Wirtschaft

Ketchup, Wodka, Spielkonsolen EU-Strafzölle auf US-Produkte in Kraft

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Die EU erhebt 15 Prozent auf Luftfahrzeuge, 25 Prozent auf die anderen Produkte.

(Foto: dpa)

Das ging schnell: Weniger als einen Tag nach der Ankündigung gelten nun Zölle auf eine ganze Reihe von US-Produkten. Auslöser sind unerlaubte Subventionen der USA für den Flugzeugbauer Boeing.

Die Europäische Union verlangt von diesem Dienstag an auf die Einfuhr von zahlreichen Waren aus den USA neue Strafzölle. Die von der Welthandelsorganisation WTO genehmigten Sonderabgaben wegen unerlaubter Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing werden auf Nahrungs- und Genussmittel wie Tomatenketchup, Nüsse, Rum und Wodka fällig. Zu den betroffene Produkten gehören aber auch Videospielkonsolen, Traktoren, Schaufellader und Flugzeuge. Der Strafzoll auf Luftfahrzeuge beträgt 15 Prozent, der auf alle anderen Produkte 25 Prozent.

Die EU hatte die Zusatzabgaben am Montag angekündigt. Hintergrund ist, dass Streitschlichter der Welthandelsorganisation WTO Mitte Oktober entschieden hatte, dass die EU wegen unerlaubter Subventionen für Boeing Strafzölle auf US-Importe im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) im Jahr verhängen darf.

In einem ähnlich gelagerten Fall hatten Schlichter den USA wegen unerlaubter Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus Strafzölle auf Produkte aus der EU im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar genehmigt. Die USA führten danach Sonderabgaben auf Produkte aus der EU ein. Betroffen sind neben Flugzeugen zum Beispiel Wein aus Deutschland und Frankreich, Parmesan aus Italien und Olivenöl aus Spanien.

Keine Annäherung mit Trump

Die EU hofft, dass sich nun der künftige US-Präsident Joe Biden zu ernsthaften Gesprächen über eine Beilegung des seit Jahren anhaltenden Streits um Subventionen für die Luftfahrtindustrie bereiterklärt. Unter US-Präsident Donald Trump gab es bis zuletzt keine Annäherung.

Trump hatte auch US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte einführen lassen, auf die die EU mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter reagierte. Für Verbraucher ist der Handelsstreit ärgerlich, da Sonderzölle zu Preiserhöhungen für die jeweils betroffene Produkte führen können.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa