Panorama

#WearADamnMask 38-stündige Geburt mit Maske

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Jai Kershner schilderte bei "Good Morning America", wie ihre 38-stündige Geburt mit Maske verlief.

(Foto: © Twitter/Jai Kershne)

In den USA weigern sich viele Menschen, darunter auch Politiker, Schutzmasken zu tragen. Nun bekommen die Masken-Gegner kräftigen Gegenwind - von Müttern. Bekanntestes Gesicht der Kampagne: Jai Kershner. Sie trug während der Geburt ihres Sohnes eine Maske und findet deutliche Worte.

Auch hierzulande sinkt die Bereitschaft, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In den USA sieht die Sache noch einmal anders aus, dort verweigern sich auch viele Politiker, allen voran US-Präsident Donald Trump, und geben damit den Masken-Gegnern Auftrieb. Werbung für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes machen nun junge Mütter in den USA - allen voran Jai Kershner.

Für die Radiomoderatorin war es keine Frage, dass sie auch während der Geburt ihres Sohnes eine Maske trug. 38 Stunden lag die US-Amerikanerin aus Clarksville im US-Bundesstaat Tennessee in den Wehen - und während der gesamten Zeit hatte sie ihre Maske auf. Jetzt wendete sie sich an alle, die sich beschweren, eine Maske beim Einkaufen oder im Restaurant tragen zu müssen - und wird mit ihrem Appell zum Social-Media-Star.

"Wenn ich eine Maske während 38 Stunden Wehen, eines Kaiserschnitts und der anschließenden Genesung tragen kann, dann könnt ihr es auch für eine Stunde, wenn ihr zum Supermarkt geht oder andere Besorgungen macht." Mit diesen Worten und dem Hashtag #WearADamnMask ("Tragt eine verdammte Maske") richtete sich Kershner bei Twitter an alle, die sich gegen einen Mund-Nasen-Schutz wehren und das Tragen einer Maske als lästige Einschränkung ihrer Freiheit ablehnen. Eine Maske sei jedoch "keine große Sache", so Kershner.

Bei "Good Morning America" erklärte Kershner: "Als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam, bemerkte ich immer wieder Leute, die sich über das Tragen eines Mundschutzes beschwerten." Für die frisch gebackene Mutter unverständlich: "Man trägt keine Maske für sich selbst, sondern man trägt eine Maske, um sich gegenseitig zu schützen."

Kershner, die an Asthma leidet, bekam am 18. Juni ihr erstes Kind, einen Sohn namens Mak. Sie sagte, sowohl sie als auch ihr Mann hätten von der Einlieferung ins Krankenhaus bis zur Entlassung Gesichtsmasken getragen, insgesamt fünf Tage. "Natürlich, eine Maske ist unbequem", so Kershner. Aber: "Es ist nicht das Ende der Welt!"

"Ärzte und Krankenschwestern sind durch die Hölle gegangen"

Auch Julia Kite-Laidlaw reagierte ähnlich auf die Anti-Masken-Proteste, die sie nach der Geburt der Zwillinge Daphne und Francis im Mai in New York City sah.

Sie erklärte, dass sie während eines Notkaiserschnittes Mitte Mai eine Gesichtsmaske trug. Auch während der nächsten vier Tage, die sie im Krankenhaus verbringen musste, trug sie fortwährend eine vom Krankenhaus ausgegebene Maske. Wie im Übrigen auch immer, wenn sie innerhalb der folgenden zwei Wochen ihre Neugeborenen auf der Neugeborenen-Intensivstation besuchte.

"Wenn ich all dies mit meinen Kindern, der Geburt und den zwei Wochen auf der Neugeborenen-Station durchstehen kann, dann können das sicher auch andere Leute tun, um für eine Stunde in den Supermarkt zu gehen", sagte Kite-Laidlaw. Es gebe noch so viel, was über das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 nicht bekannt sei. "Wenn man ein Leben retten kann, indem man einfach nur eine Maske aufsetzt, warum sollte man es nicht tun?", so Kite-Laidlaw. Jeder Patient müsse einfach alles tun, um das Gesundheitspersonal und auch die Mitpatienten zu schützen. Schließlich seien Ärzte und Krankenschwestern in New York "durch die Hölle gegangen". Sie selbst habe sogar der Durchführung eines Covid-19-Tests zugestimmt, während sie in den Wehen lag. Nach neun Stunden sei dieser für sie und auch für ihren Ehemann negativ zurückgekommen. Kite-Laidlaw fügte hinzu, dass sie bei der Geburt nicht einmal an die Maske gedacht habe.

In den USA verlangen 18 Bundesstaaten das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit, während 32 Staaten dies nicht tun. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Tragen einer Maske nicht nur dazu beitragen kann, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, sondern auch den Maskenträger zu schützen.

Quelle: ntv.de, tar