die Köhlerei - genutzt worden sei, erklärte das Landesamt. Als Siedlung sei die sandige Fläche aber ungeeignet gewesen.

Am Wochenende hatte der örtliche Wasserversorger gewarnt, dass ein Wasseranschluss für Tesla in Grünheide nicht garantiert sei. Diese Baustelle muss auch bald geschlossen werden. Sonst droht ein ernsthaftes Problem. Denn die Produktion von E-Autos benötigt viel Wasser. 

Hier alle Infos rund um die Baustelle:

12:44 Uhr

Ex-Geheimdienstkoordinator warb im Kanzleramt für Wirecard

Auch der frühere Beauftragte für die Nachrichtendienste des Bundes, Klaus-Dieter Fritsche, hat sich nach Angaben eines Regierungssprechers im Kanzleramt für den umstrittenen Finanzdienstleister Wirecard eingesetzt.

134068977.jpg

Klaus-Dieter Fritsche

(Foto: picture alliance/dpa)

Das geht aus einer Aufstellung des Kanzleramts über die Kontakte zu Wirecard hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage erhielt. Fritsche hatte danach am 13. August 2019 um einen Termin für Wirecard beim Abteilungsleiter Wirtschaft, Lars-Hendrik Röller, gebeten und sich auch später mit Röller und Wirecard-Vertretern getroffen. Fritsche war bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2018 Staatssekretär im Kanzleramt und dort für die Nachrichtendienste zuständig gewesen.

 

Mehr dazu lesen Sie hier.
12:22 Uhr

Razzia bei Fiat und Iveco

Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben mehrere Standorte der Auto- und Lastwagenbauer Fiat und Iveco sowie von deren Tochterfirmen durchsucht.

Es gehe um den Verdacht, dass Diesel-Motoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main mit. Im Visier der Ermittler sind den Angaben zufolge zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, sowie in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Ein Fiat-Chrysler-Sprecher bestätigte die Durchsuchunge.

12:10 Uhr

Defizit in Euro-Zone steigt auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der öffentlichen Hand in der Euro-Zone ist zu Beginn der Corona-Krise stark gestiegen. Im ersten Quartal kletterte das Defizit auf 2,2 Prozent des BIP und damit auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt.

Zum Vergleich: In den beiden Vorquartalen hatte es lediglich bei jeweils 0,7 Prozent gelegen. Wegen der Corona-Krise droht der Währungsunion in diesem Jahr die schwerste Rezession ihrer Geschichte. Das BIP wird nach Prognose der EU-Kommission um 8,7 Prozent einbrechen. Das führt zu sinkenden Steuer- und Beitragseinnahmen, wodurch die Neuverschuldung ansteigt.

11:45 Uhr

United Airlines schwer infiziert: Durch Corona täglich 40 Millionen Euro verbrannt

Die US-Luftfahrtgesellschaft United Airlines hat von April bis Juni wegen der weltweiten Corona-Einschränkungen einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) verzeichnet. Es sei das "finanziell schwierigste" Quartal in der 94-jährigen Unternehmensgeschichte gewesen, hieß es. Die Umsätze brachen den Angaben zufolge um 87 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar eingebrochen.

United Airlines Holdings
United Airlines Holdings 29,20

Der Konzern verlor dennach jeden Tag 40 Millionen Dollar. Allerdings verfügt United Airlines demnach weiter über Rücklagen in Höhe von gut 15 Milliarden Dollar. Der Luftfahrtkonzern hat angesichts der eingebrochenen Fluggastzahlen eine Hilfe der US-Regierung in Höhe von 25 Milliarden Dollar erhalten. Zugleich kündigte United Airlines die Entlassung von bis zu 36.000 Beschäftigten im Oktober an.

10:39 Uhr

Anleger begreifen: Tesla ist nicht alles, in China ist noch was zu holen

RTX6S1MT.jpg

Geely bedeutet auf Deutsch: "Glückverheißendes Automobil". Ganz in dem Sinne ist die Volvo-Mutter der einzige Autokonzern aus China, der aktuell im Konzert der Großen mithalten kann. Geely-Gründer Li Shufu sorgte in Deutschland Ende 2017 mit seiner Beteiligung an Daimler für einen Paukenschlag.

REUTERS

Die chinesischen E-Autobauer Geely, BYD und Nio sind viel günstiger als ihr US-Konkurrent Tesla. Das scheint jetzt jetzt bei Börsianern angekommen zu sein. Jetzt geben die Titel richtig Gas!

Das Plus auf Monatssicht beträgt bei Geely 36 Prozent, bei BYD (das Kürzel steht für Build Your Dreams) 42 Prozent und bei Nio sogar 107 Prozent. Allein in den ersten fünf Börsenhandelstagen des Juli legte Letztere um fast 60 Prozent zu.

Die drei Konzerne kommen trotz des jüngsten Aufschwungs zusammen immer noch nur einen Bruchteil ihres US-Konkurrenten Tesla kosten. Der Markt scheint das Missverhältnis inzwischen realisiert zu haben und den Abstand zwischen Tesla und seinen chinesischen Wettbewerbern angleichen zu wollen.

