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Kommentare

Dienstag, 01. November 2011

Papandreou lässt Griechen abstimmen: Riskant, aber richtig

ein Kommentar von Till Schwarze

Papandreou pokert hoch: Die Griechen sollen in einem Referendum über das Sparpaket entscheiden. Damit stellt der Regierungschef das gesamte Konstrukt der Euro-Rettung in Frage. Trotzdem ist sein Weg richtig: Die Abstimmung kann die entscheidende Befreiung sein.
Dort nahm alles seinen Anfang: Griechenland lässt das Volk entscheiden.

Dort nahm alles seinen Anfang: Griechenland lässt das Volk entscheiden.
(Foto: dpa)

Europas Regierungen sind irritiert: Voller Verwunderung blicken sie nach Athen und fragen sich, was in die Griechen gefahren ist. Da haben sich die 17 Euro-Staaten auf zwei Krisengipfeln zu einem weiteren milliardenschweren Rettungspaket mitsamt Schuldenschnitt durchgerungen, das die Griechen vor der Pleite bewahren und im Euro halten soll. Und was macht die Regierung in Athen? Anstatt dankbar über die Hilfe der anderen Staaten zu sein, will Ministerpräsident Giorgos Papandreou sein Volk über den Sparkurs des Landes abstimmen lassen und bringt damit das gesamte Projekt der Euro-Rettung in Gefahr.

Doch so groß das Risiko des Scheiterns der Volksabstimmung auch ist: Papandreou geht den einzig richtigen Weg. Der griechische Regierungschef kehrt zu den Wurzeln zurück. Das Land, das einst die Demokratie in Europa erfand, erzwingt nun auch die Herrschaft des Volkes inmitten der Krise des Kontinents.

Politik braucht Legitimation

Die Gründe für Papandreous radikale Entscheidung liegen auf der Hand. Der Regierungschef steht innenpolitisch seit Monaten unter enormem Druck, seine parlamentarische Mehrheit schrumpft immer stärker zusammen und regelmäßig legen Massenproteste und Generalstreiks das Land tagelang lahm. Angesichts des massiven Widerstands wirkte Papandreou viel zu schwach, um die harten aber notwendigen Sparmaßnahmen durchzusetzen. Nicht nur Märkte und Investoren zweifelten an der Umsetzung der griechischen Sanierungspläne.

Papandreou muss mit schwindenden Mehrheiten und wachsendem Widerstand kämpfen.

Papandreou muss mit schwindenden Mehrheiten und wachsendem Widerstand kämpfen.
(Foto: dpa)

Die nächsten Wahlen wären ohnehin zu einer Abstimmung über den Sparkurs und Papandreous Regierung geworden. Auch dort hätte dem Ministerpräsidenten eine Niederlage gedroht, die Griechenland und das Euro-Krisenmanagement lähmen würde. Europa verlangt von Athen Sparzusagen und Verpflichtungen, die bis über das Jahr 2020 reichen. Einen solchen Kurs kann ein Regierungschef nicht durchsetzen, wenn die Mehrheit der Menschen dagegen ist.

Volk bekommt Verantwortung

Mit dem Rücken zur Wand setzt Papandreou nun alles auf eine Karte. Die Griechen sollen selbst entscheiden, ob sie weiter sparen wollen oder bereit sind, eine Pleite des Landes und den Verbleib im Euro aufs Spiel zu setzen. Eine Zustimmung zum Sparkurs der Regierung wäre ein beispielloses Signal der Stärke. Papandreou könnte mit dem Votum des Volkes im Rücken seinen Sanierungskurs durchsetzen, die Zweifel am Sparwillen wären beseitigt. Sagt die Mehrheit bei der Abstimmung Nein, riskiert sie Griechenlands Zukunft im Euro und Europa. Der Unterschied zu allen anderen Pleite-Gedankenspielen aber ist, dass die Griechen diese Entscheidung dann selbst getroffen und auch zu verantworten haben.

Und so sicher, wie viele glauben, ist eine Niederlage Papandreous bei einer Volksabstimmung noch gar nicht. Zwar ist eine große Mehrheit gegen den Sparkurs und fast 60 Prozent der Griechen bewerten das neue Rettungspaket als negativ oder wahrscheinlich negativ. Doch kommt es beim Referendum zum Schwur und jeder Bürger muss mit seinem Kreuz über die Zukunft Griechenlands entscheiden, könnte der Widerstand nicht mehr ganz so radikal ausfallen. Abgesehen davon ist eine negative Sicht auf die Dinge noch kein Nein.

Papandreou tut jedenfalls das, was sich viele Kritiker der EU stets wünschen: Er übergibt die Verantwortung an den Souverän zurück. In Europa entscheidet zum Glück das Volk über den politischen Kurs eines Landes und kann ihm die nötige Legitimation verleihen. Gelingt dieser riskante Versuch, könnte Griechenland für andere Länder ein Vorbild sein. Vielleicht würden sich dann auch andere Regierungen in Europa trauen, ihr Volk zu befragen.

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Papandreou pokert hoch
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Kommentare
Harald Holler schreibt:
01.11.2011 11:15

nicht nur mutig, sondern auch ehrenwert!! Wäre wünschenswert, wenn sich die Merkelregierung auch dem Volksvotum stellen würde! Eine FDP mit 1.8 Rückhalt und eine Regierung mit weniger als einem Drittel Rückhalt im Volk ist eben keine Volksvertretung mehr!!! Hätte Merkel und Konsorten ein Fünkchen Anstand würden sie den Weg für Neuwahlen oder eine Volksabstimmung frei machen und aufhören, davon zu reden, das deutsche Volk zu vertreten. Dass tut diese Regierung schon lange nicht mehr!!!


Tommi schreibt:
01.11.2011 11:16

Ja, die Griechen machen es in der Tat richtig. Frau Merkel sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Allerdings frage ich mich schon, wieso erst jetzut. Hätten uns viele Gipfel sparen können.


Andreas Hastedt schreibt:
01.11.2011 11:27

Das Referendum in Griechenland ist richtig. Das für Deutschland zu verlangen, völliger Unsinn. Hier ist eine Regierung für vier Jahre gewählt. Mir gefällt deren Politik auch nicht, ich halte sie für verantwortungslos, aber die Opposition in Deutschland ist ja noch erbärmlicher.


Bomml schreibt:
01.11.2011 11:28

Ich kann eigentlich - lieber Harald Holler - nicht nur negatives sondern auch viel postive Arbeit der jetzigen Regierung erkennen. Momentan ist die politische Arbeit sicher alles andere als leicht- zumindest zum Thema Griechenland würde die Opposition zudem sicher das meiste genau so entscheiden. Man sollte eine gewählte Regierung auch mal regieren lassen und nicht bei jeder getroffenen Entscheidung nach Neuwahlen krächzen. Ich behaupte mit einer anderen Regierung wären wir auch nicht besser durch die jetztige Krise gekommen und die Stimmen nach Nachwahlen wären genauso da!


The Central Scrutinizer schreibt:
01.11.2011 11:28

Entweder ist das nur wieder ein mediterraner Bluff um mehr Geld und weniger Einschnitte von der EU herauszupokern - letztendlich sagten griechische Parlamentarier der Troika, dass sie kein Problem hätten, sondern die EU - oder es ist die Renaissance der bekannten Alexis Sorbas´schen Lebensphilosophie.


Sabine schreibt:
01.11.2011 11:28

Ein zweischneidiges Schwert wie ich finde. Zum einen hat Papandreou vollkommen recht, das Volk entscheiden zu lassen. Denn letztendlich ist Papendreou ein vom Volke gewählte Vertreter, der im Interesse des Volkes handeln soll. Demokratisch gesehen vollkommen richtig! Zum anderen stelle ich mir die Frage, wissen Papendreou und die Griechen überhaupt über was sie da entscheiden? Lehnt man das Sparpaket ab und es kommt zu einem Staatsbankort, dann betrifft das nicht nur die Griechen. Nein davon ist dann ganz Europa betroffen. Wenn man von so einem Horrorszenario ausgeht, dann möchte ich mal wissen wie viele betroffene dann noch für eine Volksbefragung sind?!?! Ganz ehrlich, ich möchte nicht in der Haut von Papendreou stecken, zumindest nicht wenn ich mir über beide Seiten Gedanken gemacht habe ...


stiphelius schreibt:
01.11.2011 11:31

Nein, alles ist falsch. Da hat man jahrelang die gewählt, die Frühpension und Staatsbeschäftigung versprochen haben, hat so Schulden gemacht und soll nun abstimmen, ob man pleite ist oder auch nicht. Das ist aber leider nicht demokratisch entscheidbar.


