Dienstag, 10. November 2020Der Börsen-Tag

17:40 Uhr

Euphorie verflogen: Dax legt dennoch zu

Zum Wochenauftakt springt der Dax fast fünf Prozent nach oben, Grund sind positive Daten aus einer klinischen Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff. Am Dienstag ist die Euphorie am deutschen Aktienmarkt zum Großteil zwar verflogen, die Kauflaune der Anleger hält aber an. Der Dax legt 0,5 Prozent auf 13.163 Punkte zu. Das Tageshoch markierte der Leitindex bei 13.238 Zählern. Das Wochenplus steht nun bereits bei 5,4 Prozent

"Am Morgen hat der Dax sich ein bisschen schwergetan. Danach ging es aber ab in den grünen Bereich", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff. "Die Anleger sind optimistisch und wollen zurück zum alten 'Normal'."

Dax
Dax 13.237,11

Bei den Einzelwerten liegen MTU, VW und Daimler an der Spitze der Gewinner, mit teilweise mehr als fünf Prozent Kursplus. Demgegenüber stehen Adidas und Deutsche Post mit Abschlägen von jeweils mehr als fünf Prozent an der Spitze der Dax-Verlierer. Beide Konzerne haben Zahlen vorgelegt. Bei der Post sprechen Analysten von Gewinnmitnahmen, der Kurs hatte sich seit März in etwa verdoppelt. Auf der Gewinnerseite standen erneut Biontech und Curevac mit deutlichen Aufschlägen. Allerdings fiel die Handelsspanne bei beiden Werten sehr hoch aus: Biontech bewegte sich von 90,20 bis 97,90 Euro; Curevac von 46,50 bis 51,74 Euro.

17:22 Uhr

Notfallzulassung von Corona-Medikament schiebt Eli Lilly an

Die Aktien des US-Pharmakonzerns Eli Lilly legen rund 3,5 Prozent zu. Die US-Pharmaaufsicht FDA hatte am Montag die Antikörperbehandlungsmethode des Unternehmens für die Notfallanwendung bei Corona-Kranken zugelassen. Eli Lilly geht davon aus, in diesem Jahr bis zu einer Million Dosen zu produzieren.

16:46 Uhr

Staatshilfe? Thyssenkrupp-Kurs zündet

Mit einem Plus von etwa 5,5 Prozent stehen die Aktien von Thyssenkrupp zeitweise an der Spitze im MDax. Ein Händler verweist auf einen Agenturbericht, wonach der Konzern mit der Bundesregierung über staatliche Hilfen für die angeschlagene Stahlsparte im Volumen von rund fünf Milliarden Euro verhandelt. Diese Summe wäre fast doppelt so hoch wie die derzeitige Marktkapitalisierung.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 5,47

 

16:07 Uhr

Impfstoff-Euphorie ebbt an der Wall Street ab

Die Wall Street startet uneinheitlich in den Handel. Steigende Corona-Infektionszahlen haben die Euphorie wieder etwas verpuffen lassen, die die Nachricht über einen hochwirksamen Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer zu Wochenbeginn geschürt hatte. Zudem ist unklar, wann der Impfstoff breiten Bevölkerungsschichten zugänglich sein wird. Und nicht zuletzt haben die Anleger ihre Erwartungen an ein weiteres Corona-Hilfspaket der US-Regierung angesichts der Machtverhältnisse im Kongress nach den Wahlen zurückgeschraubt.

Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,2 Prozent auf 29.219 Punkte. Der S&P-500 sinkt 0,4 Prozent. Beide Indizes hatten am Vortag Rekordhochs markiert. Für den Nasdaq-Composite geht es 0,9 Prozent abwärts. Die Nasdaq-Indizes hatten schon am Montag im Verlauf ins Minus gedreht, weil Anleger Gewinne in Aktien vieler Technologie-Unternehmen mitnahmen, die von der Pandemie teils besonders stark profitiert hatten. Diese Entwicklung setzt sich fort.