10:16 Uhr

Trump macht Angst: Asien-Anleger zeigen Nerven

Die Corona-Angst flammt wieder an den Börsen auf. An den asiatischen Aktienmärkten haben sich Anleger am Mittwoch sichtlich nicht aus der Deckung gewagt. Schuld sind die steigenden Coronavirus-Fälle vor allem in den USA, Indien, Lateinamerika und Australien.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

Die Vereinigten Staaten hatten am Dienstag erstmals seit Juni wieder mehr als 1000 Todesfälle im Zuge einer Covid-19-Erkrankung innerhalb eines Tages vermeldet. US-Präsident Donald Trump warnte, dass die Dinge wahrscheinlich "zunächst schlimmer werden, bevor sie besser werden" und forderte die Bürger auf, Atemschutzmasken zu tragen. Auch er selbst werde nun einen Mund-Nasen-Schutz tragen - dies hatte er bislang abgelehnt.

In Tokio kam es vor dem langen Wochenende in Japan zudem zu Gewinnmitnahmen. Der Nikkei-Index sank 0,6 Prozent auf 22.751 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab in gleichem Umfang nach. Zulegen konnten die Aktien des japanischen Pharmaunternehmens Nichi-Iko Pharmaceutical: Der Einsatz seines Steroids Dexamethason wurde zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Japan zugelassen. Eine britische Studie hatte zuvor gezeigt, dass das Mittel die Sterblichkeitsrate bei Patienten senkt.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:46 Uhr

Der Überflieger am Morgen kommt aus dem MDax

Unter den Einzelwerten ragen am Morgen die Aktien der Software AG im MDax mit plus 8,1 Prozent heraus. Die Darmstädter haben mitten der Corona-Pandemie im zweiten Quartal überraschend viele Aufträge erhalten, die ihnen auch ein gutes Quartalsergebnis beschert haben. Alle Sparten zogen mehr Neugeschäft an Land als gedacht. Zudem lobte ein Händler, dass das operative Ergebnis (Ebita) sogar die höchste Analystenerwartung übertroffen habe.

Abräumen kann auch der Hamburger Wirkstoff-Forscher Evotec, dessen Papiere im Index der mittelgroßen Werte um 5,0 Prozent zulegt. Evotec soll für die USA Antikörper gegen die Lungenkrankheit Covid-19 entwickeln und herstellen. Die Tochter Just - Evotec Biologics hat vom US-Verteidigungsministerium einen entsprechenden Auftrag im Wert von bis zu 18,2 Millionen US-Dollar erhalten.

Auch ein Blick auf diesesn SDax-Titel lohnt: Für die Anteile der Immobiliengesellschaft Hamborner Reit geht es um 2,4 Prozent nach oben. Der Konzern erwartet für das laufende Jahr trotz der Corona-Krise leicht höhere Miet- und Pachterlöse als im Vorjahr.

09:22 Uhr

Komfortabel über 13.000: Dax genießt die Aussicht

58055551.jpg

Am Dienstag hatte der Dax mit 13.313 Punkten wieder das Niveau von Ende Februar erreicht.

picture alliance / dpa

Der Dax zeigt sich nach seiner jüngsten Rally stabil. Kurz nach Börsenauftakt notiert der deutsche Leitindex nahezu unverändert bei 13.170 Punkten.

DAX
DAX 12.677,20

Tags zuvor war er, angetrieben von der Einigung der EU auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte, bis auf 13.313 Punkte geklettert und hatte damit auch wieder das Niveau von Ende Februar erreicht.

Nun stehen die USA und die genaue Ausgestaltung ihres nächsten fiskalischen Hilfspakets im Blick. Der Index der mittelgroßen Werte MDax liegt mit 0,1 Prozent im Plus bei 27.266Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verliert 0,3 Prozent auf 3394 Punkte.

Das Gros der Händler erwartet fallende Kurse. Ist die Börse heute gut für eine Überraschung? Abwarten. Seit Jahresbeginn liegt der Dax mit 0,6 Prozent im Minus. Dabei bewegte sich der Index zwischen 8255,65 (16. März) und 13.795,24 Punkten (17. Februar). Schwindelfrei müssen Anlger in diesen Zeiten schon sein.  Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie heute durch den Börsen-Tag. Los geht's!

07:55 Uhr

Dax dürfte niedriger in den Tag einsteigen

Der Dax dürfte Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Beflügelt von der Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs auf einen milliardenschweren Corona-Wiederaufbaufonds war der deutsche Leitindex gestern ein Prozent fester bei 13.171,83 Punkten aus dem Handel gegangen.

Nach dem EU-Gipfel nimmt die Bilanzsaison langsam Fahrt auf. Unter anderem stehen die Zahlen des Schweizer Maschinenbauers ABB, der Software AG und des Chemiekonzerns Akzo Nobel im Blickpunkt der Anleger. Aus den USA werden zudem die Ergebnisse von Tesla und Microsoft erwartet.

Investoren achten dabei vor allem auf Anzeichen darauf, wie schnell die Unternehmen die Corona-Krise hinter sich lassen können. Im zweiten Quartal wurde im Kampf gegen das neuartige Virus weltweit das öffentliche und damit auch die Wirtschaft zeitweise stark eingeschränkt.

07:38 Uhr

Asienmärkte starten durchwachsen in Wochenmitte

Die asiatischen Börsen zeigen sich durchwachsen. Die Kauflaune der Anleger wurde durch steigende Coronavirus-Fälle vor allem in den USA, Indien, Lateinamerika und Australien gedeckelt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,2 Prozent tiefer bei 22.829 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,2 Prozent und lag bei 1580 Punkten.

Gewinner waren die Aktien des japanischen Pharmaunternehmens Nichi-Iko Pharmaceutical: Der Einsatz des Steroids Dexamethason, einem von dem Konzern hergestellten Medikament, wurde zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Japan zugelassen. Die Papiere stiegen im frühen Handel um 6,5 Prozent.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

Die Börse in Shanghai lag 1,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 2,3 Prozent.