Marktberichte

Dow Jones schließt mit Minus Wall-Street-Rally vorerst beendet

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Dass sich die Verluste in Grenzen hielten, dürfte der wachsenden Hoffnung auf das Corona-Hilfspaket geschuldet sein

(Foto: AP)

Nach den kräftigen Kursgewinnen zu Wochenbeginn legt die Wall Street eine Verschnaufpause ein. Die wirtschaftlichen Aussichten der USA mit weiteren Impfstoffkandidaten macht Anlegern aber Hoffnung.

Einige US-Anleger nutzen den jüngsten Kurssprung der Wall Street für Gewinnmitnahmen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,5 Prozent auf 31.392 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,8 Prozent (3870 Punkte) und für den Nasdaq-Composite ging es 1,7 Prozent nach unten (13.358 Punkte). Zum Wochenauftakt hatten die Drei bis zu drei Prozent zugelegt.

Derartige Pendel-Bewegungen seien nicht ungewöhnlich, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. Entscheidend für die weitere Entwicklung am Aktienmarkt seien die Anleiherenditen, sagte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Societe Generale. "Das Niveau ist nicht das Problem, sondern die Geschwindigkeit des Anstiegs." Die entscheidende Frage sei nun, ob der Renditezuwachs nun für einige Zeit pausiere.

Die richtungweisenden zehnjährigen Treasuries rentierten zuletzt bei 1,415 Prozent, nachdem sie in der vergangenen Woche zeitweise auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 1,614 Prozent gestiegen waren. Anleger sollten sich nicht von den steigenden Anleiherenditen verunsichern lassen, sagte Portfoliomanager Lewis Grant vom Vermögensverwalter Federated Hermes. Sie signalisierten einen Aufschwung. Außerdem sei in den Industrienationen auf absehbare Zeit keine Straffung der Geldpolitik in Sicht. Zahlreiche Notenbanker hatten als Reaktion auf die Entwicklung am Bondmarkt ihr Bekenntnis zu einer ultra-lockeren Geldpolitik und weiteren Anleihekäufen bekräftigt.

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Am Rohstoffmarkt stabilisierte sich der Preis für Gold, nachdem er zunächst auf ein Achteinhalb-Monats-Tief von 1706,70 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) gefallen war. Die gestiegenen Bond-Renditen machten das Edelmetall unattraktiver, weil es keine Zinsen abwerfe, sagte Rohstoff-Experte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus. Am Abend kostete Gold 1736 Dollar. Sollte der Preis unter die Marke von 1700 Dollar rutschen, müsse mit Anschluss-Verkäufen gerechnet werden, warnte ein Börsianer.

Mit Spannung warteten Börsianer auf das Treffen der Staatengruppe Opec+ am Donnerstag. Dabei würden die großen Exportländer wohl eine Ausweitung ihrer Fördermengen um 500.000 Barrel pro Tag beschließen, prognostizierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Außerdem werde Saudi-Arabien seine freiwillige zusätzliche Kürzung um eine Million Barrel auslaufen lassen. "Aber selbst das könnte nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen", ergänzte Wilson. Der Preis für die US-Ölsorte WTI blieb konstant bei 60,58 Dollar je Barrel (159 Liter).

Bei den Unternehmen stand Zoom im Rampenlicht. Die Befürchtung, dass sich das Wachstum des Spezialisten für Videokonferenzen verlangsamt, habe sich als unbegründet erwiesen, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Der Umsatz übertreffe die Markterwartungen deutlich. Dennoch konnte die Aktie ihre Anfangsgewinne nicht halten. Gewinnmitnahmen drückten sie neun Prozent ins Minus. Die Papiere von Novavax brachen sogar um mehr als 14 Prozent ein. Die Pharmafirma rechnet mit einer US-Zulassung für ihren Corona-Impfstoff im Mai.

Sollte die US-Gesundheitsbehörde FDA auf in den USA erhobenen Testergebnissen bestehen, könne sich die Markteinführung aber um zwei Monate verzögern. Analyst Kelechi Chikere von der Investmentbank Jefferies traut Novavax dennoch für 2021 Umsätze mit dem Vakzin von bis zu 7,5 Milliarden Dollar zu. Er riet daher dazu, Kursrücksetzer zum Einstieg zu nutzen.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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