15:55 Uhr

Unibail-Kurs explodiert

Für einen massiven Kurssprung von über 26 Prozent sorgt die abgesagte Kapitalerhöhung bei Unibail-Rodamco. "Viele Leerverkäufer dachten, sie können über den Bezug der neuen Aktien wieder eindecken", so ein Händler: "Dem ist nun aber nicht so". Da Leerverkäufer zur Rückgabe der Aktienstücke verpflichtet seien, müsse zurückgekauft werden, der Preis spiele dabei keine Rolle. Mit weit über elf Prozent aller ausstehenden Aktien sei die Anzahl der geshorteten Aktien auch sehr hoch gewesen. Der Kurs werde wieder zurückfallen, sobald die Eindeckungen beendet sind. Unibail wollte 3,5 Milliarden Euro erlösen mit der Kapitalerhöhung. Die dazu nötige Aktionärsmehrheit von rund zwei Dritteln wurde mit rund 62 Prozent verfehlt.

15:19 Uhr

Uniper büßen deutlich ein

Der Versorger Uniper hat in den ersten neun Monaten den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) auf 405 Millionen Euro verdoppelt. Uniper profitierte vor allem im ersten Quartal von höheren Erträgen im Gasgeschäft, was sich aber saisonbedingt nicht mehr so fortsetzte. Der bereinigte Konzernüberschuss kletterte in den ersten drei Quartalen auf 308 Millionen Euro von 82 Millionen im Vorjahreszeitraum. Uniper bekräftigte seine Prognose für 2020, wonach das bereinigtes Ebit zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro liegen soll. Uniper-Aktien verlieren mehr als vier Prozent.

14:43 Uhr

Biontech vervielfacht Verlust

Der Impfstoffentwickler Biontech hat im dritten Quartal unter anderem auch aufgrund gestiegener Forschungs- und Verwaltungskosten seine Verluste ausgeweitet. Netto fiel ein Minus von 210 Millionen Euro an nach einem Minus von 30,1 Millionen vor Jahresfrist. Kumuliert ergab sich in den ersten neun Monaten ein Fehlbetrag von 351,7 Millionen Euro.

Biontech
Biontech 85,62

Biontech und der US-Partner Pfizer hatten am Montag von einem erfolgreichen Testverlauf ihres Corona-Impfstoffkandidaten berichtet und angekündigt, in den USA in der kommenden Woche einen Antrag auf Notfallzulassung einzureichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit einem "zügigen" Abschluss der Verhandlungen der EU-Kommission mit Biontech über den Bezug von Corona-Impfdosen. Für die Aktien geht es weiter aufwärts - um mehr als sieben Prozent auf Kurse um 95,50 Euro.

14:23 Uhr

Bis zu 20 Prozent: Rolls Royce-Aktien drehen auf

Die Aktien des britischen Triebwerkherstellers Rolls-Royce bauen ihre Gewinne aus und legen in der Spitze gut ein Fünftel zu. Das Unternehmen profitiert wie andere Flugzeugbauer und Airlines von den ermutigenden Daten zu einem Corona-Impfstoff. Bereits am Montag war der Kurs kräftig gestiegen. Rolls-Royce befindet sich mitten in einer Kapitalerhöhung mit einem Volumen von zwei Milliarden Pfund.

Rolls-Royce
Rolls-Royce 1,31

14:04 Uhr

Euro im Rückwärtsgang

Der Euro ist nach der Berg- und Talfahrt am Montag aktuell weiter auf dem Weg zurück. Er fällt von rund 1,1810 auf zwischenzeitlich 1,1785 Dollar, nachdem er im Hoch am Montag schon rund 1,1920 gekostet hatte. Da profitierte der Euro noch von der Impfstoffnachricht, eher er deutlich zurückkam. Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger bemerkt dazu, dass der Euro in den vergangenen Tagen bereits deutlich aufgewertet und sich der 1,19er Marke genähert habe. Begrenzend dürften dann aber die verbalen Interventionen der EZB gewirkt haben. Und außerdem stehe noch die Dezember-Sitzung bevor, auf der die EZB ihren Leitzins senken könnte.

