Marktberichte

Hoffnung in der Virus-Krise US-Börsen starten beflügelt in die Handelswoche

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Dieser Wochenstart macht Lust auf mehr: Wall Street-Kurse springen an.

(Foto: picture alliance / Andrew Gomber)

Das nennt man wohl einen fulminanten Wochenstart: Die US-Leitindizes feiern satte Gewinne, der Dow Jones klettert mehr als sieben Prozent. Doch der Grund dafür ist ein wackeliger.

In Erwartung einer raschen Eindämmung der Coronavirus-Epidemie sind Anleger am Montag an die Wall Street zurückgekehrt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 7,7 Prozent höher auf 22.679,99 Punkten. Der Nasdaq Composite rückte 7,3 Prozent auf 7913,24 Punkte vor. Der breit gefasste S&P-500 legte 7,0 Prozent auf 2663,68 Punkte zu. Auch der Dax legte deutlich zu und schloss oberhalb der 10.000er Marke.

Dow Jones
Dow Jones 25.383,11

Händler verwiesen auf einen Bericht, wonach der von der Pandemie besonders hart getroffenen Bundesstaat New York am Wochenende rückläufige Todeszahlen bekanntgegeben hatte. "Das ist eine große Erleichterung für den Markt", sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Schließlich lebe eine Vielzahl von Bankern und Fondsmanagern in der Region. "Wichtig ist außerdem, dass es in China bislang keine Zeichen für eine zweite Ansteckungswelle gibt, obwohl die dortige Wirtschaft wieder hochgefahren wird", sagte Rupert Thompson, Chef-Analyst des Vermögensverwalters Kingswood. Bislang sei allerdings noch völlig unklar, wie schnell und in welchem Ausmaß die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert würden.

Freizeitwerte gefragt

Investoren griffen bei Freizeit- und Touristikwerten zu, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende gesagt hatte, in der Virus-Krise gebe es "Licht am Ende des Tunnels". So gewannen Aktien der Hotelkette Hilton, des Casino-Betreibers Wynn und des Online-Reisebüros Expedia bis zu fast 17 Prozent.

Die Papiere von Co-Diagnostics gehörten mit einem Plus von rund 26 Prozent erneut zu den Favoriten der Wall Street. Die US-Gesundheitsbehörde gab einem Corona-Test der Medizintechnikfirma grünes Licht. Dieser sei treffgenauer und billiger als Konkurrenzprodukte, schrieb Analyst Yi Chen vom Finanzdienstleister Wainwright. Daher bekräftige er seine Kaufempfehlung für die Aktie.

Die Titel von Zoom mussten dagegen erneut Verluste einstecken und rutschten um 4,1 Prozent ab. Der Anbieter von Videokonferenzen leidet unter Datenschutz-Bedenken. Einige US-Schulbezirke verbieten daher die Nutzung der Software für Online-Unterricht.

Quelle: ntv.de, bad/rts