Sabine B. schreibt:
01.11.2011 11:33

Gefährliche Geschichte. Ich sitze hier mittendrin. Die Leute wissen hier doch gar nicht was genau gespielt wird. Die Leute sehen nur daß man ihnen das Geld aus der Tasche ziehen will, aber keiner hat bis heute verstanden, welche Auswirkungen es hätte, würde man es nicht tun.


Giorgos schreibt:
01.11.2011 11:39

Will hier jemand seinen Hals retten? Das Volk wird erst gefragt, wenn die Politik gescheitert ist und man vom eigenen Verschulden durch z.B. jahrelange Mißwirtschaft und Korruption ablenken will. Ist doch elegant, die Verantwortung für den Zusammenbruch Griechenlands dem Volk über den Weg einer Volksabstimmung in die Schuhe zu schieben.


Zukunft-Resignation schreibt:
01.11.2011 11:39

Die Regierung ist opportunistisch, korrupt und unfähig! Welche jetzt? Na welche denn nicht?


Bretonkid schreibt:
01.11.2011 11:39

In Europa entscheidet zum Glück das Volk über den politischen Kurs - Ah ja? Frankreich hatte Maastrkich abgelehnt aber, aber! Das Parlament entschied anders, das Gleiche vor ein paar Wochen mit Slowenien. Demokratie klingt anders


homo oeconomicus schreibt:
01.11.2011 11:47

Ein Austritt Griechenlands bedroht zwar das gesamte Euro-Projekt, trotzdem trifft Papandreou die unvermeidlich richtige Entscheidung. Guter Kommentar - es war an der ZEIT, das zu sagen.


Udo schreibt:
01.11.2011 11:50

Bravo - nehmt Euch ein Beispiel!


eugen schreibt:
01.11.2011 12:05

Diese Bundesregierung hat uns 2 Jahrelang hingehalten, und die deutschen Steuergelder mit Hilfe eines Schaufelradbaggers in einen Abgrund befördert. Weg mit dieser Bundesregierung!!!


WG schreibt:
01.11.2011 12:14

Das Volk damit zu beauftragen eine Entscheidung zu treffen die Finanz-Experten treffen sollten ist meiner Meinung nach zu gefaehrlich. Viele sind ja nicht einmal in der Lage ihre eigene finanzielle Lage einzuschaetzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen und jetzt sollen diese Leute ueber das Schicksal eines Landes abstimmen??? Das ist doch als ob eine Firma ihre Mitarbeiter abstimmen lassen wuerde ob es Entlassungen geben sollte oder ob man die Gehaelter erhoehen soll...????


dukeman schreibt:
01.11.2011 12:15

Es ist vom Kommentator sehr verwegen, das Referendum per Stimmzettel als Schwur zu bezeichnen. Bis zum Votum der Griechen fliessen dann wohl weiter die Hilfsgelder nach Hellas? Die Mehrheit der Bürger wird das nicht begeistern.


Quo Vadis schreibt:
01.11.2011 12:31

Bravo Bommel! Bravo Sabine! Das griechische Volk soll entscheiden. Wer stimmt hier über das eigene Schicksal ab, wer gefährdet damit aber auch ganz Europa? Es sind die Kleinen Leute und die Mittelschicht; also diejenigen, die unter den desatrösen Strukturen des Landes gelitten haben und/oder profitiert haben. Man denke nur an die nicht eingeholten Milliarden an die überfälligen Milliardensummen Steuern; an die gezahlten Renten-Milliarden für tote Rentner; an die Tatsache, dass in den letzten Jahrzehnten keine Regierung mit einem besseren Konzept ans Ruder kam, sondern nur das Miesmachen der Vorgänger zur Staatsmacht führte, mit dem Ergebnis es wurden niemals die offensichlichen Krankheiten des Landes behandelt. Dieses Volk der Leidenden soll nun über die Frage der Fragen entscheiden. Hoffnung, Drohung und Chance zugleich. Viel Glück uns Allen!!!


lost in space schreibt:
01.11.2011 12:37

Erstaunlich, einen solchen pro-basisdemokratischen Kommentar beim Wirtschafts-Nachrichtensender n-tv. zu lesen. Hätte eigentlich doch noch gerne gewusst wer diesen Kommentar schreibt. Dies zu unterlassen halte ich journalistisch gesehen für Unter-Bild-Neveau. Ansonsten aber Hut ab - ich hätte gerne auch darüber abgestimmt, ob ich 211 Mrd € nicht doch lieber für was anderes ausgegeben hätte - z.B. eine familienfreundliche Politik, die es der arbeitenden Bevölkerung erlaubt, Kinder zu bekommen Beispiel Frankreich, Skandinavien und damit das wohl größte Problem dieses Landes etwas zu mildern - den demographischen Wandel. Wahrscheinlich fallen mir noch ein dutzend Möglichkeiten ein, wobei Schulden abbauen ja auch nicht so verkehrt wäre.


Grüner schreibt:
01.11.2011 12:37

Es ist ein bißchen sehr spät aber trotzdem vernünftig, wenn sich das souveräne Griechenland von allen selbsternannten Eurorettern und Kümmerer-Politikern abkoppelt und selbst entscheidet wie seine Zukunft aussieht: Entweder als Dackel der EU-Bürokraten vom Nassauen leben oder mit erhobenem Haupt und einer abgewerteten Drachme neu beginnen


lost in space schreibt:
01.11.2011 12:42

Ziehe meinen Kommentar zurück. Habe bei genauerem Lesen bemerkt, dass der Name des Kommentators doch angeben ist - zwar mitten im Text und nicht zu Beginn oder am Ende, aber er ist angegeben. Sorry.


W.Helder schreibt:
01.11.2011 12:43

Das ist nicht demokratisch, dass ist dumm!!! Papandreou läßt sein Volk hier nicht über Griechenland abstimmen sondern über Europa! Und deshalb ist diese Idee Schwachsinn! Mal abgesehen davon, dass es ein Schlag in das Gesicht derer ist, die mit großem Aufwand versuchen Griechenland zu helfen. Fragt mal die Italiener, Spanier oder Portugisen was sie davon halten. Man kann grundsätzlich darüber diskutieren ob Griechenland die Eurozone besser verlassen sollte denn ein Nein des Volkes würde dies bedeuten, aber dies hätte man auch schon vor Wochen oder sogar Monaten haben können, wenn sie das so wollten. Was diesen Mann da reitet bleibt sein Geheimnis. Es zeigt einmal mehr dass die Griechen noch immer nichts verstanden haben...


eugen schreibt:
01.11.2011 12:46

Quo Vadis: Nur leider habe ich keinen Einfluss auf die Griechischen Wahlen gehabt, genauso wie der ganze Rest Europas. Ihr habt eure Politiker selbst gewählt, oder etwa nicht???


hl0105 schreibt:
01.11.2011 12:51

Ich finde die Entscheidung von Papandreou richtig, vielleicht zum falschen Zeitpunkt. Aber interessant ist doch die Reaktion der anderen Politiker. Sie zeigt doch wie wenig sie ihrem eigenen Wahlvolk traut, bzw. das sie wissen, daß ihre Entscheidung nicht mit der Meinung des Volkes übereinstimmt. Doch so gewichtige Entscheidungen wie das Schuldenpaket in Griechenland sollte das Volk entscheiden und nicht nur ein paar Politiker, zumal auch diese nicht unbedingt frei, laut ihrem Gewissen entscheiden können. Anders kann man den Druck, der auf einige Politiker ausgeübt wurde, nicht erklären. Mit Demokratie hat das jedenfalls wenig zu tun. Jetzt sind die Politiker in Griechenland gezwungen, für jeden verständlich, alles offen zu legen, damit die Entscheidung ja lautet, ansonsten .... Diese Offenheit wünsche ich mir auch von unseren Politikern und nicht immer diese Halbwahrheiten oder diese Geheimniskrämerei.