13:46 Uhr

Curevac reitet die Impfstoff-Welle

Das Biopharmaunternehmen Curevac hat detaillierte Interimsdaten aus einer Studie der Phase 1 seines Covid-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV vorgelegt. Bereits am 2. November hatte das Unternehmen erste positive Studienergebnisse veröffentlicht. Die zuvor bekanntgegebenen Interimsdaten zeigten, dass CVnCoV in allen geprüften Dosisstufen zwischen 2 und 12µg gut verträglich ist und hohe bindende und neutralisierende Antikörperlevel induziert, wie Curevac mitteilt. Zudem seien Anzeichen einer sogenannten T-Zellen-Aktivierung festgestellt worden. Die Qualität der Immunantwort sei vergleichbar mit einer natürlichen Covid-19-Ansteckung. Curevac-Aktien, die bereits zu Wochenbeginn im Zug der Biontech/Pfizer-Rally deutlich zugelegt hatten, gewinnen rund zehn Prozent.

CureVac
CureVac 69,31

12:51 Uhr

Impfstoff-Euphorie? Nicht an der Wall Street

Die US-Börsen dürften am Dienstag überwiegend mit Verlusten in den Handel starten. Steigende Corona-Infektionszahlen haben die Euphorie schon wieder verpuffen lassen, die die Nachricht über einen hochwirksamen Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer zu Wochenbeginn geschürt hatte. Außerdem ist unklar, wann der Impfstoff auf dem Markt und breiten Bevölkerungsschichten zugänglich sein wird. Und nicht zuletzt haben die Anleger ihre Erwartungen an ein weiteres Corona-Hilfspaket der US-Regierung angesichts der Machtverhältnisse im Kongress nach den Wahlen zurückgeschraubt.

Der S&P-Future tendiert vorbörslich 0,6 Prozent niedriger. Für den Nasdaq-Future geht es um gut 2 Prozent abwärts. Die Nasdaq-Indizes hatten schon am Montag im Verlauf ins Minus gedreht, weil Anleger Gewinne in Aktien vieler Technologie-Unternehmen mitnahmen, die von der Pandemie profitiert hatten. Diese Entwicklung dürfte sich am Dienstag fortsetzen.

Wichtige Konjunkturdaten sind für Dienstag nicht angekündigt. Dafür sind Quartalszahlen einiger Unternehmen aus der zweiten Reihe zu verarbeiten. Unter anderem hat am Montag nach Börsenschluss Beyond Meat über den Verlauf des dritten Quartals berichtet. Der Hersteller von Fleischersatzprodukten ist in die Verlustzone gerutscht und hat dabei noch schlechter abgeschnitten als erwartet. Die Aktien stürzten im vorbörslichen Handel über 19 Prozent ab.

Beyond Meat
Beyond Meat 140,96

12:28 Uhr

Adidas gehört zu Top-Verlierern im Dax

Der Ausblick von Adidas auf das vierte Quartal wird von Analystenseite kritisiert. Beim operativen Gewinn erwartet das Unternehmen 100 Millionen bis 200 Millionen Euro, die Markterwartung liegt allerdings mit 284 Millionen Euro deutlich darüber. Sollte sich im Tagesverlauf die Meinung durchsetzen, dass Adidas extrem konservativ geschätzt habe, könnten Käufe in die Aktie kommen. Aktuell verlieren die Papiere aber rund sechs Prozent und gehören damit zu den Topverlierern im Dax.

Adidas
Adidas 276,50

11:54 Uhr

Nordex erwartet Gewinn: Aktien legen zweistellig zu

Um mehr als 14 Prozent aufwärts geht es für die Nordex-Aktien. Der Hamburger Windturbinen-Bauer erwartet für das laufende Jahr schwarze Zahlen und sagt ein Umsatzplus von einem Drittel vorher. Ein Händler verweist zudem auf die Prognose für 2022, wo Nordex einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro vorhersagt. Diese sei sehr optimistisch.

Nordex
Nordex 20,12

11:29 Uhr

Dax kämpft um die Kauflaune – Post gegen Gewinnmitnahmen

Der Dax hat seine leichten Gewinne vom Handelsauftakt am Mittag wieder abgegeben. Der deutsche Börsenleitindex notiert 0,2 Prozent schwächer bei 13.065 Punkten. Am Montag hatte er 4,9 Prozent fester geschlossen, nachdem zunächst der Wahlsieg oe Bidens und im Anschluss positive Daten eines potenziellen Corona-Impfstoffs die Kauflaune der Anleger befeuert hatten. "Es kehrt wieder Normalität ein", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Anleger switchen um: raus aus den Stay-at-home-Titeln und rein in die zyklischen Werte oder die Titel, die in der Corona-Krise bislang unter die Räder gekommen sind."

