Panorama

Ausbruch bei Hofgang in Dresden Abschiebehäftlinge fliehen aus Gefängnis

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Erst kürzlich wurden Millionen Euro in die Sicherheitsmaßnahmen des Gefängnisses investiert. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst 2018 investiert der Freistaat Sachsen zwölf Millionen Euro in ein Abschiebegefängnis - unter anderem in Sicherheitsmaßnahmen. Doch diese reichen wohl nicht aus: Jetzt gelingt drei Häftlingen eine spektakuläre Flucht.

Drei Geflüchtete, deren Asylantrag abgelehnt wurde, sind aus einem erst kürzlich renovierten Abschiebegefängnis in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden entkommen. Das berichten die "Sächsische Zeitung" und die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Polizeiquellen. Die drei Nordafrikaner seien von einem Justizbeamten beim Hofgang begleitet worden. Plötzlich sei das Trio losgerannt, habe sich an den das Gefängnis umgebenden Zaun hochgezogen und sei darüber gesprungen.

"Wir leiteten sofort Fahndungsmaßnahmen ein", zitiert die "Bild"-Zeitung den zuständigen Polizeiführer Dirk Rohrbeck. Freunde und Bekannte der Geflohenen seien bereits aufgesucht worden. Noch befindet sich das Trio demnach auf der Flucht.

Der Freistaat Sachsen hatte 2018 zwölf Millionen Euro investiert, um ein altes Rathausgebäude in ein Abschiebegefängnis umzubauen. Unter anderem wurden Überwachungstechnik und ein Zaun installiert. Im Dezember des gleichen Jahres wurde das Gebäude in der Hamburger Straße in Betrieb genommen.

Dresden hatte die Abschiebehaftabteilung seiner einzigen Justizvollzugsanstalt 2013 geschlossen. Bis zur Eröffnung der neuen Haftanstalt mussten Stadt und der Freistaat Haftplätze in anderen Bundesländern anmieten, um betroffene Asylbewerbern unterzubringen, wie die "Dresdner Neusten Nachrichten" berichten.

Es gibt zwei Arten von Abschiebehaft: Die Vorbereitungshaft, bei der die Behörden davon ausgehen, dass die Asylsuchenden ihre Abschiebung wesentlich erschweren würden und die Sicherungshaft, bei der zusätzliche Haftgründe vorliegen müssen. Beide müssen von einem Richter angeordnet werden. Abschiebehaft kann maximal 18 Monate andauern.

Quelle: ntv.de, agr