Quo Vadis schreibt:
01.11.2011 12:59

Mensch Leute, denkt doch mal darüber nach: Mit abgewerteter Drachme hunderte Milliarden Euro Staatschulden zurückzahlen. Wie soll das gelingen? Wer bitte kann darlegen, wie diese Situation stattdessen abgeht?


Hugo schreibt:
01.11.2011 13:00

Ist doch klar, dass Papandreou und seine Mitgenossen nun durch so einen Kunstgriff ihre Hälse aus den Schlingen ziehen wollen. Ob das aus unserer und ökonomischer Sicht vernünftig ist, steht dort vor Ort gar nicht zur Debatte. Es könnte ja auch bei bestem Willen und Vertrauen in Gott und die Mächte der Märkte noch immer alles schief laufen. Das darf man nicht vergessen. Wirklich clever wäre es natürlich, wenn ich das mal so im Geheimen hier mutmaßen darf, wenn die Griechen mit allen verfügbaren Mitteln auf die Auswirkungen ihrer eigenen Entscheidungen an den Märkten spekuliert hätten. Also, wenn die übers Jahr wieder perfekt refinanziert sind, wissen wir`s.


W.Helder schreibt:
01.11.2011 13:04

@hl0105, also ich bin bei weitem davon entfernt der Politik alles anzuvertrauen oder gar kritiklos gegenüber zu stehen. Aber in einer Frage die z.Z. nichtmal mehr von ausgewiesenen Fachleuten in ihren möglichen Folgen beurteilt bzw. abzusehen ist, einem Volk die Entscheidung zu überlassen grenzt an Selbstmord. Ich befürchte nichtmal Papandreou selbst versteht was zur Zeit in Euroland abläuft und welche Folgen daraus entstehen können, und gerade dann fragt er das Volk??? So macht er sich ohne es zu wissen zum Totengräber Europas, wenn es schlecht läuft!


Dirk P. schreibt:
01.11.2011 13:06

Vielleicht rührt die Irritation der europäischen Regierungen ja weniger aus dem Verständnis, dass Papandreou den Rettungsplan gefährdet, sondern vielmehr aus dem Erschrecken, dass Demokratie auch innerhalb einer Legislaturperiode gewagt wird, ja bei so großen und grundlegenden Entscheidungen sogar gewagt werden muss. Sollten die Verantwortlichen dadurch irritiert sein, hätten sie zum ersten Mal seit langem auch verstanden! Möglicherweise ist wirklich zweifelhaft, ob Politiker, die die Legitimation für sich und ihr Handeln! aus einer nationalen! Wahl ziehen zu deren Zeitpunkt die Tragweite der in ihrer Legislaturperiode anstehenden Aufgaben nicht einmal annähernd ersichtlich ist, generell legitimiert sind, jedwede Entscheidungen unabhängig vom Souverän zu treffen. Besonders kritisch wird es übrigens, wenn anstehende Entscheidungen die Legitimation weit über die Kompetenz der Entscheider ausdehnen. Jedenfalls ist der Zeitpunkt, zu dem Herr Papandreou das Gesamtkonstrukt zur Wahl stellt richtig, nämlich nicht zu früh. Andernfalls wäre zu Beginn des Prozesses die Tragweite der Entscheidung wahrscheinlich unterschätzt und folglich leichtfertig entschieden worden.


ralf schreibt:
01.11.2011 13:06

tja, das ist wohl die Quittung für ein provisorisch zusammengeschustertes Europa - über Konsequenzen und Risiken hätte man sich vorher Gedanken machen sollen. Aber tolle Reden schwingen ist ja sooo einfach. Und jede Regierung hat und hatte Angst vor einer Befragung der Bürger. Bin mal gespannt wies weitergeht...


Leo schreibt:
01.11.2011 13:11

Hiermit hat es sich doch bestätigt daß mein Land offensichtlich von Marioneten regiert wird und Georgios Papandreou ist die von Pinocchio. Er und seine Regierung hat in den vergangenen zwei Jahren bewußt nichts getan um das Land in eine noch schlechtere Lage zu bringen und es für ein Butterbrot an den IWF und EZB zu verscherbeln. Diese Wende Papandreous das Volk entscheiden zulassen, weisst nur auf die Angst hin daß seine Partei bei den kommenden Wahlen einstellig abschneiden wird!


frankus schreibt:
01.11.2011 13:13

Lasst uns den Leichnam Europas zu Grabe tragen und für immer den Sargdeckel schließen. Ihr Griechen habt in Europas nichts mehr zu suchen, wenn ihr gegen die Sparpläne stimmt!


wolfdirk schreibt:
01.11.2011 13:17

Die Karre ist doch über Jahrzehnte in den Dreck gefahren worden. Korruption und Wahlgeschenke bringen nicht nur in Griechenland Staatshaushalte und damit ganze Völker an den Abgrund. Die Politik muss sich wieder auf das Dienen dem Volkbesinnen und nicht der eigene Wichtigkeit und Selbstdarstellung frönen. Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen 10 € in das Phrasenschwin und da ist der logische Schritt bei mangelnder eigener Stärke, den Stab an den Souverän zurück zu geben.


heinz schreibt:
01.11.2011 13:26

Wir leben in einer geschichtlich interessanten Zeit. Wir werden Zeitzeugen davon wie ein völlig kaputtes und verlogenes System zusammenbricht. Geld bei der Bank leihen und mit dem geliehenen Geld die Raten abbezahlen. Super Idee! Wer hier logisch denkt, der kann das Ergebnis vorhersehen. Damit meine ich nicht Griechenland sondern die ganze verrückte Welt.


Stephan S. schreibt:
01.11.2011 13:31

Das Volk bekommt nun die Verantwortung? Wie bitte? Ich bitte die Vergangenheitsform zu verwenden. SIE hatten bereits das Vergnügen, die Verantwortung. Gleichgültig, was daraus entstanden ist. Zuletzt waren es vom Volk gewählte Vertreter, die mit Europa einen Vertrag geschlossen haben, Teil der Vereinbarung war/ist der 50 Haircut der griechischen Staatsschuld. Wenn schon Abstimmung, dann MUSS den europäischen Partnern ZUVOR deutlich gesagt werden, dass jede geschlossene Vereinbarung anschließend unter dem Vorbehalt eines Referendums in Griechenland gestellt wird. Dies jedoch wurde ausdrücklich unterlassen. Um dann, ohne vorherige Abstimmung, wieder einen neuen Haken zu schlagen. Es hilft nichts, sofort Papandreou anrufen - ihm klar machen, dass er vertragsbrüchig wird, dass er nun wählen kann. Dies geschieht wohl gerade... 1. Aufforderung, eine getroffene Vereinbarung einzuhalten oder... 2. Vorbereitung einer Abstimmung, die er sich schon sprichwörtlich sparen kann, schon deshalb weil in einem solchen Fall IWF und Europa die Zahlungen ab SOFORT einstellen werden. Wenn schon Pleite, dann alles viel schneller gehen...


marion rica schreibt:
01.11.2011 13:35

finde ich o.k., es gibt zwischenzeitlich viel mehr jüngere menschen in griechenland als noch vor 10 jahren, wir haben 2011...


hpt schreibt:
01.11.2011 13:44

sehr richtig, und sehr mutig. vor allem der einzige ausweg für griechenland und ein weg um wieder ruhe ins land / volk zu bringen. respekt füür diese entscheidung !


Andreas E. schreibt:
01.11.2011 13:44

Ich finde den Kommentar richtig und den Schachzug der griechischen Regierung clever. Natürlich stehen nun auch die Hilfszusagen unter Vorbehalt der Zustimmung der Griechen. Papandreou ist kein Diktator, der die Zusagen im Alleingang garantieren kann. Was soll er denn sonst machen ? Die Demonstrationen gewaltsam unterbinden ?