Während Deutsche Bank knapp vier Prozent zulegen, verlieren Delivery Hero mehr als acht Prozent. Auch Titel der Deutschen Post büßen stark ein: rund fünf Prozent. Die Post hat Zahlen vorgelegt und einen positiven Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft geliefert. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen.

11:10 Uhr

ZEW-Index sinkt auch im November stark

Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im November weiter deutlich verschlechtert. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen fiel auf 39,0 Punkte von 56,1 im Vormonat. "Seit ihrem zeitweisen Höhepunkt von 77,4 Punkten im September sind die Erwartungen damit um 38,4 Punkte gesunken", betont das ZEW. Volkswirte hatten einen Rückgang der Konjunkturerwartungen auf 40,0 Punkte vorausgesagt. Der Index der Lagebeurteilung verschlechterte sich von minus 59,5 auf minus 64,3 Punkte. Erwartet worden war ein Rückgang auf minus 65,0.

10:50 Uhr

Siemens Energy leitet Kohleausstieg ein

Siemens Energy will sich mit sofortiger Wirkung nicht mehr an neuen Ausschreibungen für ausschließlich mit Kohle befeuerte Kraftwerke beteiligen. Die bereits bestehenden Verpflichtungen aus Kohlekraftwerksprojekten inklusive verbindlicher Angebote würden noch erfüllt, teilte das Unternehmen wenige Wochen nach dem Börsengang mit. Im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende September) fuhr Siemens Energy einen operativen Verlust - angepasstes Ebita vor Sondereffekten - von 17 Millionen Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 27,5 Milliarden Euro. Für das neue Geschäftsjahr erwartet das Management ein nominales Umsatzwachstum zwischen zwei und zwölf Prozent sowie eine angepasste Ebita-Marge vor Sondereffekten von drei bis fünf Prozent. Die Aktien geben rund drei Prozent ab.

10:23 Uhr

Teamviewer verlieren deutlich

Teamviewer geben rund vier Prozent ab. Der Spezialist für Fernwartung von Computern hat ein gutes drittes Quartal verbucht und präzisiert die Jahresprognose marginal nach oben. Die Umsätze sollen mindestens 450 Millionen Euro erreichen, gelobt wird die hohe bereinigte EBITDA-Marge von 56 Prozent.

Teamviewer
Teamviewer 39,46

09:40 Uhr

Chinas Inflation fällt auf Elfjahrestief

Sinkende Preise für Schweinefleisch haben die Inflationsrate in China auf den niedrigsten Stand seit mehr als elf Jahren gedrückt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Oktober nur noch um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt mitteilte. Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit Oktober 2009, als die weltweite Finanzkrise ihren Lauf nahm. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einer doppelt so hohen Teuerungsrate von 0,8 Prozent gerechnet, nachdem sie im September noch bei 1,7 Prozent gelegen hatte.

Mit verantwortlich für die Entwicklung sind die Schweinepreise: Sie gaben um 2,8 Prozent nach. Zuvor waren sie mehr als anderthalb Jahre in Folge teils kräftig gestiegen. Grund dafür waren Engpässen infolge der Afrikanischen Schweinepest, deretwegen Hunderttausende Tiere gekeult wurden. So hatte sich Schweinefleisch - das in der Volksrepublik sehr populär ist - im September noch um 25,5 Prozent verteuert.

09:21 Uhr

Glyphosat-Streit: US-Richter erhöht Druck auf Bayer

Bei den Glyphosat-Klagen in den USA hat der zuständige Richter den Druck auf den Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer für eine Einigung erhöht. Richter Vince Chhabria kündigte in der Nacht in San Franciso an, einige der offenen Bundesfälle wieder in den Gerichtssaal vor Geschworenen-Jurys zu bringen.

Bayer
Bayer 48,30

Somit könnte Bayer nächstes Jahr bis zu vier Fälle vor Gericht verhandeln müssen. Doch Bayer hat weiter die Möglichkeit, für deren Ablehnung zu kämpfen oder sich mit den Klägern zu einigen.

