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Wieder was gelernt Die Lebenshilfe muss sich selbst helfen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Wochen werden Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen in Deutschland von der Außenwelt weitgehend abgeschirmt. Denn das Coronavirus bedroht die Alten und Schwachen am stärksten. Eine große Gruppe hat die Politik bei ihrem Corona-Krisenmanagement aber offensichtlich übersehen: Menschen mit Behinderung.

Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Die Coronavirus-Pandemie hat nicht nur das Leben in Senioren- und Pflegeheimen auf den Kopf gestellt. Auch Einrichtungen für behinderte Menschen stehen vor einer nie dagewesenen Situation. Hilfe von der Politik kommt jetzt zwar, aber sie kommt viel zu spät, sagt Jeanne-Nicklas Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Der Verein setzt sich seit über 60 Jahren dafür ein, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können.

"Ich habe den Eindruck, dass Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung völlig aus dem Blick geraten oder gar nicht erst ins Blickfeld geraten sind. Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung haben häufig Vor- oder Begleiterkrankungen, durch die sie besonders gefährdet sind, einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion zu haben. Sie haben vielleicht eine Herzerkrankung, sie haben vielleicht eine Schwächung des Immunsystems oder eine Lungenerkrankung. Insbesondere bei Menschen, die eine mehrfache Behinderung haben, ist das häufig der Fall."

Etwa 230.000 Menschen mit geistiger Behinderung leben in ganz Deutschland verteilt in Einrichtungen der Lebenshilfe. Und wenn sich dort jemand infiziert, ist es besonders schwer, eine Isolation durchzusetzen. Das zeigt ein Beispiel einer Lebenshilfe-Einrichtung in Köln, wo sich 14 von 24 Bewohnern infiziert hatten und eine 49-Jährige Frau mit Down-Syndrom an Covid-19 gestorben ist.

Wie sich die Lebenshilfe in der aktuellen Situation selbst hilft, hören Sie im Podcast.

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"Wieder was gelernt" ist ein Podcast für Neugierige: Warum liegt der gefährlichste Ort Deutschlands in der Ostsee? Wie wurde Ischgl zur Virenschleuder Europas? Was bedeutet die Corona-Pandemie für das Klima? Hören Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein bisschen schlauer.

Quelle: ntv.de, sks