Onkel Alex schreibt:
01.11.2011 13:46

Ganz Einfach, Ganz Grob: Wir sind das Volk and Yes we can Der erste richtige Politiker, der das Volk entscheiden lässt. Respekt und Hochachtung vor diesen Mann und den gewagten Schritt!!


Hartmut schreibt:
01.11.2011 13:54

Nun entscheidet das Land mit seiner Bevölkerung über ganz Europa, welches zehn Jahre gelogen und betrogen hat ! Danke an Griechenland, wie das Land die gesamte Eurozone an der Nase herumführt ! Ich hoffe, die Volksvertreter machen Ihren Bürgern die Konsequenzen eines Neins zum europäischen Sparpaket mehr als deutlich. Es entsteht fast der Eindruck, dass ein Nein zu den Beschlüssen die Griechen von Ihrer eigenen Sparpflicht entbinden würde und alles so weiter wie bisher gehen kann wie Rentenzahlungen an Tote, ausufernde Korruption, ein ineffizientes Staatswesen etc.. Werden die Griechen verstehen, das es kein Alternative zum Sparen gibt ? Weiter hoffe ich, dass die Geldgeber Griechenlands nun sofort den Fuß auf die Bremse setzen und keine weiteren Hilfszahlungen an das Land mehr überweisen werden bis zu Ihren Volksentscheid ! Als kleinen Vorgeschmack auf die Staatspleite und als Anstoß an die griechischen Politiker den Bürgern endlich reinen Wein einzuschenken !


Roland schreibt:
01.11.2011 13:59

Herr Papandreou hat doch voller mit Absicht gewartet bis das Paket geschnürt ist um sehen zu können wie weit ers ein Spiel treiben kann. Eine Regierung inkl. Regierungschef die über Jahrzehnte auch nicht im Ansatz in der Lage dazu ist ein wenigstens grob Strukturiertes Einnahmesystem zu installieren, um die laufenden Ausgaben zu decken, erdreistet sich jetzt den Europäischen Währungsverbund an den Grund des Abgrunds zu führen. Anstatt die Griechen für Ihr Verhalten zu Loben Die Grossen Griechen, Erfinder der Demokratie sollte Ihnen jemand mal vor Augen führen, was es bedeutet, wenn man sich über Jahrzehnte Milliarden an geliehenen Euros zu Unrecht über Tote Rentner bezieht bei den Summen keine Einzelfälle . Dies ist Betrug !!! Man kann hier endlos aufzählen was alles so toll abgelaufen ist, aber man kann es auch ganz einfach zusammenfassen: Anstatt die Ärmel hoch zu krempeln und aufzuhören zu Jammern, geben die lieben Griechen die Schlacht verloren, und ziehen alle andern mit in den Abgrund. Warum machen wir nicht ein Referndum zur Wiedereinführung der ach so schrecklichen D-Mark. Liber 10 Jahre kleinere Brötchen backen, aber dafür diese ganzen ....., vom Hals haben, und damit meine ich nicht nur die Griechen. Einen schönen Feiertag für alle.


stm schreibt:
01.11.2011 13:59

Grundsaetzlich ist die Idee sicher richtig. Aber da die Griechen die beiden Alternativen nicht wirklich beurteilen koennen, ist die Abstimmung sicher mehr emotional als objektiv. Ich lebe in Griechenland, habe Betriebswirtschaft studiert und folge den Diskussionen, aber ich kann die Auswirkungen auf den Einzelnen im Falle eines Neins nicht wirklich beurteilen. Wie kann man das von mehr als 90 der Bevoelkerung erwarten, die keine entsprechenden Vorkenntnisse haben. So werden sie ueber eine Zukunft abstimmen, die sie nicht kennen, aber extreme Auswirkungen haben kann.


Wagner M. schreibt:
01.11.2011 14:02

Abstimmen, ob Griechenland pleite ist oder nicht, macht keinen Sinn. Aber abstimmen, ob Griechenland den Euro noch weiter als Währung haben will, das wäre sinnvoll.


Andreas E. schreibt:
01.11.2011 14:03

Griechenland entscheidet nicht über ganz Europa - nur über sich selbst. Ein Austritt aus der Euro-Zone wäre die Folge eines Neins - mit allen Begleiterscheinungen, Griechenland wäre ein Pleitestaat wie andere auch.


Rene Glatz schreibt:
01.11.2011 14:05

Vielleicht würden sich dann auch andere Regierungen in Europa trauen, ihr Volk zu befragen. ja zum Beispiel Deutschland ...


tami schreibt:
01.11.2011 14:08

sehr guter und richtiger Kommentar ,Herr Schwarze. Die übrige Medienlandschaft glaubt,entsetzt sein zu müssen.


Fassungslos ! schreibt:
01.11.2011 14:12

Vor dem Hintergrund wie die griechischen Politiker in den letzten Jahren das System Europäische Union ausgenutzt haben und Milliarden an Hilfsgeldern veruntreut und in ihre eigenen Taschen gesteckt haben, treibt es mir hier die Zornesfalten auf die Stirn, wenn einige Autoren hier den hinterhältigen Schritt von Herrn Papandreaou auch noch loben und hier eine Grundsatzdebatte über Demokratie führen ! Bitte aufwachen, es steht hier mehr als auf dem Spiel als nur eine akademische Diskussion über Demokratie !


Maryza schreibt:
01.11.2011 14:14

Ja, ich finde es auch an der Zeit, dass das Volk entscheiden soll. Was nützt es, wenn dem Volk das Sparen aufgezwungen wird und die mit dem Streiken gar nicht mehr aufhören? Außerdem geht es Merkel & Co gar nicht darum den Griechen zu helfen, sondern die wollen nur den Euro retten. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Weg Griechenland auf Kurs zu bringen. Raus aus dem Euro, weg mit der Korruption und drastische Strafen für neue Korruptionsfälle. Dann, aber erst dann kann man in das Land investieren und die Wirtschaft in Schwung bringen. Wird die Korruption nicht beseitigt, wird Griechenland immer ein Fass ohne Boden sein.


Frank P. schreibt:
01.11.2011 14:14

Vielleicht ist dies das Ende mit Schrecken?! Ich hoffe es zumindest!


Garp schreibt:
01.11.2011 14:18

Es wird wie folgt ausgehen: - die Griechen werden dem Sparkurs NICHT zustimmen. - und die EU gibt ihnen das Geld TROTZDEM.


Timo Fuchs schreibt:
01.11.2011 14:18

Genialer Schachzug!! -.- Die vielen Demonstrationen auf Athens Strassen und Streiks griechischer Beamte und Arbeitnehmer werden nun ein abruptes Ende haben. Mit dem Referendum liegt die Zukunft Griechenlandes in den Händen jeden einzelnen Staatsbürgers. Beim Gang an die Urne werden sich auch die letzten Gegner der Sparpolitik von Papandreou bewusst werden, dass es eigentlich nur noch um Pest und Cholara geht und sie werden merken, dass die unpopulären Entscheidungen der sozialistischen Regierung gegenueber dem Verlust des Vermögens eines jeden Einzelnen, das kleinere Übel sein wird. Sollte bei einem Referendum die Vernunft Siegen und das beim EU-Gipfel ausgearbeitete Sparpaket von den griechischen Staatsbürgern angenommen werden, so käme dies einer Rehabilitierung im Epizentrum gleich. Eine Heilung der Mentalität des nur Nehmens und Nichts zu geben.


Lothi schreibt:
01.11.2011 14:22

Der Schritt ist richtig, weil er die Verantwortung in die Hände derer legt, die auch die Folgen tragen. Und die Sichtweise Das ist undankbar von den Griechen, wir haben Ihnen doch so tolle Rettungsangebote gemacht und auf Geld verzichtet ist falsch, denn gerettet werden mit den Euro-Gipfel-Beschlüssen hauptsächlich die europäische Banken und weniger das Land Griechenland. Das Referendum eröffnet Griechenland ganz ähnlich wie damals Argentinien die Möglichkeit, seine Selbstestimmung zurück zu gewinnen. Der harte Weg ist manchnmal der bessere!