Bayer hatte im Sommer einen groß angelegten Vergleich in der Sache angekündigt. Dabei sind für bestehende Glyphosat-Klagen bis zu 9,6 Milliarden Dollar vorgesehen. Bereits gegen Ende des Sommers hatte Chhabria Bayer wegen des langsamen Tempos bei den Einigungen gerügt und angedroht, die Verfahren in einigen der Fällen fortzusetzen.

09:06 Uhr

Der Dax nimmt Übertreibung aus dem Markt

Fast fünf Prozent geht es zum Wochenstart für den Dax nach oben. Die 13.000er Marke nimmt er spielerisch, klettert zeitweise mehr als 600 Punkte. Am Dienstag schnauft er erst einmal etwas durch, bewegt sich um 13.100 Punkte und damit in etwa auf dem Schlusskursniveau vom Montag.

"Die ganz große Impfstoff-Euphorie ist heute erst einmal raus", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Am Montag gab es auch einiges an Übertreibung – etwa im Luftfahrtbereich oder bei den Kreuzfahrt-Veranstaltern." Wphlfeil verweist darauf, dass neben der Corona-Krise nun vor allem die Geschäftsberichte zahlreicher Unternehmen in den Vordergrund rücken. So hätten Adidas etwa enttäuscht, die Deutsche Post dagegen geliefert.

08:57 Uhr

Impfstoff-Freude ja, Euphorie nein: Asiens Börsen uneinheitlich

Die ermutigenden Studienergebnisse zu einem Corona-Impfstoff lassen auch die asiatischen Anleger aufatmen. Allerdings machte sich in Fernost am Dienstag nicht die gleiche Euphorie wie in Europa und den USA breit. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei 0,3 Prozent fester aus dem Handel bei 24.905,59 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise 1,1 Prozent im Plus gelegen hatte. Börsianer verwiesen darauf, dass der Impfstoffkandidat von Biontech und Pfizer sich in der Studie zwar als wirksam zeige, dass es aber immer noch länger dauern dürfte, bis das Mittel zugelassen und vor allem in ausreichender Menge produziert und verabreicht wird.

Nikkei
Nikkei 26.165,59

"Der Markt freut sich auf eine nachhaltige Lösung für die Pandemie und deswegen hatten wir eine so deutliche Kursreaktion", sagte Tai Hui, Chefstratege für Asien bei JP Morgan Asset Management. Es seien aber weitere Tests nötig, der Zulassungsprozess dauere, ebenso wie Produktion und Verteilung. "Das heißt, dass der Impfstoff, auch wenn er wirklich wirksam ist, noch Monate von einem massenhaften Einsatz entfernt ist."

In China gaben die Kurse dagegen nach. Analysten verwiesen darauf, dass die Barometer stark von der Kursentwicklung bei Techwerten abhängig sind. Diese gehörten zu den Profiteuren der Corona-Krise, weil die Verbraucher in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne auf die digitalen Dienstleister angewiesen sind. Sind die Restriktionen aufgehoben, dürfte sich das wieder ein Stück weit ändern. Gefragt waren in Fernost dagegen vor allem Fluggesellschaften, Hotels und andere Reisewerte. "Keine Überraschung, aber wir sehen eine Rotation ... was in den vergangenen acht Monaten gekauft wurde, wird jetzt verkauft und umgekehrt", sagte Citigroup-Expertin Elizabeth Tian.

08:42 Uhr

Anleger bewerten Lufthansa-Wandelanleihe positiv

Sehr positiv werden die Kapitalmaßnahmen der Lufthansa in ersten Einschätzungen im Handel kommentiert. Die üblichen Kursabsicherungen der Käufer dürften die Aktie nur kurz belasten, Bezugsrechte für Altaktionäre gibt es nicht. "Die Konditionen sind sehr günstig für Investoren, sie dürfte der Lufthansa aus den Händen gerissen werden", meint ein Händler. Lufthansa begibt eine fünfjährige Wandelanleihe bis 2025 für rund 525 Millionen Euro zu 100 Prozent Nennbetrag.