Holzauge schreibt:
01.11.2011 14:44

Bravo! Ein wirklich guter und treffender Artikel von Till Schwarze. Griechenland ist trotz bekannter Schwächen und Lügen in die Eurozone eingeladen worden. Nicht der Euro hat ein Problem sondern Griechenland. Wenn sie die Hilfe - man könnte auch Zuchthaus dazu sagen - nicht annehmen wollen, dann haben die Griechen ein Problem und auch ein paar Banken. Das Bankenproblem lässt sich regeln. Vielleicht wacht dann der selbstgefällige Trickser Berlusconi endlich auf und tut was, damit es Italien nicht ähnlich geht.


Tegus schreibt:
01.11.2011 14:44

Der einzige richtige Schritt. Haette aber schon vorher kommen sollen. Eines aber ist und bleibt sicher. Nicht der Euro und Europa ritten die Griechen dahin wo sie jetzt sind, sondern einzig und allein ihre Inkompetenz und ihr Unwille, die seit Jahren bestehenden und bekannten Verhaeltnisse zu beseitigen. Die Schuld liegt ebenso beim Volk wie auch bei der Politik; beide als Nutzniesser dieses sich nun als Bumerang erweisenden Systems.


Christian Guentert schreibt:
01.11.2011 14:46

Hätten unsere Politiker vor der Einführung des Euros auch so gehandelt und das Volk gefragt - wäre der ganze Eurowahn und die heutige Krise erspart geblieben und alle wären heute zufrieden. Oder wie wärs damit: Alle Politiker die für die Aufnahme Griechenlands zum Euro gestimmt haben zahlen die Hälfte Ihres Gehalts/Pension in den Griechenland-Rettungsfond ein - gerade bei Herr Eichel - dem eifrigsten Verfechter für die Griechen-Aufnahme - käme ja jeden Monat eine schöne Summe zusammen....


Doppelnull00 schreibt:
01.11.2011 14:56

Mein Respekt für diese mutige Entscheidung. Eine Entscheidung die richtungsweisend in Europa sein könnte. Die Verantwortung wieder in die Hände der Bürger stellen. So mancher Politiker wäre erstaunt, wieviel Intelligenz der Bürger doch in solchen Sachen beweist.


Zuschauer schreibt:
01.11.2011 15:11

Herr Papandreaou ist sicher ein ehrenwerter Mann. Jedoch: man kann zwar ein Pferd zur Tränke führen aber es nicht zwingen zu trinken. Man sollte sofort alle Rettungsschirm-Planungen stornieren und abwarten, wie sich das griechische Volk entscheidet. Einem Schalk mit Narrenkappe, der einen veralbert, muß man eine noch Größere überstülpen.


Suter, Schweiz schreibt:
01.11.2011 15:12

Was regt ihr euch auch alle auf - ist doch absoluit normal das Volk zu befragen - bei uns jedenfalls. Gut sind wir nicht in diesem Verein.


TL schreibt:
01.11.2011 15:19

Ich finde es unfair wie manche hier auf Papandreou und Griechenland abgehen. Es ist der erste ehrliche Politiker in Griechenland seit Jahrzehnten und hat eine unmögliche Aufgabe in seine Hände. Ja, die Griechen haben über Ihren Verhältnissen gelebt, aber welches Land in Europa tut es nicht? Meinen Sie Deutschland geht es besser, oder ist die Schuldenuhr nur zur Dekoration da? Frankreich, England, Belgien… überall sind Schulden, Schulden und wieder Schulden. Früher oder später wird der Kollaps kommen, die Banken wissen es, die Politiker wissen es. Dann der Punkt die Griechen werden Europa einzig in dem Abgrund stürzen… seien Sie bitte realistisch, wer meinen Sie hat uns geholfen die Staatsbilanz zu verschönern? Gewisse Banken aus Europa und Amerika. Oder meinen Sie den Politikern in Europa war es nicht bewusst über die Lage in Griechenland? Wenn etwas Politikern gut können, ist nichts davon zu wissen. Und wie Lothi schreibt: „Und die Sichtweise Das ist undankbar von den Griechen, wir haben Ihnen doch so tolle Rettungsangebote gemacht und auf Geld verzichtet ist falsch, denn gerettet werden mit den Euro-Gipfel-Beschlüssen hauptsächlich die europäische Banken und weniger das Land Griechenland.“ Stimme ich ohne weiteres zu… oder wieso denken Sie ist Herr Ackermann so sauer auf den Griechischen Finanzminister? Stellen Sie es mal vor, Deutschland würde in so eine Lage kommen, was sehr schnell geschehen kann.. dann kommen die Deutschland Retter und die Deutschen müssen 30 MwSt. zahlen. Eine Sondersteuer für Bier von 50 und keine live Fußball mehr. Dann stellt sie raus dass man XXX Milliarden jährlich an Subventionen bezahlt hat, die an absurden Gesetzten von 1900 stammen… Da würden sicherlich die Deutschen auch Protestieren..falls die es noch nicht verlernt haben, ansonsten könnte man euch auf einen Crash - Kurs nach Griechenland schicken. So ja eine Volksabstimmung ist die ehrlichste und letzte Weg Klarheit und Vertrauen zu erschaffen und gewinnen.


Greek schreibt:
01.11.2011 15:26

Das Referendum in Griechenland ist richtig!Schuld liegt IMMER beim Volk und bei der Politik. Jedes Volk ist seiner Regierung wuerdig! @Andreas Hastedt: aber die Opposition in Deutschland ist ja noch erbärmlicher Stimmt, weil Frau Merkel ja allen Parteien der Opposition die Verbesserungsvorschlaege klaut, diese umbennent und als eigene verkauft Was interessiert mich mein Geschwaetz von gestern! Ich frage mich nur, ob das Gedaechtnis des Volkes so kurz ist, dass sie die naechste Wahl gewinnen kann!


Schwede schreibt:
01.11.2011 15:31

Für mich eine gute und richtige Entscheidung sowie ein richtungsweisendes Symbol in schwierigen Zeiten, das Zepter beim Souverän sowie der Politik zu halten, als verantwortungslos dem Markt zu überlassen, der nur ein Abbild von geschaffenen Regeln sein kann, in dem er sich bewegt.


Cherry Mailer schreibt:
01.11.2011 15:44

Ja richtige! Verantwortung für das Volk! Nur einen entscheidenden Haken hat die Sache: Nun, da der Karren im Dreck steckt, und sich die Frage stellt wie die vergorene Suppe ausgelöffelt werden soll, darf plötzlich das Volk entscheiden und Verantwortung tragen. Oh Wunder! Entschieden wird ja nur noch zwischen Teufel und Belzebub. Nur hinterher sieht es dann so aus als hätte das Volk die Entscheidungen zur Misere führten selbst getroffen. Im grunde ein eher faules Spiel um den Schwarzen Peter nun dem Volk zuzuschieben.


Fundamental24 schreibt:
01.11.2011 15:55

Standing Ovations für diese Entscheidung! Hochrespektabel. Zu allem werden wir Bürger gezwungen: zum Soli, obwohl dieser längst nicht mehr seinem Zweck dient, zum Sonderbeitrag zur Krankenkasse von 8 Euro, weil die Regierung eine Obergrenze für Beiträge festgelegt hat, aber den Krankenkassen die Hintertür gelassen hat. Nun kann ein Land endlich einmal FREI entscheiden. Und offen gestanden: egal, wie die Griechen entscheiden, ich hätte für beides Respekt. Denn wenn man immer mehr sparen muß wir kennen das auch von uns, wer kann sich frei sprechen, ab einem gewissen Maß der Unerträglichkeit auch mit Nein zu stimmen? Wann treten wir Deutschen endlich für unsere Souveränität ein? Warum geht niemand mehr auf die Straße? Weil wir Deutschen längst dekandent sind wie im Römischen Reich: wir haben BROT und SPIELE =Fernsehen im Übermaß und Otto Normalbürger schaut lieber eine Folge Bauer sucht Frau anstatt für seine Rechte einzutreten!


RESTI schreibt:
01.11.2011 16:00

Nachdem in BW wg. einem Bahnhöfle eine Volksabstimmung durchgeführt wird ist das in Griechenland für einen verbleib in der Euro-Zone alle mal gerechtfertigt.


Stefan M. schreibt:
01.11.2011 16:01

Das Kind ist seit 20 Jahren im Brunnen. Schon damals hätte ein Pleitestaats wie Griechenland nie in die EU und danach in die Eurozone aufgenommen werden dürfen. Sie werden sich für nein entscheiden und sind damit draußen. Besser ein Ende mit Schrecken... Europa wirds überleben. Garantiert. Glaubt nicht den ganzen Quatsch, den ihr den ganzen Tag vorgequatscht bekommt.


lotte schreibt:
01.11.2011 16:09

super herr papandreou! ich finde das die richtige entscheidung. schade, dass wir hier in deutschland nicht abstimmen dürfen....es ist zeit für einen systemwechsel!!! umverteilung von oben nach unten!!!


gete schreibt:
01.11.2011 16:10

Eine Volksabstimmung wäre in Deutschland wünschenswert aber die Regierung hat berechtigt enorm viel Angst vor dem Ergebniss, Sinnvoll und wünschenswert wäre der nächste Schritt das die abgewählten Politiker dann auch mal mit ALG1 und ALG2 besser H.4 leben müßten.


pragmaticus schreibt:
01.11.2011 16:33

Bitte keine Übertreibungen! Lehnen die Griechen in ihrer Volksabstimmung das Sparpaket ab, ist das keinesfalls der Untergang Europas! Griechenland würde freilich aus der Euro-Zone austreten müssen. Wäre das schlimm? Der in letzter Zeit vielfach interviewte Prof. Burghof sieht darin eine doppelte Chance: Griechenland könnte durch Abwertung der Drachme wieder wettbewerbsfähig werden, und die Euro-Zone wäre gestärkt, da sie einen destabilisierenden Faktor verloren hätte. Es wird immer wieder eingewandt, dass Griechenland mit abgewerteter eigener Währung noch mehr Probleme hätte, seine Schulden zurückzuzahlen. Hier muss man aber ehrlich den Fakten ins Auge sehen: Das von der EU verordnete Sparpaket würgt das Wirtschaftswachstum und damit die Staatseinnahmen Griechenlands derart ab, dass Griechenland bei einem so teuer erkauften Verbleib in der Euro-Zone mindestens genauso unfähig wäre, seine Schulden zu begleichen. Es kommt also für die Gläubiger ziemlich aufs selbe heraus: Sie werden in jedem Fall von ihrem Geld nicht viel wiedersehen. Wenn dadurch einige systemrelevante Banken ins Schlingern kommen sollten, sollte man sich an die Mahnung vieler Experten erinnern, dass uns eine direkte Rettung unserer Banken wesentlich billiger käme als deren indirekte Rettung durch immer neue gigantische Rettungspakete für Griechenland, die das Problem doch nicht lösen können.


Stephan S. schreibt:
01.11.2011 16:59

Laut den letzten Meldungen aus Griechenland ist Herr Papandreou wohl Geschichte - seine Regierung ueberlebt moeglicherweise nur noch wenige Stunden, nun laufen Ihm die eigenen Leute davon. Das Thema Volksabstimmung ist damit erst Mal erledigt, - er kann sich offensichtlich in der eigenen Partei nicht mehr durchsetzen...


Schwefelwolf schreibt:
01.11.2011 17:37

Erstaunlich, wie diese erste richtige Demokratie der Deutschen Geschichte sich zur Vorstellung einer Volksabstimmung stellt. Das Volk fragen? Wie bitte? Unerhört! Das Volk ist doch für solch schwierige Entscheidungen einfach zu dumm - nicht wahr? Wo kämen wir denn hin? Genau besehen ist diese Haltung nur die zwingende Folge des neu-deutschen Demokratie-Verständnisses: zum Schutze der Demokratie ist die Volksabstimmung verfassungsrechtlich auf die lokal-regionale Ebene beschränkt. Über wichtigere Dinge hat das Volk nur den Gewählten zu vertrauen, immer und unbedingt - auch wenn sie souvranitäts-entscheidende bzw. -abtretende Verträge ohne entsprechende Verfassungsänderungen durchboxen. Merkwürdige Demokratie. Eine Demokratie, die den Weg in die Euro-Katastrophe zuletzt mit der Euro-Einführung de facto ohne demokratische Legitimation zustandegebracht hat, und zwar scheibchenweise auf dem schönen alten Verwaltungswege. Kleine demokratische Stolper-Steine ablehnende Volksabstimmungen in Dänemark, Irland, Frankreich u.s.w. wurden demokratisch gelöst: entweder über Wahlwiederholungen bis zum bitteren Ja oder durch terminologischen Umbenennungenwie bei der verworfenen Europäische Verfassung, umgetauft auf Lissaboner Vertrag. Es sind die Herren Kohl und Konsorten in Paris, die dieses Frankenstein-Europa im Finanz-Labor des Brüsseler Burgkellers zusammengezimmert haben, dem Wahn folgend, aus den diversesten Teilen des Kontinents eine neue Nation in vitro zu erzeugen - ohne Rücksicht auf historischen, kulturellen, wirtschaftlichen, oder strukturellen Unterschiede. Und nun, da der bunte und schlecht zusammengenähte EU-Frankenstein seine Lebens-Unfähigkeit immer deutlicher zeigt, versuchen seine Väter und deren Töchter diese Europa-Attrappe mit Billionen Euro der Steuerzahler und derer Kinder und Enkelkinder zu retten - ohne auch nur auf die Idee zu kommen, die Betroffenen d.h. diejenige zu fragen, die diese gewaltige historische Last tragen müssen. Eine schöne Demokratie, wirklich... Da lobe ich mir Herrn Papandreu: er mag seine Fehler haben, offensichtlich hat er aber auch ein Gewissen - etwas das in Bonn/Berlin seit den Zeiten eines Kurt Schumacher immer mehr zur Mangelware geworden ist.


Marv schreibt:
01.11.2011 17:40

Ich find´s echt schade, dass es hier nicht sowas wie nen Like-Button gibt =D , dann würd man ja mal die Tendenz der Meinungen hier sehn!


konstantin schreibt:
01.11.2011 17:47

Das ist weder besonders mutig noch klug, was jetzt in Griechenland geschieht. Wenn er das Volk wirklich hätte einbinden wollen, dann hätte er das am Beginn der Krise machen sollen, wenn es dann ein NEIN gegeben hätte, wären sie aus der Eurozone rausgeflogen und hätten wieder die Drachme eingeführt. Jetzt aber wirds um einiges komplizierter und kostspieliger, insbesondere auch für den dt. Steuerzahler. Erst auf dreiste Art und Weise die Solidarität der anderen Europäer ausreizen und dann wohl möglich doch nicht dabei bleiben, also das ist nun wirklich eine ganz starke Nummer. Damit dürfte sich Papandreou selbst disqualifieziert haben.


HJ Bauer schreibt:
01.11.2011 17:53

Und er wusste nicht was er tat ! Das Ergebnis kenne ich schon das Volk geht den Weg nicht mit. Jede Wette


Holzauge schreibt:
01.11.2011 17:58

Naja, Herr Papandreou ist zu allererst mal Politiker, will heißen, er möchte glänzen und wenn das nicht geht, wenigstens die Verantwortung los werden. In Zeiten, wo in Deutschland Fußballer wegen des schlechten Tabellenplatzes mit dem Leben bedroht werden, ist in Griechenland und den dort bekannten Emotionen natürlich höchste Alarmstufe für einen derartigen Politiker geboten. Gewiss ist es richtig, dem Volk das Votum zu lassen. So oder so, wird es die Konsequenz tragen müssen. Entweder knallharte Änderungen der liebgewonnenen Steuerhinterziehungsgewohnheiten, die zeitnahe rentenrechtliche Meldung des Todestags der Oma usw. Oder aber die Wandlung in ein armes Land hinnehmen, und sich dem Spiel krimineller und korrupter Mächte hilflos ausliefern. Hier wurde gefragt, ob der Wähler kurzsichtig ist. Ja. Ist er. Und viele, zu viele Politiker sind, waren und bleiben inkompetent. Können wir das ändern? Vielleicht dann, wenn wir den verdammten Lobbyismus endlich ausmerzen und die Macht des Kapitals beschränken. Ich bin übrigens kein Linker!