Lufthansa
Lufthansa 10,30

Der Kupon sei attraktiv und betrage bis zu 2,75 Prozent, die Wandlungsprämie liege nur bei bis zu 35 Prozent, was annualisiert gerade einmal etwas über 6 Prozent ausmache. Einziger Wermutstropfen für Anleger sei die vorzeitige Kündigung: "Mit der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff werden sich Airline-Aktien bestimmt mehr als verdoppeln in den nächsten Jahren", so der Händler. Daher sei die Kündbarkeit der Anleihe bei über 130 Prozent über Wandlungspreis ab Dezember 2023 wahrscheinlich.

08:27 Uhr

Deutsche Post ist vorbörslich Topgewinner

Dass die Deutsche Post bei Bekanntgabe der endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal den Ausblick für das Gesamtjahr nur bestätigt hat, sollte nach Einschätzung aus dem Handel keinen Belastungsfaktor für die Aktie darstellen. Immerhin wurde die Prognose für den Free Cashflow im laufenden Jahr auf 2 von zuvor 1,8 Milliarden Euro angehoben. Obwohl die Post erst im Oktober den Ausblick angehoben hatte, hatten einige Beobachter auf eine erneute Anhebung spekuliert.

Die Aktien ziehen vorbörslich rund 2,5 Prozent an, was im Handel allerdings vor allem als Gegenreaktion auf die Abgaben des Vortages gewertet wird. Die Nachricht über einen aussichtsreichen Impfstoffkandidaten hatte Stay-at-home-Aktien belastet. Die Deutsche Post gehört mit dem stark gestiegenen Paketaufkommen zu einem der Gewinner der Covid-Krise - daran werde sich auch grundsätzlich nichts ändern, heißt es.

Deutsche Post
Deutsche Post 39,62

08:02 Uhr

Gewinnmitnahmen im Dax erwartet

Nach der Impfstoff-Euphorie wird der deutsche Aktienmarkt Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Grund sind Börsianer Gewinnmitnahmen. Ermutigende Daten zu einem Corona-Impfstoff hatten dem deutschen Leitindex am Montag zu einem Plus von 4,9 Prozent auf 13.096 Prozent verholfen und damit zum besten Börsentag seit Mai.

Dax
Dax 13.236,35

Das Mainzer Unternehmen BioNTech und Pfizer hatten erklärt, ihr Impfstoffkandidat habe eine hohe Wirksamkeit in einer großen Studie gezeigt. Sie wollen noch im November einen Antrag auf eine Notfallgenehmigung in den USA stellen. Das sei die Nachricht des Jahres, vielleicht sogar des Jahrzehnts, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Allerdings sei unklar, wie schnell die Rückkehr in das normale Leben erfolgen könne. Zudem dürfte es noch länger dauern, bis die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie überwunden werden können.

Börsianer dürften in dem Zusammenhang auf den ZEW-Index achten, der am Vormittag vorgelegt wird. Analysten gehen davon aus, dass sich das Barometer angesichts der seit November geltenden Kontaktbeschränkungen in Deutschland wieder etwas sinkt. Daneben sorgen eine Reihe von Unternehmen mit ihren Geschäftszahlen für Aufsehen. Unter anderem öffnen Adidas, die Deutsche Post, Siemens Energy und Traton ihre Bücher.

07:26 Uhr

Biontech-Ankündigung verleiht asiatischen Airlines neuen Schub

Ermutigende Daten der Impfstoffstudie von Biontech und Pfizer haben das Vertrauen der asiatischen Anleger in eine Erholung der Weltwirtschaft gestärkt. Vor allem Fluglinien-, Reise- und Tourismusaktien in ganz Asien profitierten von dem Optimismus, der durch die Ankündigung der hohen Wirksamkeit des Covid-19-Vakzins ausgelöst wurde.

"Die Märkte werden weiterhin nach vielversprechenderen Impfstoffdaten Ausschau halten, zusätzlich zu den Nachrichten über einen fiskalischen Neustart", sagte Mary Nicola, Portfoliomanagerin von PineBridge Investments.

  • Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,3 Prozent höher bei 24.922 Punkten.
  • Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1 Prozent und lag bei 1699 Punkten.
  • Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen trat auf der Stelle.
  • Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,9 Prozent.

Qantas Airways legte um 8,6 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit März. Japan Airlines stieg um 17,6 Prozent und die Papiere von ANA wurden 16,4 Prozent höher gehandelt. In Hongkong stiegen die Aktien von Cathay Pacific um 14,9 Prozent.