Jörg Burzik schreibt:
01.11.2011 17:59

Ich glaube, um diesen ganzen Istzustand und zukünftigen europäischen Wahnsinn zu verstehen, müssten wir einmal etwas weiter zurückschauen. Schon bei den damals als unaufweichlichen Grundvoraussetzungen zum Beitritt des Euros, wurde gelogen und betrogen was das Zeug hält. Geradezu über Nacht lernten Länder angeblich mit Geld umzugehen, von denen alle ganz genau wussten, dass diese Länder, wenn sie Geld brauchten, einfach welches Gedruckt haben. Genau diese Länder haben bis heute eigentlich nur vom Euro profitiert. Jetzt wo diese Länder von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, schimpfen diese Völker auf den Euro und Europa. Damit keine Missverständnisse aufkommen: ICH BIN EIN ABSOLUTER FAN DER EUROPÄISCHEN IDEE!!! Als sich damals einige sehr wichtige Länder der Demokratie bedienten und sich wagten ihr Volk zur Einführung des Euros zu fragen, musste man schnell feststellen, dass sehr große und wichtige Volkswirtschaften in Europa zum Euro nein sagten. Genau diese Länder lachen sich heute leise und heimlich ins Fäustchen. Selbst die Dänen, die ihr Volk mehrfach befragten, sind heute sehr erleichtert, dass nicht die Politiker allein entscheideten. Aus diesem Grund hatte man die Mauschelein des einen oder anderen Staates einfach und stillschweigend hingenommen, hauptsache genügend Mitgliedsstaaten. Genau deshalb haben die Länder die damals den Euro auf Gedei und Verderb einführten, unglaubliche Angst das die Demokratie wiedereinmal Geschichte schreiben wird. Zwei Dinge sind sicher: erstens haben wir auch zur DM - Zeit nicht schlechter als heute gelebt und zweitens wird die nahe Zukunft sehr spannend.


Sandro Valecchi schreibt:
01.11.2011 18:01

Regierungschef Papandreou handelt eigenmächtig, ohne sich mit den EU-Partnern abzustimmen und das ist vor allem in dieser Situation töricht und gleich einem irreparablen Vertrauensschaden gleichzusetzen. Griechenland bietet Irrationalität und Unberechenbarkeit, zumindest aus der Sicht Dritter, in einer der schwersten Krisen der EU, den Partnern an. Neue Lage und neue Lagebeurteilung: ein geordneter Ausstiegsplan für Griechenland aus der Euro-Währung muss her, je schneller, desto besser. Die Europäer erleben jetzt diese tragischen Ereignisse um die Einleitung des Ausstieges von Griechenland aus dem Euro - Griechenland hat sich schlechtweg übernommen und zerbricht unter dieser ungeheuren Last der Aufgaben und Entbehrungen, die gegenüber der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar sind. Griechenland bleibt EU-Mitglied. Die Aufgabe lautet jetzt: Stabilisierung der Einheitswährung ohne Griechenland und Hilfe zum Übergang für Griechenland in eine eigene Währung. Sandro Valecchi, 10555 Berlin


Roland schreibt:
01.11.2011 18:02

Alle diese Kommentare zeigen nur eins, dass fast alle die sich hier für die armen Griechen stark machen, keinen blassen Schimmer von der Tragweite dieser weiteren Verzögerung haben. Wenn die Griechen so arm und ehrenwert sind, sollen Sie freiwillig aus dem Euro austreten und nicht noch monatelang herum lamentieren, bis noch mehr Schaden angerichtet ist. Das Problem ist nur wenn kein Geld mehr aus Europa hauptsächlich Deutschland als immer noch grösster Nettozahler kommt, mit was soll man denn dann Streiken und Demonstrieren gehen ? Ich bin absolut kein Fan von Frau Merkel, aber das Tänzchen mit Herrn Hitler bei einer der Demonstrationen vor kurzem hat mir gezeigt welche Stimmung in diesem Land herrscht. Wenn man nicht mehr weiter weiss, sind die doofen Nazis in Deutschland schuld ! Danke und gute nacht Griechenland


Joma schreibt:
01.11.2011 18:12

Motivierender Kommentar, urdemokratischer Ansatz des MP. Meine Hochachtung für den mutigen Kommentar gegen den Zeitgeist, die Volksabstimmung ein wohltuender Unterschied zur Verdummung a la DDR hier in Deutschland. Meine Hoffnung: Die Bürger werden der Regierung ein qualitatives OK geben, und dann kann endlich mit der Sanierung von GR begonnen werden - ein guter Tag für Europa.


Stephan schreibt:
01.11.2011 18:34

Deutsche Politiker, voran unsere Altlastenkanzlerin,sollten sich ein Beispiel nehmen am Verhalten des griechischen Regierungschefs.Dieser Mann beweist Mut und setzt gleichzeitig ein Zeichen für demokratische Politik, in der das Volk, und nicht eine Handvoll machtbesessener und korrupter Politiker über den weiteren Kurs des eigenen landes entscheiden soll. Uns wurde der Euro auferlegt, als Erbe des Mannes der blühende Landschaften versprach und verbrannte Erde hinterlies. Seine Ziehtochter setztdiesen Kurs wehement und um jeden Preis fort. Ich hoffe das das Verhalten des griechischen Volkes in den letzten Wochen auch uns deutschen die Augen öffnet wie verlogen und selbstherrlich die Europapolitik unserer Kanzlerin ist, und das auch bei unseren Bürgerinnen und Bürgern endlich der Widerstand lautstark gegen diese Art der Politik wächst. Das Volk ist die Demokratie !!!!!!


Schmidti schreibt:
01.11.2011 20:24

Dem Normalbürger wird so langsam bewußt, wie er betrogen wurde - in Griechenland, in Europa und sogar in den USA. Die kommenden Wahlen werden überall üderraschend ausfallen. Schlimmstenfalls droht als Folge ein Bürgerkrieg ...nicht nur in Griechenland.... und später gibt es wieder Militärdiktaturen.


Ulrike Müller schreibt:
01.11.2011 20:25

Mutig! Aber niemand soll glauben, dass die Griechen Nein zum Sparkurs sagen werden. Im Gegenteil: Jetzt wird auch dem letzten Griechen in der Provinz deutlich, dass Stammtischparolen und abwertene Sprüche, geäußert nach mehreren Ouzos, nicht mehr helfen. Wenn es zum Schwur kommt wird weniger aus dem Bauch - als aus dem Kopf heraus entschieden. Das ist gut für Europa!


marc schreibt:
01.11.2011 21:38

Jetzt sollte schluß sein!!! Sie haben sich doch nur über die Zeit gerettet, um noch mehr Milliarden von uns zu stehlen. Sie haben uns am Anfang betrogen und sie werden es bis zum Schluß durchziehen!!!!


Dienstag schreibt:
01.11.2011 22:33

Ein sehr guter Kommentar! Eine Abstimmung ist meines Erachtens die einzig Möglichkeit, dass Griechenland aus dem jetzigen Teufelskreis herauskommt. Die Massenproteste und Gereralstreiks verschlimmern die Situation immer mehr. Ein Referendum nimmt diesen Strömungen den Wind aus den Segeln und fordert gleichzeitig Verantwortung von jedem Einzelnen. Die Rückkehr zu geordneten Verhältnissen ist daher ohne Referendum kaum absehbar, aber eine entscheidende Voraussetzung, ohne die das Land nicht mehr auf die Beine kommt, mit oder ohne Hilfsfonds. Man kann sich allerdings fragen: Warum fällt ihm das mit dem Referendum erst jetzt ein? Es hat wahrscheinlich etwas gedauert, bis die Erkenntnis kam, dass man bei existentiellen Entscheidungen eben doch nicht ewig am Volk vorbei regieren kann. Zumindest können die Griechen froh sein, dass sie jemanden als Regierungschef haben, der zu so einer Erkenntnis überhaupt fähig ist. Wir haben das nämlich nicht.


Axel schreibt:
01.11.2011 23:04

Ich hoffe, das läuft dann nicht so dilettantisch ab wie bei uns in Baden-Württemberg, wo eine - zum Glück nur in einer Sache - handlungsunfähige Regierung einen Volksentscheid haben möchte, dem Volk aber keinerlei Informationen über das Thema zukommen lässt. Man kann eine vernünftige Wahl nur treffen, wenn man genügend Informationen bekommen hat.


hitsch schreibt:
01.11.2011 23:20

Völlig richtig, das Volk entscheiden zu lassen. Dieses ist nicht dümmer als die Politiker und die Finanzspezialisten. EU nimm endlich deine Völker ernst! Lernt die direkte Demokratie!


Bernd M. schreibt:
02.11.2011 04:49

Offensichtlich ist Griechenland das einzig verbliebene EU-Land, in dem die Demokratie noch nicht verloren ist. Mein aufrichtiges Kompliment! Im Gegensatz dazu die Demokratiefeindlichkeit, die Dummheit und/oder Verlogenheit unserer führenden Politiker, die frech und unverfroren behaupten, dass das Wohl der EU vom Verbleib der Griechen in der Eurozone abhinge. Was für ein Quatsch! Das Gegenteil ist der Fall. Der Euro als Währung war für Griechenland niemals legitim, er basierte auf Betrug, auf Wirtschaftsverbrechen, die von unserer Bundesregierung bis heute stillschweigend geduldet werden. Schwerkriminelle griechische Politiker die merkwürdigerweise bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden hatten vor Jahren schon die Eurogemeinschaft arglistig getäuscht und sich somit den Beitritt zur Eurozone und billige Kredite erschlichen. Die Schadenhöhe entspricht mittlerweile dem Volumen von mehreren tausend Banküberfällen, und unsere Regierung tut so, als wenn dies alles normal und korrekt wäre und man auf keinen Fall etwas gegen dieses Verbrechen und seine Auswüchse unternehmen dürfte. Bei diesem sonderbaren Rechtsempfinden unserer Politiker ist es unausweichlich, dass uns nun der Euro um die Ohren fliegt.


Georg Martin Reuss schreibt:
02.11.2011 08:45

Mir wird es schlecht! Merkel und Sakozy und der Rest der coolen Gang kämpft um den Euro auf Teufel für den Steuerzahler und dessen Kinder und deren Kidnerkomm raus und der Herr Papandreou fährt nach Hause und beraumtoffenbar vollkommen unabgestimmt und überraschendeine Volksabstimmung an, deren Ausgang eingentlich klar ist. Die Griechen haben sich selbst auf anderer Leute Kosten in diese Situation gebracht und es steht in keinem europäischen Vertrag, dass wir, Deutschland, dafür aufzukommen haben. Denn sie wissen nicht, was sie tun......


murmelman schreibt:
02.11.2011 09:46

Tja, Demokratie ist in der Tat ein gewisses Risiko, vor Allem, wenn Ergebnisse heraus kommen, die man eigentlich nicht hören will. Doch Hut ab, den Euro-Fightern vor das Knie zu treten, ist schon eine reife Leistung. Denn die Politiker der Euro-Zone müssen langsam mal lernen, den Bürger auf die Reise mit zu nehmen. Ein Europa ohne mündiges Volk, ein Europa in denen die Desinformation des Volkes alternativlos erklärt wird, ein solches Europa wird nicht funktionieren.


Ricci schreibt:
02.11.2011 10:22

Ich glaube, dieser Akt führt die griechische Bevölkerung in den Bürgerkrieg.Er spaltet das Volk und einer wird den anderen nicht verstehen, warum er sich so und nicht so entscheidet. Sie werden gegeneinander zornig werden.Das traurige ist,dass dies auch noch gewollt ist.Das glaube ich.


Proteus schreibt:
02.11.2011 10:47

OH MEIN GOTT! Wie kann man denn nur in einer Demokratie das Volk befragen?


Matthias Leppert schreibt:
02.11.2011 12:22

Papandreou möchte nichts versprechen, was Griechenland nicht halten wird - das ist doch höchst ehrenwert, oder? Sicherlich hat die Entscheidung, das griechische Volk über den mit den Euro-Partnern ausgehandelten Schuldenschnitt und die damit verbundenen Sparauflagen abstimmen zu lassen, mehrere Aspekte. 1. Es wird Sicherheit darüber geschaffen, ob das ausgehandelte Rettungspaket über die nächste Wahl in Griechenland hinaus bestand haben wird oder ob es vom griechischen Volk nicht mitgetragen wird und deshalb ab der nächsten Wahl zu Makulatur werden würde. 2. Für Papandreou und seine Partei ist es eine - vielleicht die einzige - Möglichkeit sich aus der derzeitigen Negativspirale zu befreien. 3. Wir alle haben noch einmal Gelegenheit darüber nachzudenken, dass die westliche Welt einerseits in einer strukturellen Krise steckt und ihr andererseits die Möglichkeit, die daraus resultierenden Probleme mit geliehenem oder frisch gedrucktem Geld zuzuschütten, nicht länger zur Verfügung steht. Mit etwas Abstand betrachtet ist die europaweite Entrüstung über die griechische Volksabstimmung natürlich verständlich. Die Merkozyconis hatten gedacht, für sich und ihre Länder beim Verhandlungspoker einen guten Schnitt gemacht zu haben. Die eine konnte verkünden, dass private Gläubiger stärker beteiligt werden würden, und dass man den Franzosen die Aufforderung an die EZB, weiter Staatsanleihen zu kaufen, aus dem Protokoll gestrichen hätte. Nicolas hingegen konnte flüstern, dass, Protokoll hin, Protokoll her, die EZB unter Draghi eh weiter Staatsanleihen kaufen wird, denn die bei der EZB seien ja schließlich unabhängig. Außerdem würde der EFSF die stärkere Beteiligung der französischen Banken schon abfedern - auch ohne Banklizens. Und der letzte Teil des Kunstnamens fuhr grinsend nach Hause, denn man hatte zwar mit ihm geschimpft, ihn ernsthaft ermahnt, aber ... na gut, irgendwer wird sich daheim irgendwann mit dem Rentenalter ab 2026 auseinandersetzen müssen. Der geneigte Leser mag erkennen: Hier rettet niemand Griechenland - die griechische Rettung könnte man vielleicht als Kollateralschaden bezeichnen -, sondern jeder nur sich selbst. Worüber aber soll in Griechenland abgestimmt werden? Über das kleinere Übel oder über eine Perspektive für Griechenland? Darüber das heutige System zu retten mit der zusätzlichen Restriktion mangelnden Geldes auf der einen Seite und einen Neuanfang mit Chancen für die jungen Menschen, die Mutigen, die Fleißigen und die Flexiblen auf der anderen Seite? In einer nicht allzu fernen Zukunft werden diese Fragen auch auf Deutschland zukommen, und ich würde mir wünschen, dann eine Wahl zu haben.


m. Kuhle schreibt:
02.11.2011 12:23

Also, ich weiss eigentlich noch zu wenig darüber,was wirklich in Griechenland innerhalb der letzten Jahrzehnte gelaufen ist. Der springende Punkt scheint zu sein, dass auch andere Länder , dies- und jenseits vom Euro, Probleme mit den Finanzmärkten und deren Auswirkungen haben. Offensichtlich ist also Griechenland nicht der Knackpunkt, aber ein Hinweis darauf, das vieles nicht stimmt oder richtig gelaufen ist. Zumindest ist die Einführung des Euros nicht daran Schuld. Vielmehr sind auch die USA als führende ökonomische Nation betroffen. Das lässt zu denken und die Gründe sollten woanders gesucht werden. Papandreo tut das , was Politik macht, wie immer... er geht den Weg aus der Verantwortung ...